Nein, das Ding links am Lenker ist kein Einschaltknopf, es ist das ganze Display des Bafang-Systems: Es reicht für die Anzeige der nötigsten Funktionen aus, auch wenn Einschalten am homöopathisch dosierten Gummiknöpfchen sehr fummelig ist. Der praktisch unhörbare Motor sitzt als Nabe im Hinterrad. Er spricht relativ flott an und bringt sanfte, gleichmäßige Unterstützung. Doch so gelassen in der Ebene das Gleiten ist, so schwer tut sich der Kleine mit Anstiegen. Die Kettenschaltung kann dafür nichts – die acht Gänge reichen für City wie Kurztour und kommen sonst gut mit dem Motor zurecht.
Der Akku des Hercules Urbanico mit 410 Wattstunden ist fest im Unterrohr integriert, geladen muss dort werden, wo das Rad steht. Der Fahrer thront fast wie auf einem Hollandrad, ähnlich souverän der Geradeauslauf, die Wendigkeit reicht aber auch für die City. Werden die breiten Reifen mit etwas weniger Druck gefahren, wird das Rad ausreichend komfortabel, die Federsattelstütze trägt aber nur wenig dazu bei. Praktisch: Am Steuerrohr kann ein zweiter Träger (fünf Kilo Nutzlast) angebracht werden. Der hintere mit separater Reling für Gepäcktaschen nimmt 25 Kilo auf. Der Wermutstropfen: Der Mittelständer stört beim Rangieren und hält das Rad beladen nur schlecht.
Das Hercules Urbanico I-8 ist ein günstiger Einstieg ins E-Biken ohne viel Schnickschnack und fürs gemütliche Flachlandrollen. Trotz des eher geringen Gewichts ist ein Unterstellplatz mit Stromanschluss wichtig. Für 2499 Euro ein veritables E-Bike in vernünftiger Qualität.