Das FSA Bike Festival Riva del Garda startete mit einer Premiere: Dem ersten Bike Festival Riva Future Summit, bei dem sich alles um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Fahrradbranche drehte. Im Hotel Du Lac Et Du Parc in Riva del Garda trafen sich Aussteller und Branchenexperten zu einem intensiven Austausch über die Chancen und Herausforderungen, die KI für die Bikewelt mit sich bringt. Die renommierte Journalistin Petra Bindl moderierte die Veranstaltung und führte durch die Diskussionsrunden.
Zu Beginn begrüßten Uli Stanciu, Gründer des Bike Festivals, und Oskar Schwazer, General Manager des Tourismusverbands Garda Dolomiti S.p.A., die Teilnehmer. Sie gaben einen Überblick über die Geschichte des FSA Bike Festivals und erläuterten die Idee hinter dem neuen Future Summit. Oskar Schwazer betonte die Bedeutung von Innovation und KI für die dynamische Bikebranche: "Wir haben die Ambition, vorne mit dabei zu sein, neue Dinge zu schaffen und uns kontinuierlich weiterzuentwickeln." Als Experten nahmen der ehemalige Amazon-Manager und KI-Spezialist Claudius Zick, der Mobilitätsfachmann und eBike-Pionier Hannes Neupert, der YouTuber und Bike-Tester Andrea Ziliani sowie der Mechatronikingenieur Ciro Malacarne von ProM Facility teil. Zur Halbzeit schaltete sich zudem der zweimalige Segel-Olympiasieger Ruggero Tita per Video zu.
Die Diskussionsrunde beleuchtete verschiedene Einsatzbereiche von KI im Bikesport. Ein Schwerpunkt lag auf der Unterstützung bei der Produktentwicklung. Die Experten erläuterten, wie KI-Algorithmen zur Optimierung von Rahmengeometrien, Materialeigenschaften und aerodynamischen Aspekten eingesetzt werden können. Auch im Bereich Training und Leistungsoptimierung sahen die Teilnehmer großes Potenzial. KI-gestützte Systeme könnten individualisierte Trainingspläne erstellen, Bewegungsabläufe analysieren und Verbesserungsvorschläge liefern. Für Endverbraucher diskutierte das Panel Möglichkeiten, wie KI das Fahrerlebnis durch intelligente Navigationssysteme, vorausschauende Wartungshinweise oder personalisierte Routenvorschläge verbessern könnte.
Um die Potenziale von KI im Radsport besser einschätzen zu können, zogen die Experten Vergleiche zu anderen Sportarten. Ruggero Tita berichtete von seinen Erfahrungen im Segelsport, wo KI-Systeme bereits zur Optimierung von Bootsdesign, Taktik und Wettervorhersagen eingesetzt werden. Auch aus dem Motorradrennsport wurden Beispiele für KI-Anwendungen in der Fahrzeugentwicklung und Rennstrategie diskutiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Radsport von diesen Erfahrungen profitieren und eigene innovative Lösungen entwickeln könne.
In der Diskussion kristallisierten sich sowohl große Chancen als auch potenzielle Herausforderungen durch den Einsatz von KI heraus. Als Vorteile wurden die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung in Entwicklung und Produktion, verbesserte Trainingsmethoden und ein erhöhter Fahrspaß durch intelligente Assistenzsysteme genannt. Kritisch diskutiert wurden Fragen des Datenschutzes, der möglichen Überwachung von Athleten und Nutzern sowie die Gefahr einer zu starken Technisierung des Sports. Die Experten betonten die Notwendigkeit, ethische Richtlinien für den KI-Einsatz im Radsport zu entwickeln.
Zum Abschluss der Veranstaltung wagte Moderatorin Petra Bindl gemeinsam mit dem Publikum einen Blick in die Zukunft. Die Teilnehmer diskutierten, wie der Bikesport in zehn Jahren aussehen könnte, wenn sich die KI-Technologie weiter rasant entwickelt. Visionen reichten von vollständig individualisierten Bikes, die sich automatisch an Fahrstil und Körpermaße anpassen, bis hin zu virtuellen Trainingsumgebungen, die reale Strecken perfekt simulieren. Auch das Potenzial von KI für nachhaltigere Produktionsmethoden und ressourcenschonendere Materialien wurde thematisiert. Die lebhafte Diskussion zeigte das große Interesse der Branche an den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz.
Passend zum Thema des Summits kam bei der Veranstaltung eine KI-gestützte Simultanübersetzung zum Einsatz. Die Teilnehmer konnten über einen QR-Code auf eine Web-App zugreifen und die Übersetzung in ihrer gewünschten Sprache entweder als Audio über Kopfhörer oder als Text auf dem Smartphone-Display verfolgen. Diese Technologie ermöglichte einen barrierefreien internationalen Austausch und demonstrierte gleichzeitig die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von KI im Veranstaltungsbereich.