Macina Joy im CheckKann KTMs günstiges E-Bike im Alltag punkten?

Adrian Kaether

 · 05.08.2026

Für nur 2.299 Euro will das Macina Joy ein zuverlässiger und günstiger Partner im Alltag sein.
Foto: Tobias Jochims
​Mit dem Macina Joy bringt KTM für das Modelljahr 2027 ein Trekking-E-Bike an den Start, das mit Boschs brandneuem Hub-Line-Nabenmotor und einem Preis von nur 2.299 Euro aufhorchen lässt. Wir haben das Rad auf Herz und Nieren geprüft.

Themen in diesem Artikel

​BIKE-Fazit: Gutes Alltagsrad mit fairem Preis

Das KTM Macina Joy 2027 ist kein Rad für die große Tour, macht aber als bodenständiges E-Bike für den Alltag eine gute Figur. Cues-Schaltung, Bosch-Motor und hydraulische Shimano-Bremsen sind für die Preisklasse schon richtig wertig, das Gewicht bleibt mit 23,6 Kilo nach Werksangabe angenehm moderat. Das Rad ist ein Modell für 2027 und dürfte ab dann auch beim Händler stehen. - Adrian Kaether, Redakteur Test & Technik

Bosch Hub Line: Neustart mit Nabenmotor

Die Österreicher von KTM Bike Industries sind seit Jahren für ihre Macina-Linie bekannt – solide E-Bikes für Alltag und Freizeit, die ohne großes Aufsehen ihren Job erledigen. Mit dem Macina Joy für 2027 wagen sie einen interessanten Schritt: Statt auf die bekannten Mittelmotor-Systeme von Bosch zu setzen, debütiert das Rad als eines der ersten Serienmodelle mit Boschs neuem Hub Line-Nabenmotor (hier im Test). Ein echter Paradigmenwechsel - für Bosch und damit auch für KTM.

Der Nabenmotor sitzt unauffällig im Hinterrad und verändert das Erscheinungsbild des Rades grundlegend. Das Unterrohr bleibt schlank, die Kettenlinie wirkt aufgeräumt, und der integrierte Bosch CompactTUBE-Akku mit 400 Wh fügt sich harmonisch in den Rahmen aus Aluminium (AL6061) ein. Praktisch: Der kleine Akku kann unkompliziert nach oben aus dem Unterrohr entnommen werden. Für ein günstiges und minimalistisches E-Bike keineswegs selbstverständlich. Optisch ist das Macina Joy damit ein sehr unaufgeregtes Rad und fast schon mit einem klassischen Trekkingbike ohne Motor zu verwechseln. Bedient wird das Rad per Boschs LED Controller, der den Akkustand und die Unterstützungsstufe mit farbigen LEDs anzeigt und auch die Nutzung von Boschs Flow App ermöglicht.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Schaltung: Die Cues macht ihren Job

Als Schaltwerk kommt Shimanos CUES U4000-9 zum Einsatz – die Einstiegsvariante der neuen CUES-Linie mit neun Gängen (hier im Test). Der Schalthebel mit integriertem Display macht einen ordentlichen Eindruck, die Schaltqualität ist sauber und präzise genug für den Alltag. Das 42-Zahn-Kettenblatt der Samox-Kurbel (170 mm) harmoniert gut mit dem Nabenmotor, die Spreizung der neun Gänge reicht für entspannte Tages- und Pendeltouren aus.

Wer mit dem CUES U4000 aus dem Shimano-Ökosystem der letzten Jahre vertraut ist, weiß: Es ist kein High-End-Komponente, erfüllt aber seinen Zweck zuverlässig. Im Zusammenspiel mit einem Nabenmotor ist der Antriebsstrang sogar robuster als bei Mittelmotoren, da die Kette mechanisch weniger belastet wird.

Fahrwerk: Federung und Bremsen

Die Shimano MT200-Hydraulikscheibenbremsen (2-Kolben) liefern auf dem Niveau, das man von ihnen kennt: zuverlässig, standfest und mit gutem Druckpunkt. Für ein Rad in dieser Preisklasse ist Hydraulik Allein schon ein klares Plus. Bei der verbauten NX-1 Gabel von Suntour darf man aber nicht zu viel erwarten. Bordsteinkanten oder tiefen Schlaglöchern nimmt sie sicherlich den Schrecken. Mit mäßigem Ansprechverhalten sind günstige Federgabeln aber auf schlechter Strecke kaum besser als Starrgabeln und dafür schwerer und wartungsintensiver.

Verarbeitung und Gewicht

Der AL6061-Rahmen ist ordentlich verarbeitet, die Schweißnähte sauber, die Lackierung (mattes Dunkelgrau am Bike für unseren Check) robust und alltagstauglich. Das Systemgewicht ist mit 142 kg freigegeben, das Eigengewicht des Rades beträgt laut KTM 23,6 Kilogramm – für ein Nabenmotor-E-Bike mit Federgabel und hydraulischen Bremsen ein akzeptabler Wert.

Preis-Leistung: Das Argument

2.299 Euro. Das ist das stärkste Argument des KTM Macina Joy. In dieser Preisklasse bekommt man selten ein E-Bike mit hydraulischen Scheibenbremsen, einer Federgabel und einem Marken-Antrieb. Ja, der Bosch Hub Line ist nicht das Kraftwerk eines Performance CX – aber er ist neu, er kommt von Bosch, und er dürfte zuverlässig funktionieren. Für Pendler, Gelegenheitsfahrer und alle, die ein unkompliziertes Alltagsrad suchen, ist das ein überzeugendes Paket.

​Technische Daten

MotorBosch Hub Line CPT-HL4R2
AkkuBosch CompactTUBE 400 Wh
RahmenMacina Trekking-HUB AL6061
GabelSuntour NX1 Coil LO, 63 mm
SchaltungShimano CUES U4000-9 (1x9)
KurbelSamox 42T, 170 mm
BremsenShimano MT200 Hydraulik, 2-Kolben
Gewicht23,6 kg
Systemgewicht142 kg
VerfügbarkeitModelljahr 2027
Preis2.299 Euro

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

Meistgelesen in der Rubrik Fahrräder

Shorts