Red Bull Rampage 2022Cam McCaul im Interview

Dimitri Lehner

 · 15.10.2022

Red Bull Rampage 2022: Cam McCaul im InterviewFoto: Bartosz Wolinski/Red Bull Content Pool
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Wettkampf-Moderator Cam McCaul erklärt den Superwettkampf, spricht über die neuen Athleten der Red Bull Rampage 2022 und sagt, warum er sich auf den 21. Oktober so freut.

Cam McCaul hat selbst bereits an der Red Bull Rampage teilgenommen und wird den Mountainbike-Wettkampf in der Wüste Utahs 2022 moderieren. FREERIDE hat mit ihm gesprochen.

Moderator und selbst ehemaliger Red Bull Rampage-Athlet: Cam McCaul weiß, wovon er spricht. Und er spricht viel und unterhaltend. Am 21. Oktober wird er uns wieder mit Inside-Infos versorgen. Uns berichtet er vorab die hottest News.Foto: Boris Beyer
Moderator und selbst ehemaliger Red Bull Rampage-Athlet: Cam McCaul weiß, wovon er spricht. Und er spricht viel und unterhaltend. Am 21. Oktober wird er uns wieder mit Inside-Infos versorgen. Uns berichtet er vorab die hottest News.

“Schwere Auswahl der Wildcard-Rider!”

FREERIDE: Zehn Fahrer sind bei der Red Bull Rampage gesetzt, acht Wildcard-Rider kommen dieses Jahr dazu. Wer wählt die Kandidaten aus?

Cam McCaul: Eine Jury. Darin sitzen Aaron Chase, Randy Spangler, Rampage-Organisator Todd Barber, Dave Smutok, Nico Vink und ich.

Verlagssonderveröffentlichung

Wie wählt Ihr aus?

Anhand von Video-Edits, Fotos und der Bewerbung. Darin begründen die Rider, warum sie es verdient haben, bei der Red Bull Rampage zu starten. Dieses Jahr bewarben sich 23 Fahrer. Die Auswahl war schwer, doch sehr fair, wie ich finde.

23 Fahrer sind ’ne Menge. Wen hättest Du noch gerne im Wettkampf gesehen?

Bienve (Bienvenido Aguado Alba) ist ein sehr spannender Fah­rer mit ganz speziellem Style. Vielleicht kann er nachrücken. Adolf Silva ebenfalls. Dude, du hättest Adolf beim Proving Grounds sehen sollen. Er machte einen Canonball (No footed double Seatgrab) vom höchsten Drop und versuchte dann einen Doubleflip. Leider crashte er dabei. Adolf ist so ein Sender – unglaublich!

Welcher Red Bull Rampage-Neuling hat Dich letztes Jahr begeistert?

Brage Vestavik. Leider konnte er beim Finale nicht antreten wegen seines Crashs bei dem 14-Meter-Drop. Doch der Typ ist krass! Schade, dass Brage dieses Jahr nicht antreten kann.

Go Big: Noch nie wurde in der Geschichte der Rampage ein so hoher Drop gewagt. Der Norweger Brage Vestavik traut sich. leider springt er zu kurz, schleudert über den Lenker und verletzt die Schulter. Ergebnis: vorzeitiges Aus im Training. Leider nimmt er dieses Jahr nicht an der Red Bull Rampage teil, denn er laboriert noch immer an der Verletzung.Foto: Red Bull
Go Big: Noch nie wurde in der Geschichte der Rampage ein so hoher Drop gewagt. Der Norweger Brage Vestavik traut sich. leider springt er zu kurz, schleudert über den Lenker und verletzt die Schulter. Ergebnis: vorzeitiges Aus im Training. Leider nimmt er dieses Jahr nicht an der Red Bull Rampage teil, denn er laboriert noch immer an der Verletzung.

Auf wen freust Du Dich dieses Jahr?

Auf Alex Volokhov aus Nelson, B. C. Er hätte schon längst bei der Rampage mitmachen sollen. Ich bin froh, dass er dieses Jahr dabei ist. Jedes seiner Edits ist der Knaller. Aber auch Dylan Stark und William Robert haben es verdient. Dylan Stark, denn er hat einen ganz eigenen Style, überrascht mit wilden Ideen und bewies beim Proving Grounds zwei Jahre in Folge, dass er ein superstarker Contest-Fahrer ist. William Robert versucht schon so lange bei der Rampage zu starten. Jetzt darf er endlich, und ich bin gespannt, was er aus dieser Gelegenheit macht.

Hardline, FEST-Series, Proving Grounds … ist die Rampage noch immer der krasseste Bike-Wettkampf?

Was ich weiß, ist, dass die Rampage viel, viel krasser ist als du es dir vorstellen kannst, wenn du die Live-Übertragung anschaust. Die Rampage ist der gefährlichste Wettkampf, den ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Und du musst nicht einmal mit dem Bike unterwegs sein. Letztes Jahr fiel ein Kameramann die Klippen runter. Ein Wunder, dass er überlebt hat. Das Finale der Red Bull Rampage wird super spannend und am 21. Oktober live übertragen. Ich kann da nur sagen: Don’t miss it!

Red Bull Rampage Warriors im FREERIDE-Check

Foto: Ale di Lullo, Dyln Sherrard, YT, Monster Energy, Red Bull

1. Tom van Steenbergen (26)

Sein Frontflip-Drop zählte zu den Highlights 2021, doch später im Run stürzte Tom und brach sich die Hüften. Dass er dieses Jahr starten kann, verwundert uns. Der Kanadier verblüffte immer wieder bei der Rampage, gilt aber auch als “Loose cannon”, als jemand, der zu viel wagt und riskiert. Highlights: sein monströser Frontflip über das 25 Meter weite Canyon-Gap 2014. Hätte Tom den Flip gelandet, wäre ihm ein Sieg garantiert gewesen, leider schleuderte er über den Lenker. Denn der Aufprall hatte sein Bike komplett zusammen gestaucht. Auch legendär: der Caveman-Drop. Dabei stand Tom auf der Klippe, drückte sich ab und stieg im Fallen auf sein Bike auf.

2. Brage Vestavik (23)

Letztes Jahr wagte der mutige Norweger den höchsten Drop (14 Meter), der je bei einer Rampage gesprungen wurde. Leider crashte er bei der Landung und brach sich die Schulter. Die Verletzung plagt ihn bis heute. Daher: keine Teilnahme! Das enttäuscht seine Fans weltweit. Die gute Nachricht: Brage bereitet gerade ein Video-Edit vor, das selbst sein spektakuläres X-Games-Real-Edit in den Schatten stellen soll.

3. Graham Agassiz (32)

Der Kanadier zählte jahrelang zu den Top-Favoriten, gewann mehrfach die Quali (2013, 14, 15), doch hatte oft Pech. 2022 will Aggy gar nicht starten. Das verwundert, denn die Red Bull Rampage ist als Wettkampf wie auf Aggy zugeschnitten und er besitzt alles, was man für eine Top-Ergebnis braucht: Mut, Tricks, Entschlossenheit, Skills. Nur mit dem Glück scheint es zu hapern.

4. Cam Zink (36)

Der Ami aus Nevada ist der Oldie im Starterfeld, doch das hat nix zu heißen. Zink geht immer auf volles Risiko und bleibt seinem Bigbike-Style treu. Unzählige Superstunts hat er auf der Liste seiner Rampage-Errungenschaften stehen. Nur 2010 konnte er den Wettkampf gewinnen, seitdem scheint er immer etwas von der Wettkampf-Jury geprellt zu werden. Mal sehen, wie es ihm dieses Jahr ergeht. Insider munkeln, 2022 würde seine letzte Red Bull Rampage werden.

5. Alex Volokhov (28)

Alex kommt aus Nelson, B. C. und ist für seine action-geladenen YouTube-Edits bekannt. Nelson gilt als Brutstätte des Freeriding. Alex bekam eine der acht begehrten Wildcards und muss sich beweisen. Ohne gutes Ergebnis wird es bei der diesjährigen Teilnahme vermutlich bleiben. Das weiß Alex und wird versuchen, alles zu geben.

6. Dylan Stark (30)

Dylan ist ehemaliger Street-BMXer ohne Angst. Wer seine Youtube-Edits kennt, weiß was wir meinen. Beim Freeride-Contest Proving Grounds belegte er Platz 2 nach Rheeder. Damit verdiente er sich ebenfalls eine Wildcard. Schon seit Jahren will Dylan bei der Rampage starten.

7. Bienvenido Alba (35)

Der ehemalige Kunstturner aus Barcelona wäre gerne beim Superwettkampf dabei gewesen. 2019 hat er bei seinem Frontflip-Drop gepatzt und sich das Ergebnis vermasselt. Als zweite Chance wurde ihm nur ein Nachrückplatz zugebilligt, doch Bienve steht auf der Liste ganz oben und scheint nachzurücken.

8. Brett Rheeder (29)

Rheeder ist nach Verletzungspause zurück! Der Kanadier und Sieger von 2018 ist vermutlich derjenige, der Vorjahressieger Semenuk am gefährlichsten werden kann. Auch Rheeder wird für mehr Tricks mit Singlecrown-Gabel in seinem Downhill-Bike Trek Session antreten. Wie Semenuk gilt Rheeder als Perfektionist. Insider glauben, dass er dieses Jahr seinen zweiten Red Bull Rampage-Sieg einfahren könnte.

9. William Robert (29)

Der Franzose mit so englisch klingendem Namen lebt südlich von Paris, wo er sich Drops und Sprünge in den Wald gebaut hat. Seine Web-Edits sind prall gefüllt mit Action, sein Trickrepertoire groß – ideale Voraussetzungen für ein gelungenes Rampage-Debüt, wie wir finden. Ob er allerdings das Zeug hat, bei der Red Bull Rampage richtig zu punkten, hängt vor allem von seiner Nervenstärke ab.

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