Aventon NaroGünstiges City-E-Bike mit Riemen und GPS-Tracking

Adrian Kaether

 · 29.09.2026

Das Naro ist das neue günstige High-Tech City E-Bike von Aventon.
Foto: Christoph Platzer
Aventon stellt das City E-Bike Naro vor. Mit Riemen und Nabenschaltung soll es wartungsarm sein. GPS-Tracking, Rahmenschloss und App wirken durchdacht, dabei kostet das Rad nur 2599 Euro. Wir zeigen, was den neuen Aventon-Preiskracher ausmacht.

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Das Aventon Naro bringt viel smarte Technik in die bezahlbare City-E-Bike-Klasse: Für 2599 Euro kombiniert der neue Tiefeinsteiger einen 600-Wh-Akku, Riemenantrieb, elektronische 5-Gang-Automatik mit einem eigenen 4G-Modul samt GPS-Tracking. Damit bietet das Bike so ziemlich alles, was man sich von einem E-Bike in der City-Klasse wünschen kann. Wir sind gespannt, ob sich das Naro auch in der Praxis so gut schlägt, wie auf dem Papier. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Aventon knüpft technisch eng an das Aventon Trava EXP im Test an. Dessen sichere Bedienung, Mobilfunk-basiertes Tracking und das integrierte Hinterradschloss haben uns im Test schon überzeugt. Das Naro reduziert Motorleistung, Akkukapazität und Preis, behält aber die entscheidenden Alltagsfeatures bei.

Aventon Naro: Das Wichtigste in Kürze

MerkmalAventon NaroEinordnung
Preis2599 Euroauffällig günstig für Riemen, Automatik und 4G-Tracking
MotorAventon Ultro L, 70 Nmfür Stadtverkehr und normale Steigungen sinnvoll dimensioniert
Akku600 Wh, entnehmbarklare Reserve für Pendelwege und mehrere Tage im Alltag ohne Laden
SchaltungShimano Nexus 5-Gang, elektronisch mit Automatikfunktionwartungsarme und komfortable Schaltung
AntriebDayco-Carbon-Riemensauber, leise und ohne Kettenpflege
Sicherheit4G, GPS, Bewegungsalarm, Geofencing, Hinterradschlossin dieser Preisklasse ein echtes Alleinstellungsmerkmal
Gewicht25,9 kg in Größe LAngenehm leicht für einen vollausgestatteten Tiefeinsteiger

Das Naro liegt preislich dort, wo aktuell viele neue City-E-Bikes mit Nabenmotor und kleinerem Akku starten. Ein gutes Beispiel ist das Trek Inbound+: Trek setzt beim Topmodell ebenfalls auf 600 Wh, verlangt 2499 Euro und liefert ein angenehm durchdachtes Konzept. Das Aventon legt für 100 Euro mehr einen Mittelmotor, Riemenantrieb, eine Automatik-Nabe sowie die vernetzte Sicherheitsarchitektur drauf.

Das heißt nicht, dass das Naro jede Konkurrenz automatisch abhängt. Das Trek ist je nach Version deutlich leichter, und ein Nabenmotor kann für flache Stadtfahrten die elegant einfache Wahl sein. Aventons Paket hat aber eine andere Priorität: möglichst wenig Pflegeaufwand und möglichst wenig Sorge beim Abstellen.

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Der Unterschied zum Aventon Trava EXP ist ebenfalls deutlich. Das Trava fährt mit 800-Wh-Akku, 90-Nm-Motor und stufenloser Enviolo-Automatik in einer höheren Liga, kostet aber 3899 Euro. Beim Naro sinken Akku und Drehmoment auf ein für den Stadtalltag vernünftiges Niveau. Statt 1300 Euro mehr in Tourenreichweite und Leistungsreserven zu investieren, bekommen Käufer ein konsequent urbanes Paket.

70 Nm und 600 Wh: Für die Stadt muss es nicht mehr sein

Der neue Ultro-L-Mittelmotor soll 70 Nm Drehmoment liefern und laut Aventon nur 1,95 Kilogramm wiegen. Damit gibt’s weniger Schub als beim SUV Trava. Für den Einsatz in der Stadt dürfte die Power aber locker ausreichen. Entscheidend dürfte außerdem die Abstimmung mit Sensorik und Regelung der U-Stufen sein. Gerade der Automatik-Modus hat uns hier bei bisherigen Aventon Bikes gut gefallen.

Der fest im Rahmen integrierte, herausnehmbare 600-Wh-Akku ist aus unserer Sicht der passendere Kompromiss als ein Mini-Akku mit 360 oder 400 Wh. Wer täglich pendelt, Einkäufe transportiert oder nicht jeden Abend laden möchte, gewinnt Flexibilität. Gleichzeitig vermeidet Aventon den großen und teuren 800-Wh-Ansatz des Trava, der beim reinen Stadtbike oft mehr Reichweitenreserve als nötig bedeutet.

Nexus 5 und Riemen: Wartungsarm statt maximaler Übersetzung

Aventon kombiniert eine Shimano Nexus 5-Gang-Nabe mit Dayco-Carbon-Riemen. Das passt zum Einsatzgebiet: Kein Kettenöl an der Hose, keine offen liegenden Ritzel und kein hektisches Nachschmieren nach Regenfahrten. Die von Aventon angekündigte elektronische Automatikfunktion soll die passende Übersetzung selbst wählen. Gerade bei vielen Ampelstopps kann das ein spürbarer Komfortgewinn sein.

Die Nexus Inter-5E ist ausdrücklich für E-Bikes ausgelegt: Shimano nennt einen Übersetzungsbereich von 263 Prozent, eine höhere Belastbarkeit und die Option automatischer Schaltfunktionen. Shimanos technische Beschreibung der Nexus Inter-5E zeigt aber auch die Grenze des Konzepts: Fünf Gänge sind eine bewusst alltagsorientierte Lösung, keine Schaltung für lange Alpenpässe oder sportliche Ausfahrten mit großen Geschwindigkeitswechseln.

Für das Naro ist das kein echter Nachteil. Wer überwiegend durch flaches bis leicht hügeliges Stadtgebiet fährt, dürfte die automatische Wahl eines passenden Gangs höher bewerten als zehn oder zwölf manuell geschaltete Stufen. Für lange Pendelstrecken mit starken Steigungen bleibt eine größere Übersetzungsbandbreite die sicherere Wahl.

4G-GPS-Tracking: Das eigentliche Argument fürs Aventon Naro

Die stärkste Besonderheit des Naro ist nicht der Motor, sondern die Aventon Control Unit, kurz ACU. Sie verbindet das E-Bike per 4G und Bluetooth mit der MyRide-App und bringt Funktionen mit, die bei günstigen City-E-Bikes meist fehlen:

  • GPS-Tracking und Geofencing
  • Bewegungsalarm mit Push-Nachrichten
  • passwortgeschütztes Display
  • integriertes Hinterradschloss
  • digitale Fahrtenaufzeichnung
  • Over-the-Air-Updates
  • Anpassung der Unterstützungsstufen

Aventon hat dieses System bereits beim Trava mit Keyless-Funktionen und GPS-Tracking eingeführt. Im Fahrtest des Trava funktionierten Tracking und Bewegungsalarm zuverlässig, das integrierte SIM-Tracking war dort laut Hersteller für acht Jahre ohne Zusatzkosten enthalten. Wichtig bleibt: Tracking und Alarm ersetzen kein hochwertiges Schloss. Gemeinsam mit der integrierten Wegfahrsperre erhöhen sie aber die Chance, eine Bewegung schnell zu bemerken und ein entwendetes Rad wiederzufinden.

Vollausstattung für Kopfsteinpflaster und Einkaufstaschen

Beim Komfort folgt das Naro dem klassischen City-E-Bike-Rezept, aber ohne erkennbare Lücken. Eine 60-mm-Federgabel und eine gefederte Sattelstütze sollen Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher entschärfen. Dazu kommen agile 27,5-Zoll-Laufräder mit 2,1 Zoll breiten Kenda-Reifen, hydraulische Tektro-Scheibenbremsen mit 180-Millimeter-Scheiben vorne und hinten sowie ein 3-Zoll-Farbdisplay.

Schutzbleche, Lichtanlage, Seitenständer und Gepäckträger gehören serienmäßig dazu. Der tiefe Durchstieg erleichtert das Auf- und Absteigen an jeder Ampel und passt zu Alltagsschuhen ebenso wie zu Bürokleidung. Für einen Tiefeinsteiger ist das Naro nicht schwer, mit 25,9 Kilogramm aber trotzdem kein Fahrrad, das man gerne regelmäßig eine Treppe hinaufträgt. Erhältlich ist das City-E-Bike in den Größen S/M für 160 bis 175 Zentimeter Körpergröße. L soll für 175 bis 195 Zentimeter Körpergröße passen.

BIKE-Fazit zum Aventon Naro

Das Aventon Naro trifft einen Nerv: Statt bei zuerst an Konnektivität und Diebstahlschutz zu sparen, macht Aventon genau diese Features zum Kern des Konzepts. Für 2599 Euro wirken der 600-Wh-Akku, der 70-Nm-Mittelmotor, Riemen und Automatik-Nabe attraktiv. 4G-GPS-Tracking, Geofencing und Hinterradschloss heben das Paket aber spürbar von vielen konventionell ausgestatteten Alternativen ab.

Die klare Einschränkung lautet: Das Naro ist ein Stadtrad, kein universelles Touren-E-Bike. Seine fünf Gänge und der moderate Motor sind für kurze bis mittellange Alltagswege gedacht. Wer jedoch ein möglichst pflegeleichtes, komfortables und digital gut abgesichertes City-E-Bike sucht, bekommt hier einen der interessantesten Neuzugänge des Modelljahrs.

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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