​Shimano GE900H vs. Giro Chamber TRTrail-Schuhe im Duell

Stefan Frey

 · 23.07.2026

Der Markt für Klickschuhe im Enduro- und Gravity-Segment ist hart umkämpft. Mit dem Shimano GE900H und dem Giro Chamber TR treffen zwei Modelle aufeinander, die beide im selben Revier wildern. Wer kann das Duell für sich entscheiden?
Foto: Stefan Frey

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Der Markt für Klickschuhe im Enduro- und Gravity-Segment ist hart umkämpft. Mit dem Shimano GE900H und dem Giro Chamber TR treffen zwei Modelle aufeinander, die beide im selben Revier wildern. Beide versprechen hohe Kontrolle auf ruppigen Trails, starke Kraftübertragung und ausreichend Komfort für lange Tage im Sattel. Japan oder USA? Wer hat im Duell die Zehenspitze vorn?

Themen in diesem Artikel

Japan gegen die USA. Der Kampf der Kulturen wurde schon in vielen Bereichen ausgefochten: Sushi oder Burger? Manga oder Marvel? Karaoke oder Country-Music? Shimano oder Sram? Oder in diesem Fall: Shimano gegen Giro! Wer baut den besten MTB-Schuh für den Trail-, Enduro- und Gravity-Einsatz? Wir wollten es wissen und haben den GE900H gegen den Chamber TR antreten lassen.

​Fazit und Kaufempfehlung

Der Giro Chamber TR ist ein sehr guter Trail- und Enduro-Schuh. Seine breite Cleat-Verstellbarkeit, die stabile Downhill-Sohle und der komfortable Neopren-Innenschuh machen ihn besonders für Gravity-orientierte Fahrer interessant, die ihre Cleats weit hinten fahren möchten.
Der Shimano GE900H ist jedoch das rundere Gesamtpaket. Er bietet die bessere Passform für die meisten Fahrer, den deutlich höheren Schutz, die überzeugendere Verschlusslösung und eine mindestens ebenso gute Kraftübertragung. Gleichzeitig wirkt er vielseitiger und komfortabler auf langen Touren. Stefan Frey, BIKE-Testredakteur

Giro Chamber TR: Info & Preis

  • Gewicht: 1022 Gramm (Größe 46)
  • Größen: 36 bis 48; halbe Größen von 42,5 bis 45,5
  • Verschlusssystem: BOA Fit System mit Li2-Aluminium-Drehverschluss
  • Besonderheiten: Giro Sensor Rubber Außensohle; Mikrofaser-Obermaterial mit Mesh-Belüftung; Geschlossener Knöchelbund gegen Schmutzeintritt; 38 mm Cleat-Verstellbereich
  • Pedalkompatibilität: SPD-Cleats
  • Farben: Schwarz, Salbei, Weiß
  • Preis: 209,99 Euro >> hier erhältlich

​Shimano GE900H - Infos & Preis

  • Gewicht: ​958 Gramm (46)
  • Größen: 38 bis 48
  • Verschlusssystem: BOA Li2-Drehverschluss und Klettriemen
  • Besonderheiten: Neoprenkragen; verstärkte Zehenbox; Obermaterial teilweise perforiert, wasserfest
  • Pedalkompatibilität: SPD-Cleats
  • Farben: Schwarz, Weiß
  • Preis: 239,95 Euro >> hier reduziert erhältlich

Runde 1: Passform und Anpassung

Der Shimano GE900H steigt mit einer insgesamt sehr gelungenen Passform in den Ring. Die großzügige Zehenbox schafft Bewegungsfreiheit und verhindert Druckstellen auch auf langen Touren. Zusammen mit der üppigen Polsterung entsteht ein hoher Langstreckenkomfort. Der Mix aus BOA-Li2-Verschluss und Klettstrap ermöglicht zudem eine sehr präzise Anpassung an unterschiedliche Fußformen.

Der Giro Chamber TR in der anderen Ecke fällt dagegen spürbar flacher aus. Fahrer mit niedrigem oder normalem Spann kommen gut zurecht, bei hohem Spann kann es jedoch schnell eng werden. Der einzelne BOA-Verschluss arbeitet zwar präzise, verteilt den Druck aber nicht so gleichmäßig wie das Shimano-System. Besonders im Vorfußbereich lässt sich der Chamber so nicht ideal anpassen und kassiert einen Haken vom Japaner.

Vorteil Shimano

Shimano GE900H

  • großzügige Zehenbox
  • hoher Langstreckenkomfort
  • hervorragende Anpassbarkeit durch BOA und Klett

Giro Chamber TR

  • angenehmer Neopren-Innenschuh
  • guter Fersenhalt
  • relativ flacher Leisten – weniger Anpassungsmöglichkeiten im Vorfußbereich

Runde 2: Kraftübertragung

Hier besitzen beide Modelle einen langen Atem: Wer viele Höhenmeter tritt, wird mit beiden Schuhen glücklich. Die Sohlen gehören klar zur steiferen Fraktion im Trail-Schuh-Sektor.

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Shimano hat die EVA-Mittelsohle im GE900H gegenüber dem Vorgänger nochmals versteift. Das Ergebnis ist eine sehr direkte Kraftübertragung bei zugleich guter Druckverteilung. Selbst auf langen Transfers ermüden die Füße kaum.

Auch der Giro Chamber TR geizt nicht mit Steifigkeit. Die von den Downhill-Modellen übernommene Sohlenkonstruktion sorgt für ein äußerst stabiles Pedalgefühl. Bergauf geht die Kraft effizient aufs Pedal, bergab vermittelt der Schuh viel Sicherheit.

Der Unterschied liegt im Detail: Der Shimano wirkt etwas ausgewogener und verbindet hohe Steifigkeit besser mit Komfort. Damit geht auch die zweite Runde an den Shimano.

Leichter Vorteil Shimano

Shimano GE900H

  • sehr hohe Effizienz
  • hervorragende Druckverteilung
  • angenehmer auf langen Touren

Giro Chamber TR

  • extrem stabile Plattform
  • sehr sicherer Pedalstand

Runde 3: Cleat-Position und Pedalkontrolle

Hier findet der Chamber TR zurück in den Rung und kann seine Stärken ausspielen. Der Cleat-Kanal bietet bis zu 38 Millimeter Verstellweg und erlaubt eine weiter hinten liegende Pedalposition als viele Konkurrenzmodelle. Gerade auf steilen Enduro- und Downhill-Strecken sorgt das für mehr Stabilität und Kontrolle auf dem Pedal.

Der Shimano verfügt zwar ebenfalls über einen langen Cleat-Kanal, der für problemloses Einklicken sorgt, allerdings fällt der Verstellbereich der Cleats wesentlich kürzer aus. Damit lässt sich der GE900 HS nicht so fein an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Vorteil Giro

Giro Chamber TR

  • enorme Cleat-Verstellbarkeit
  • sehr stabile Fußposition im Downhill
  • klare Stärke für Gravity-Fahrer

Shimano GE900H

  • langer Cleat-Kanal, aber kurzer Cleat-Verstellbereich
  • problemloser Ein- und Ausstieg

Runde 4: Schutz und Stabilität

Im harten Geländeeinsatz zeigt der GE900H, warum er primär für Enduro-Racer und Bikepark-Fahrer entwickelt wurde. Die massive TPU-Zehenkappe schützt zuverlässig vor Kontakt mit Steinen und Wurzeln und hält damit die Deckung zuverlässig hoch. Hinzu kommt die hochgezogene Neoprenmanschette, die nicht nur Schmutz abhält, sondern auch den empfindlichen Knöchelbereich schützt.

Der Giro bietet ebenfalls TPU-Verstärkungen und einen gestrickten Knöchelabschluss, bleibt insgesamt aber deutlich defensiver. Die Zehenkappe fällt weniger robust aus und der Bund endet bereits unterhalb des Knöchels. Damit kann einmal mehr Shimano einen Haken setzen.

Klarer Vorteil Shimano

Shimano GE900H

  • sehr robuster Zehenschutz
  • wirksamer Knöchelschutz
  • effektiver Schutz vor Schmutz

Giro Chamber TR

  • ausreichend für Trail-Einsätze
  • Neopren-Bund hält Steine draußen
  • schwächerer Zehenschutz – kaum Knöchelschutz

Runde 5: Ausstattung und Verarbeitung

Beide Schuhe sind zwar hochwertig verarbeitet und mit modernen BOA-Li2-Verschlüssen ausgestattet. Shimano ergänzt den Drehverschluss jedoch um einen zusätzlichen Klettverschluss. Das sorgt für noch bessere Anpassbarkeit und sicheren Halt. Hinzu kommt der praktische Abreißschutz des BOA-Drehrädchens.

Der Giro setzt auf eine etwas minimalistischere Lösung mit nur einem BOA-Verschluss und Neopren-Innenschuh. Das funktioniert gut, erreicht aber nicht ganz die Feinabstimmung des Shimano.

Punkt für Shimano.

Runde 6: Belüftung und Klima

Es geht heiß her im Ring, den Kontrahenten läuft der Schweiß wie Ali und Foreman beim „Rumble in the Jungle“. In dieser Runde schenken sich beide Kandidaten wenig. Zwar verfügt der Giro über Mesh-Einsätze und soll laut Hersteller besser belüften, in der Praxis werden jedoch beide Modelle an heißen Sommertagen spürbar warm. Weder Chamber TR noch GE900H zählen zu den luftigen Vertretern ihrer Zunft.

Unentschieden

Die kleinen Schwächen der beiden Kontrahenten

Shimano GE900H

  • relativ breiter Aufbau im Bereich des Großzehengelenks
  • kann beim Ausklicken an manchen Kurbelarmen hängen bleiben
  • hoher Preis

Giro Chamber TR

  • flache Passform
  • mäßiger Zehen- und Knöchelschutz
  • BOA-System zieht den Vorfuß nicht optimal fest
  • höheres Gewicht
  • Belüftung trotz Mesh nur durchschnittlich

Fazit und Kaufempfehlung

Am Ende steht es 5 zu 2 nach Punkten für den Japaner. Damit geht der Shimano GE900H als eindeutiger Sieger aus dem Duell hervor.

Der Giro Chamber TR ist ein sehr guter Trail- und Enduro-Schuh. Seine breite Cleat-Verstellbarkeit, die stabile Downhill-Sohle und der komfortable Neopren-Innenschuh machen ihn besonders für Gravity-orientierte Fahrer interessant, die ihre Cleats weit hinten fahren möchten.

Der Shimano GE900H ist jedoch das rundere Gesamtpaket. Er bietet die bessere Passform für die meisten Fahrer, den deutlich höheren Schutz, die überzeugendere Verschlusslösung und eine mindestens ebenso gute Kraftübertragung. Gleichzeitig wirkt er vielseitiger und komfortabler auf langen Touren.

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Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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