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Nicht leicht wie ein Gravelbike, nicht komfortabel wie ein Trekking-Rad: Aber es ist gerade der Kompromiss, der das Diamant so spannend macht. Toller Tourer für sportive Fahrer, die auch auf langen Reisen nicht auf einen klassischen Gepäckträger und Wetterschutz verzichten wollen. Den hohen Nutzwert im Alltag gibt's noch obendrauf.
| Preis | 1.699,00 € |
| Gewicht | 14.71 kg |
| Schaltung | Shimano Cues U6000 GS |
Trekking? Oder doch Gravel? Als Randonneur wandelt das Nhoma der deutschen Traditionsmarke Diamant ganz bewusst zwischen den Welten. Die Sachsen haben ihr Rad dafür in der dritten Generation ganz konsequent auf Komfort getrimmt. Die Sitzposition ist schön komfortabel und aufrecht, gemessen an Gravel-Standards. Der Rennlenker bringt trotzdem etwas sportliches Flair mit. Weil der Lenker breit ausfällt, fährt sich das Rad auch mit hoher Zuladung noch sicher und man profitiert trotzdem von vielen Griffpositionen und leicht verbesserter Aerodynamik.
Als Abenteuer-Rad bietet das Nhoma zudem eine Myriade an Anschraubpunkten. Fünf allein im Rahmen plus die an der starren Gabel. Für schwere und große Fahrer dürfte die Gewichtszulassung etwas höher ausfallen. Bei 136 Kilogramm ist mit üppigem Gepäck das Ende der Fahnenstange schnell erreicht. Allerdings: Viele klassische Gravelbikes sind sogar nur bis 110 oder 120 Kilo zugelassen.
Dafür fährt sich das Nhoma wirklich gut. Mit der moderat sportlichen Sitzposition bringt man schön Druck aufs Pedal, der Rahmen fährt sich komfortabel, die Ergonomie der Shimano-Hebel zum Schalten und Bremsen ist bewährt. Die Cues Schaltung ist auf Langlebigkeit optimiert, schaltet aber dennoch auch recht knackig - ein bisschen wie bei der E-Bike Version Cues 6000. Den leichtfüßgigen Antritt eines Gravelbikes darf man wegen des etwas höheren Gewichts natürlich nicht erwarten.
Dafür punktet das Nhoma mit stoischem Geradeauslauf und macht mit langen Schutzblechen und 25-Kilo Standard-Gepäckträger mit MIK-Standard auch im Alltag eine gute Figur. Die fast 15 Kilogramm des Bikes merkt man vor allem beim Beschleunigen. Längere Strecken mit zügigem und gleichmäßigem Tempo zu fahren ist dafür durchaus eine Kompetenz des Nhoma.
Kleine Kritikpunkte: Die Felgen und Reifen von Treks Tochterfirma Bontrager wirken wenig wertig. Die 1x11 Schaltung ist auch für Rad-Neulinge leicht zu bedienen und die Bandbreite der Cues ist top. Objektiv also ein Gewinn. Wir können uns trotzdem nicht ganz davon frei machen, dass eine Zweifach-Kurbel mit doch nochmal etwas feinerer Abstufung besser zu einem Randonneur gepasst hätte. Und etwas zusätzlicher Federkomfort durch einen komfortableren Sattel, eine schmalere Sattelstütze und breitere Reifen würde dem Nhoma auch nicht schaden. Pneus mit bis zu 50 Millimetern passen laut Hersteller in den Rahmen.
Beeindruckt waren wir von der Verarbeitung des Diamant. Der dunkle Metallic-Lack und die Details wirken edel. Eine lebenslange Garantie auf Rahmen und Gabel verspricht zuverlässigen Fahrspaß auch auf lange Sicht.
Das Nhoma Plus ist das richtige Rad für diejenigen, die ein sportives Tourenrad suchen, dass aber auch mal bei schlechtem Wetter mit Gepäck oder zum Pendeln benutzt werden soll. Wer selten mit Gepäck und nur in der Freizeit fährt, kann auch ein klassisches Gravelbike in Betracht ziehen. Das ist leichter und agiler, aber vom Fahren und Sitzen meist weniger komfortabel und bietet keinen Wetterschutz.

Redakteur