Downhill-Worldcup Loudenvielle 2026Superkonzentrat Sleeper Shreddit

Dimitri Lehner

 · 03.06.2026

Downhill-Worldcup Loudenvielle 2026: Superkonzentrat Sleeper ShredditFoto: Youtube
Haben es raus: Die Filmcrew der Sleeper Shredits finden den richtigen Mix.
Die Sleeper Shreddits sind unter Downhill-Fans längst Kult: 3,5 Minuten Vollgas-Action, einen Tag nach jedem Worldcup online. Was kaum jemand weiß: Ein 18-jähriger Praktikant hatte die Idee. Sleeper-Chef Max Rendall erzählt, wie aus einem Zufall eine Bewegung wurde – und warum er selbst 100 Euro gewonnen hat.

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​Ein Praktikant erfindet den Kult

Fort William, Worldcup 2023. Die vierköpfige Filmcrew von Sleeper arbeitet am Limit. Sie filmen für Pinkbike Racing, für Red Bull, für verschiedene Hersteller. Dann kommt Archie Macdonell, 18 Jahre alt, frisch als Praktikant an Bord. "Er schlug vor, aus all der Footage ein spritziges Edit zusammen zu schneiden", erinnert sich Max Rendall. Die Crew hat keine Zeit. Also macht es der Praktikant selbst.

Das erste Shreddit ist geboren.

"Verdammt, es war nicht mal unsere Idee", sagt Rendall heute. Der Auftakt-Clip kommt gut an. Die Crew macht weiter. Ende 2023 folgt ein Best-Off der Saison. Ergebnis: 1,7 Millionen Aufrufe. "Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet."

Taggen statt sichten

Das Erfolgsgeheimnis liegt im System. Pro Worldcup entstehen 3,5 bis 5,5 Terabyte Material. Vier Filmer am Berg, überall Kameras. Der Trick: direktes Taggen. Sturz, Fahrer, Team – oder Sleeper. "Alles was mit Sleeper getaggt ist, wandert ins Shreddit", erklärt Rendall. Sonst müsste man alles nochmal sichten. "Das würde ewig dauern."

So wird jedes Shreddit zur Ein-Mann-Nummer. Die vier Crew-Mitglieder wechseln sich ab. Daraus entstand ein interner Wettkampf. Rendall lobte 100 Euro aus. Und gewann sie selbst. "Gottseidank muss ich sie nicht zahlen", lacht er. Seine erfolgreichsten Clips: Polen und Red Bull Hardline.

Keine Regeln, keine Grenzen

Der Name Sleeper kommt von den Eisenbahnschwellen, auf denen Rendall als Kind spielte. "Wir verbrachten so viel Zeit dort, dass wir wie Eisenbahnschwellen wirkten – immer an den Gleisen." Das Wort gefiel ihm auch als Begriff für getarnte Autos: VW Käfer mit Porsche-Motor. "Jeder Mensch hat etwas Besonderes an sich. Geschichten von Außenseitern finde ich am inspirierendsten."

Diese Haltung prägt die Shreddits. "Keine Regeln, keine Grenzen, mach, was sich gut anfühlt", sagt Rendall. Manchmal passt die Musik nicht für alle. Manchmal lieben die einen einen Clip, den andere hassen. Egal. Die Devise stammt übrigens von einem Zuschauer in Fort William: "Hesitation kills" – Zögern tötet. Gilt für rutschige Schuhe wie für Downhill-Racing.

Die Fahrer lieben es

Die meisten Fahrer freuen sich, wenn sie im Shreddit auftauchen. Ronan Dunne bedankte sich persönlich für den Les-Gets-Clip. "Ronan macht es uns leicht", sagt Rendall. "Der Typ ist meist super sketchy unterwegs und voll am Limit." Auch Bodhi Kuhn sei extrem stylish, Jackson Goldstone könne verdammt gut aussehen, Amaury Pierron wirke irre schnell.

Geld verdient Sleeper mit Auftragsarbeiten. Die Shreddits sind Liebhaberei. "Wir machten's nur zum Spaß. Für die Bike-Szene." Seit diesem Jahr gibt es Merchandise. Der Praktikant Archie Macdonell studiert inzwischen an einer Filmhochschule. "Er wird sicher wieder zu uns stoßen."

Enduro-Shreddits? "Ich würde es irre gerne ausprobieren", sagt Rendall. "Aber wir haben alle Hände voll zu tun." Vorerst bleibt es bei Downhill. Einen Tag schneiden, nächster Tag online. Kult eben.

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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