Enviolo HD im TestSo intuitiv ist die Stufenlos-Schaltung!

Adrian Kaether

 · 21.05.2026

Das Stufenlos-Getriebe der Enviolo sitzt in der Hinterrad-Nabe.
Foto: Georg Grieshaber
Die stufenlose Nabenschaltung von Enviolo ist am E-Bike zurecht zum Verkaufsschlager geworden. Wir testen, wie gut sich die Schaltung im Vergleich schlägt und prüfen auch, welche Schwächen der niederländische Klassiker hat.

Themen in diesem Artikel

BIKE-Fazit zur Enviolo HD

Perfekt für’s E-Bike: Ohne klare Schaltstufen und mit einfachem Drehgriff bedient sich keine Schaltung so unkompliziert wie die Enviolo. Der Berggang ist klein genug, die Nachteile bei Gewicht und Effizienz fallen mit Motor kaum auf, dabei passt auch das Preis-Leistungsverhältnis.

​Enviolo HD: Die Fakten

ModellEnviolo HD
Preis510 Euro
Gewicht2,5 Kilogramm
Bandbreite380 Prozent
Kleinster Gang9,8 km/h

Preis und Gewicht sind Herstellerangaben und beziehen sich auf Schaltwerk, ggf. Umwerfer, Kassette und Trigger. Für den kleinsten Berggang legen wir standardisierte Parameter bei Reifengröße und Trittfrequenz zugrunde (28 Zoll, 47 Millimeter, 60 U/min).

Schwer, dafür komfortabel

​Stufenlos schalten? Genau damit ist Enviolo der Durchbruch gelungen. Die Schaltnabe ignoriert bei der Konstruktion zentrale Nachteile wie ein hohes Gewicht und auch eine wenig begeisternde Effizienz. Fürs klassische Fahrrad ist die Enviolo daher keine Empfehlung. Dafür begeistert am E-Bike die intuitive Bedienbarkeit: Einfach am Griff drehen, bis die Übersetzung passt. Selbst völlige Fahrradneulinge kommen damit gut klar, anders als mit klassischen Trigger-Schaltungen.

Die Enviolo gibt‘s in verschiedenen Ausführungen. Alle sind unkompliziert in der Handhabung, leise im Betrieb und im Vergleich mit anderen Sorglos-Lösungen wie Pinion und Co. etwas günstiger. Als Nabenschaltung braucht die Enviolo nämlich keine Wartung und wird in der Regel in Kombination mit einem wartungsfreien Riemen-Antrieb statt einer klassischen Kette eingesetzt.

Berggang und Effizienz

Anders als bei anderen günstigen Nabenschaltungen ist die Bandbreite der Enviolo zumindest in der Heavy Duty (HD) Variante oder der Trekking-Variante ordentlich. Üble Restriktionen bei der Übersetzung wie bei Shimano gibt es nicht. Dadurch fällt auch der Berggang der Schaltnabe nicht zu stramm aus, auch wenn das System natürlich nicht für Bergtouren optimiert ist. Schon die mechanische Version der Enviolo setzt Maßstäbe bei der Benutzerfreundlichkeit. Die E-Schaltung Automatiq (hier im Test) setzt mit einer wirklich überzeugenden Automatik-Funktion nochmal einen drauf.

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Die Effizienz gehört allerdings nicht zu den Stärken des Systems. Lange Touren sind mit großen Akkus trotzdem drin. Nur ohne Motor tritt man die Enviolo nicht ganz so gerne wie eine Kettenschaltung oder andere Schaltnaben.

Die Enviolo HD im Überblick

Stärken

  • Intuitive Bedienung
  • Ordentliche Bandbreite
  • Schafft auch mal eine steile Rampe

Schwächen

  • Gewicht und Effizienz

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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