Sirrus X 3.0 EQ im CheckGünstiger Alltagsportler von Specialized

Adrian Kaether

 · 08.07.2026

Specialized Sirrus X 3.0 EQ: 13,1 kg, 1190 Euro.
Foto: Georg Grieshaber

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Gravelbikes als Alltagsräder? Besser nicht. Das Sirrus X 3.0 EQ von Specialized als schneller Commuter zeigt, wie es anders geht. Über ein sportlich-praktisches Rad mit bodenständiger Coolness.

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Einschätzung der Redaktion​

Mit dem Sirrus X 3.0 EQ gelingt Specialized ein beachtlicher Spagat: Das Rad ist mit 13,1 Kilogramm (Größe XL, BIKE-Messwert) erfreulich leicht und dennoch alltagstauglich ausgestattet – eine Kombination, die in dieser Preisklasse selten so konsequent umgesetzt wird. Nur etwas mehr Reifenfreiheit wäre noch wünschenswert. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Konzept: Fitnessbike trifft Stadtverkehr

Das Sirrus X positioniert sich bewusst zwischen reinem Fitnessbike und vollwertigem Trekkingrad und liegt damit konzeptionell auch nah an sportlichen Gravelbikes mit Vollausstattung (hier im Test). Die sportliche, leicht nach vorn geneigte Sitzposition und die Geometrie signalisieren klar: Hier will man zügig Vorankommen. Gleichzeitig verhindern vorbildlich lang heruntergezogenen Schutzbleche nasse Rücken oder Schuhe beim Pendeln und der Racktime-Gepäckträger schluckt problemlos Einkäufe oder die Arbeitstasche.

Antrieb und Bremsen: Solide Mittelklasse

Die Shimano Cues 6000 (hier im Test) hat sich als robuste, wartungsarme Schaltgruppe etabliert – genau richtig für ein Rad, das täglich bewegt werden will. Sie bietet mit einer Kassette mit 11 - 50 Zähnen Bandbreite satt und lässt sich mit nur einem Kettenblatt leicht bedienen. Die hydraulischen Tektro-Bremsen verzögern zuverlässig, erreichen aber nicht ganz die Dosierbarkeit höherwertiger Systeme. Für den Stadtverkehr ist die Leistung aber völlig ausreichend.

Der Knackpunkt: Die Bereifung

Hier offenbart sich die einzige echte Schwäche: 40 Millimeter Reifenbreite sind auch bei Gravelbikes eher oldschool und für ein dezidiertes Stadtrad 2024 knapp bemessen. Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher oder Bordsteinkanten verzeihen hier wenig, der Komfort leidet etwas. 47-50 mm wären zeitgemäßer und würden dem sonst überzeugenden Gesamtkonzept besser entsprechen. Viel Platz im Rahmen für ein nachträgliches Upgrade bleibt leider nicht.

Für wen ist dieses Rad das Richtige?

Das Sirrus X passt perfekt zu:

  • Pendlern mit mittlerem Arbeitsweg, die zügig unterwegs sein wollen
  • Fitness-orientierten Fahrern, die kein reines Sportgerät suchen
  • Allen, die bewusst auf Motor-Unterstützung verzichten – für Training, Fitness oder aus Überzeugung
  • Stadt-Land-Kombinationen: Die leichte Cross-Over-Fähigkeit macht auch Waldwege möglich

Die Alternativen zum Sirrus X EQ:

Versus Gravelbike: Gravelbikes sind sportlicher, leichter, aber kommen meist ohne Schutzbleche und Gepäckträger. Wer primär in der Stadt fährt, kann das vermissen. Randonneure wie etwa Radon (hier im Test) oder Diamant (hier im Test) sind dem Specialized in Charakter und Einsatzgebiet aber sehr ähnlich.

Versus E-Bike: Die Zielgruppe ist grundverschieden. E-Bikes punkten bei Steigungen, Lasten und längeren Distanzen, sind aber 7-10 kg schwerer und kosten deutlich mehr. Das Sirrus richtet sich an alle, die Bewegung suchen, kein Akku-Management wollen und die das Rad problemlos in den Keller oder die Wohnung tragen können müssen.

Unterm Strich

Das Specialized Sirrus X 3.0 EQ ist ein ehrliches, gut durchdachtes Stadtrad für sportliche Fahrer. Die Gewichtsersparnis gegenüber herkömmlichen Trekkingrädern ist im Antritt spürbar, die Ausstattung pragmatisch durchdacht. Würde Specialized dem Rad serienmäßig etwas breitere Reifen spendieren, wäre es ein klarer Kauftipp. So bleibt ein immer noch sehr gutes Rad mit einem vermeidbaren Kompromiss.

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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