Gefahrgut-Transporter10 Akku-Rucksäcke im Vergleich

Josh Welz

 · 05.04.2022

Gefahrgut-Transporter: 10 Akku-Rucksäcke im VergleichFoto: Markus Greber
Gefahrgut-Transporter: 10 Akku-Rucksäcke im Vergleich

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Auf langen Touren führt am Ersatz-Akku fast kein Weg vorbei. Zehn Firmen bieten spezielle Lösungen für den Gefahrgut-Transport. Welche sind die Sichersten?

„Würdest Du hier Deinen Finger drunterlegen, könnten wir unser Labor neu weißeln.“ Ich kann Holger Hertnecks Angebot widerstehen. Der Entwicklungsleiter bei SAS-TEC zwinkert mir zu, als er den Stahlkeil entsichert. Wie ein Fallbeil saust der 5-Kilo-Klotz aus einem Meter Höhe herab. Sekundenbruchteile später würden die 180 Kilonewton sogar den stählernen Prüfkopf zerstören – läge auf dem nicht der Cube Edge Hybrid. Der Protektoren-Rucksack schafft es, satte 97 Prozent der Energie des Einschlags herauszufiltern – am Ende zeigt die Grafik des Messcomputers nur noch mickrige 5,8 Kilonewton.

Die Funktion von Protektoren in Rucksäcken ist vielfach belegt. Und trotzdem gibt es über deren Sinnhaftigkeit unterschiedliche Meinungen. Richtig ist: Ein Rückenprotektor kann beim Aufprall auf Steine und Wurzeln schützen. Unfallchirurgen wissen aber: Die größten Gefahren für Biker lauern beim Überschlag. Solche Impacts führen oft zur Überstreckung der Halswirbelsäule und enden im schlimmsten Fall mit einer Querschnittslähmung. Ein Rucksack – ob mit oder ohne Protektor – würde daran nichts ändern.

Wichtig auf Rumpel-Trails: Der Rucksack soll auch bei schwe­rer Beladung stabil am Rücken sitzen. Evoc und Amplifi machen das gut, besser ist nur der sportliche Ergon.Foto: Markus GreberWichtig auf Rumpel-Trails: Der Rucksack soll auch bei schwe­rer Beladung stabil am Rücken sitzen. Evoc und Amplifi machen das gut, besser ist nur der sportliche Ergon.

Gegen alle Gefahren kann man sich beim Biken nicht schützen, und Sicherheit ist immer auch eine Suche nach dem bestmöglichen Kompromiss. Klar ist: Jeder Schutz ist besser als gar keiner. Auch mehrere Schichten Klamotten und eine möglichst prall gefüllte Trinkblase bieten Aufprallschutz. Nur: Gerade, wenn’s nach einer langen Auffahrt in den Downhill geht, ist die Trinkblase oft leergenuckelt, und die dicke Jacke steckt auch nicht mehr im Sack, da sie jetzt den Biker in der Abfahrt wärmt.

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Eines aber scheint unstrittig: Sobald man sich einen Akku in den Rucksack steckt, ist ein solider Rückenschutz Pflicht. Warum? Ein Akku ist hart, schwer und kantig – „bei einem Sturz stempelt’s Dir das Teil in den Rücken wie einen Backstein“, warnt Experte Hertneck. Und wenn ein Protektor zwischen Akku und Rücken steckt, ist die Gefahr dann gebannt? Um das herauszufinden, musste der Cube-Protektoren-Rucksack ein zweites Mal auf den Prüfstand, diesmal mit einem hölzernen Akku-Dummy im Batteriefach. Das Ergebnis: Mit 6,2 Kilonewton lag die Restkraft, die am Rücken ankäme, nur unwesentlich über dem Wert ohne Akku.

Amplifi ETrack 23
Foto: Georg Grieshaber

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Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Seine Expertise als Blattmacher hatte Josh Welz zwei Jahre lang als Chefredakteur des SURF Magazins unter Beweis stellen dürfen, bevor Verleger Konrad Delius den studierten Sportjournalisten als Chefredakteur zum BIKE-Magazin berief. Eine gute Idee? Die ersten Ausritte mit dem Mountainbike waren jedenfalls wenig ruhmreich: Renneinsätze in Willingen und beim Megavalanche in Alpe d’Huez endeten nach kapitalen Abflügen mit Knochenbrüchen, diverse Marathon-Starts in den Niederungen der Ergebnislisten. Mit rennsportlichen Lorbeeren konnte Josh Welz sich nie schmücken, die Fußabdrücke, die er im Unternehmen hinterließ, sind aber bis heute sichtbar: 2005 koppelte er von BIKE das FREERIDE-Magazin ab, 2016 griff er den E-Trend auf und formte das EMTB-Magazin. Entsprechend hüpft Josh zwischen den Disziplinen hin und her, wobei seine Begeisterung für flotte Downhills immer ausgeprägter war als sein Hang zur Askese. Nach nunmehr fast 25 Jahren Bike-Erfahrung hat Josh Welz im Light-E-MTB sein Lieblings-Sportgerät gefunden. Für ihn die ideale Symbiose aus Bio- und E-Bike.

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