Florentin Vesenbeckh
· 17.08.2026
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Wer einen wirklich luftigen Trail-Schuh sucht, findet wohl kaum ein besser belüftetes Modell als den Mallet Trail Vent. Doch der Einsatzbereich wird dadurch naturgemäß schmal. Ein herbstlicher Morgen oder eine simple Pfütze können den Schuh schon überfordern. Damit ist der Mallet Trail Vent ein gelungener Spezialist für den Sommer, der an heißen Tagen besonders glänzt. Also nie wieder schwitzige Füße? Das kann auch dieser Sommertreter nicht versprechen. Als Allrounder für die ganze Bike-Saison eignet er sich nicht. - Florentin Vesenbeckh, Testredakteur
Der Crankbrothers Mallet Trail Speed Lace Vent Clip-In ist ein besonders stark belüfteter Mountainbike-Schuh für warme Trail-Tage. Das Mesh-Obermaterial soll die Luftzirkulation verbessern, während die nicht saugende EVA-Zunge schnell trocknen soll. Die helle Farbe soll zusätzlich für kühle Füße sorgen. Kann das bei Hitze wirklich helfen? Oder ist das eher Marketinggeschwätz?
Der Mallet Vent fällt im Vergleich zu anderen CB-Schuhen eher schmal aus. Das zeigt sich auch optisch. Wir haben es hier nicht mit einem klobigen Gravity-Schuh zu tun, sondern einem sportlichen Treter, der sich theoretisch auch auf dem Gravel-Bike gut macht. Ideal ist er aber für klassische Mountainbike-Einsätze auf Bergtouren oder Trail-Runden.
Die angegebene Größe ist realistisch, der Schuh fällt weder auffällig groß noch klein aus. Den Hinweis der Marke, dass man mit breiten Füßen lieber zur größeren Nummer greifen sollte, können wir aber voll nachvollziehen. Denn der Fit ist, wie gesagt, eher schlank und schmal.
Abgesehen von den Belüftungsfeatures bietet der neue Crankbrothers-Schuh eine gute Mischung aus steifer Sohle und gutem Komfort. Im Vergleich zu anderen Trailschuhen im Sneaker-Style fällt er eher hart aus, ohne dabei unkomfortabel zu werden. Auch an langen Bike-Tagen, mit längeren Pausen abseits des Sattels, werde die Schuhe nicht unangenehm. Die Kraftübertragung beim Treten ist gut, allerdings lässt sich der Schuh mit dem Speedlace-System im Vorderfußbereich nicht so leicht richtig fest anknallen. Wer eher den krassen Sitz eine Race-Schuhs mit Boa-Verschluss gewohnt ist, könnte den wirklich satten Sitz vermissen.
Das Ein- und Aussteigen gelingt problemlos, doch die enge Öffnung verlangt ein kraftvolles Einschlüpfen. Von alleine flutscht der Fuß nicht ins Fußbett. Als störend oder nervig haben wir den Ein- und Ausstieg aber nicht wahrgenommen. Gewohnt souverän gibt sich der Schuh im Trail-Alltag. Wir sind ihn mit Shimano-Pedalen und SPD-Cleats gefahren - und hatten in keiner Situation Probleme beim Ein- oder Ausklicken.
Auch der Gehkomfort ist sehr gut. Die Cleats werden von den Sohlen gut abgedeckt und sind beim Gehen kaum spür- und auch nicht hörbar. Im Gelände hat man bei Tragepassagen einen guten Grip. So sind wir das von Crankbrothers-Schuhen gewohnt.
Kann der neue Sommertreter von Crankbrothers sein Versprechen halten und heiße Tage im Sattel erträglicher gestalten? Eines ist klar: Die kompromisslose Belüftung ist deutlich spürbar. Fahrtwind kommt explizit locker durch das Obermaterial. Bei höheren Geschwindigkeiten ist das klar spürbar und bei Hitze angenehm. Das Gefühl, im eigenen Saft zu stehen, gibt’s mit diesem Schuh kaum. Doch der Trail Vent ist immer noch ein geschlossener Schuh und kann als solcher keine Wunder vollbringen. Was auch klar ist: Luftiger und bei Hitze angenehmer sind wohl nur Sandalen. Und die sind spätestens im Trail-Einsatz keine gute Idee.
Was bei Hitze super angenehm ist, wird bei Schmuddelwetter oder kühleren Temperaturen schnell zum Ärgernis. Feuchtigkeit, zum Beispiel die Spritzer einer Pfütze, landen quasi direkt auf der Socke. Und auch der kühle Luftzug kann bei gemäßigtem Wetter schnell unangenehm werden. Damit ist der Schuh genau das, was er sein will: Ein echter Sommerschuh. Als Dreijahreszeiten-Allrounder bietet er definitiv zu wenig Wetterschutz. Das sollte man beachten.

Redakteur CvD
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