Aventon Trava EXPKeyless E-Bike im Test

Adrian Kaether

 · 03.06.2026

Das Aventon Trava EXP glänzt als smartes und komfortables E-Bike mit wegweisender Technik.
Foto: Wolfgang Papp
Mit dem Trava will Newcomer Aventon etablierte Marken unter Druck setzen. Vollgestopft mit spannender Technik samt Automatik-Schaltung und GPS-Tracking kostet das Rad nicht einmal 4000 Euro. Wir konnten das Topmodell Trava EXP schon fahren.

Themen in diesem Artikel

Fazit zum Test des Aventon Trava EXP

Das Aventon Trava zeigt, dass ein smartes E-Bike auch günstig und komfortabel sein kann. Die elektronischen Helferlein bieten einen Mehrwert im Alltag und sind leicht zu bedienen. Und auch beim Fahren macht der Tiefeinsteiger eine gute Figur. Einstand gelungen!

Daten und Fakten zum Aventon Trava EXP

Preis3.899,00 €
Gewicht29.8 kg
MotorAventon Ultro S
AkkuAventon 800Wh
SchaltungEnviolo

Messwerte

Sitzposition
aufrecht
15
sportlich
0
33
66
100

Alle Messwerte findest du hier

​Ein Preis-Leistungsverhältnis wie Cube, aber Technik wie bei Specialized? Aventon hat sich für den Marktstart in Europa viel vorgenommen. Bisher gab es Aventon nur in Übersee. Die Marke hat sich mit Singlespeed-Rädern einen Namen gemacht. Für Europa setzen die Kalifornier nun auf eine völlig andere Strategie. Das Technik-fokussierte E-MTB Current konnten wir hier schon testen.

Und auch das Trava ist als Tourenrad mit Technik regelrecht vollgepumpt. Hier kommen die smarten Features sogar noch deutlich mehr zur Geltung, als beim wesentlich teureren E-MTB. Breite Reifen mit Profil, lange Federgabeln und gefederte Stützen sorgen aber auch hier für Komfort abseits fester Wege. Die benutzerfreundliche Elektronik, soll einen echten Mehrwert im Alltag bieten.

Aventon Trava: Smarte Technik für den Alltag

Mit dabei sind Sicherheitsfeatures wie ein GPS-Tracking per SIM-Karte und ein Bewegungsalarm. Aber Aventon setzt auch auf Tech-Lösungen, die wir so von anderen Firmen noch nicht kennen. So lässt sich per Geo-Fencing ein fester Bewegungsrahmen für das Rad einrichten. Und statt mittels eines klassischen Rahmenschlosses wird das Hinterrad auf Wunsch über einen Bolzen am Hinterrad gesichert.

Auch der Akku selbst wird elektronisch entriegelt. Einen Schlüssel braucht man nicht. Das Praktische: Viele Funktionen wie Rahmen- und Akkuschloss lassen sich nicht nur über die App, sondern über das Menü des Bikes aktivieren. Dazu gehört auch das Feintuning der Unterstützungsstufen.

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Nerviges fummeln mit dem Smartphone entfällt oft. Auch eine sechsstellige PIN zum Entsperren des Bikes kann man einrichten. Sie wird einfach über den vier Wege Schalter eingetippt. Hoch, runter, links, rechts. Das funktioniert deutlich besser als die meisten zahlenbasierten Lösungen, die wir von anderen Rädern kennen.

Topmodell zum fairen Kurs

Unser Testbike Aventon Trava EXP ist für nur 3899 Euro bereits das Topmodell der Baureihe – bei vielen klassischen Touren-E-Bikes fängt hier der Spaß erst an. Die Enviolo Automatiq-Schaltung, der wartungsarme Riemen, die funktionale Luftfedergabel, eine gefederte Stütze und kräftige Bremsen stehen dafür schon auf der Haben-Seite.

Wer stärker auf den Preis schaut, kann das Trava auch für 1000 Euro weniger mit Stahlfedergabel und Kettenschaltung bekommen. Die Tech-Features sind bis auf die Schaltautomatik dieselben. Neben der Tiefeinsteiger-Variante gibt’s das Rad natürlich auch mit Diamant-Rahmen.

Bevor wir auf Tour starten, richten wir das Rad für uns ein. Bei den zahlreichen Testrädern bei MYBIKE ist das sonst nicht meine liebste Aufgabe. App laden, Benutzerkonto erstellen, Rad hinzufügen. Bei Aventon klappt aber alles reibungslos und das SIM-Tracking mit eigenem Mobilfunk-Zugang kostet nichts extra, sondern ist acht Jahre lang inkludiert.

Der Bewegungsalarm per Push-Meldung und das Tracking funktionieren aus dem Stand gut. Das kann man von manchem Konkurrenten nicht behaupten. Zum Transport kann man das Alarm-Piepsen über die App kurzzeitig ausstellen, um die Nerven der Reisenden zu schonen.

Kraftvoll und komfortabel

Den guten ersten Eindruck kann Aventon auch beim Fahrtest fortsetzen. Der kräftige Ultro S Motor mit 90 Newtonmeter Drehmoment greift auf Hardware des chinesischen Motorenspezialisten Gobao zurück. Beim Fahren ist der Antrieb schön leise. Der Unterstützungsmodus Auto deckt bis auf explizites Akkusparen alle Anwendungen ab. Mit dem dicken 800er Akku sind auch problemlos lange Touren möglich.

Für einen Tiefeinsteiger ist das Fahrverhalten dynamisch und direkt. Selbst mit einer mittelschweren Packtasche flattert die Lenkung kaum – sonst bei Wave-Rahmen ein häufiges Problem. Und der Fahrkomfort ist dank einer brauchbaren Luftgabel und Federstütze absolut top. Man sitzt auf dem Trava sehr aufrecht. Der sportlich-gerade Lenker bringt bei hohem Komfort dennoch viel Kontrolle.

Automatik-Schaltung und durchdachte Parts

Überrascht waren wir von den einfachen Tektro-Bremsen. Gerade der Vierkolbensattel vorne packt entschlossen zu. Die Bremsscheiben sind besonders dick. Das verspricht eine unkomplizierte Performance im Alltag. Laufräder in 27,5 Zoll bringen ein quirliges Handling.

Dank stufenloser Enviolo-Automatiq-Schaltung (hier im Test) kann man das Rad gut fahren, ohne überhaupt eine der beiden Remotes zu benutzen. Aus unserer Sicht eines von wenigen wirklich überzeugenden Automatik-Schaltsystemen. Wir würden die Manuelle Option nur in Ausnahmesituationen überhaupt noch aktivieren.

Nur bei sportlichen Kurven war die Schaltung manchmal irritiert und hing dann in der fünften virtuellen Gangstufe fest. Hier könnte man nochmal nachbessern, ebenso wie bei manch holpriger Übersetzung in der Aventon-App.

Die Kritik hält sich ansonsten sehr in Grenzen. Der stabile Heckträger hat eckige Streben und harmonierte nicht immer gut mit unseren Packtaschen. Auch greifen lässt sich das Rad ohne Griff schlecht, wenn man doch mal ein paar Stufen hinauf muss. Die Verarbeitung unseres Testbikes lässt aber keine Wünsche offen.

Das Aventon Trava EXP im Überblick

Stärken

  • ​Preis-Leistungsverhältnis
  • hoher Komfort und breiter Einsatzbereich
  • spannende Technik

Schwächen

  • ​Rahmen schwer zu greifen
  • Gepäckträger passt nicht zu allen Packtaschen

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Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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