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Japan gegen die USA. Der Kampf der Kulturen wurde schon in vielen Bereichen ausgefochten: Sushi oder Burger? Manga oder Marvel? Karaoke oder Country-Music? Shimano oder Sram? Oder in diesem Fall: Shimano gegen Giro! Wer baut den besten MTB-Schuh für den Trail-, Enduro- und Gravity-Einsatz? Wir wollten es wissen und haben den GE900H gegen den Chamber TR antreten lassen.
Der Giro Chamber TR ist ein sehr guter Trail- und Enduro-Schuh. Seine breite Cleat-Verstellbarkeit, die stabile Downhill-Sohle und der komfortable Neopren-Innenschuh machen ihn besonders für Gravity-orientierte Fahrer interessant, die ihre Cleats weit hinten fahren möchten.
Der Shimano GE900H ist jedoch das rundere Gesamtpaket. Er bietet die bessere Passform für die meisten Fahrer, den deutlich höheren Schutz, die überzeugendere Verschlusslösung und eine mindestens ebenso gute Kraftübertragung. Gleichzeitig wirkt er vielseitiger und komfortabler auf langen Touren. Stefan Frey, BIKE-Testredakteur
Der Shimano GE900H steigt mit einer insgesamt sehr gelungenen Passform in den Ring. Die großzügige Zehenbox schafft Bewegungsfreiheit und verhindert Druckstellen auch auf langen Touren. Zusammen mit der üppigen Polsterung entsteht ein hoher Langstreckenkomfort. Der Mix aus BOA-Li2-Verschluss und Klettstrap ermöglicht zudem eine sehr präzise Anpassung an unterschiedliche Fußformen.
Der Giro Chamber TR in der anderen Ecke fällt dagegen spürbar flacher aus. Fahrer mit niedrigem oder normalem Spann kommen gut zurecht, bei hohem Spann kann es jedoch schnell eng werden. Der einzelne BOA-Verschluss arbeitet zwar präzise, verteilt den Druck aber nicht so gleichmäßig wie das Shimano-System. Besonders im Vorfußbereich lässt sich der Chamber so nicht ideal anpassen und kassiert einen Haken vom Japaner.
Hier besitzen beide Modelle einen langen Atem: Wer viele Höhenmeter tritt, wird mit beiden Schuhen glücklich. Die Sohlen gehören klar zur steiferen Fraktion im Trail-Schuh-Sektor.
Shimano hat die EVA-Mittelsohle im GE900H gegenüber dem Vorgänger nochmals versteift. Das Ergebnis ist eine sehr direkte Kraftübertragung bei zugleich guter Druckverteilung. Selbst auf langen Transfers ermüden die Füße kaum.
Auch der Giro Chamber TR geizt nicht mit Steifigkeit. Die von den Downhill-Modellen übernommene Sohlenkonstruktion sorgt für ein äußerst stabiles Pedalgefühl. Bergauf geht die Kraft effizient aufs Pedal, bergab vermittelt der Schuh viel Sicherheit.
Der Unterschied liegt im Detail: Der Shimano wirkt etwas ausgewogener und verbindet hohe Steifigkeit besser mit Komfort. Damit geht auch die zweite Runde an den Shimano.
Hier findet der Chamber TR zurück in den Rung und kann seine Stärken ausspielen. Der Cleat-Kanal bietet bis zu 38 Millimeter Verstellweg und erlaubt eine weiter hinten liegende Pedalposition als viele Konkurrenzmodelle. Gerade auf steilen Enduro- und Downhill-Strecken sorgt das für mehr Stabilität und Kontrolle auf dem Pedal.
Der Shimano verfügt zwar ebenfalls über einen langen Cleat-Kanal, der für problemloses Einklicken sorgt, allerdings fällt der Verstellbereich der Cleats wesentlich kürzer aus. Damit lässt sich der GE900 HS nicht so fein an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Im harten Geländeeinsatz zeigt der GE900H, warum er primär für Enduro-Racer und Bikepark-Fahrer entwickelt wurde. Die massive TPU-Zehenkappe schützt zuverlässig vor Kontakt mit Steinen und Wurzeln und hält damit die Deckung zuverlässig hoch. Hinzu kommt die hochgezogene Neoprenmanschette, die nicht nur Schmutz abhält, sondern auch den empfindlichen Knöchelbereich schützt.
Der Giro bietet ebenfalls TPU-Verstärkungen und einen gestrickten Knöchelabschluss, bleibt insgesamt aber deutlich defensiver. Die Zehenkappe fällt weniger robust aus und der Bund endet bereits unterhalb des Knöchels. Damit kann einmal mehr Shimano einen Haken setzen.
Beide Schuhe sind zwar hochwertig verarbeitet und mit modernen BOA-Li2-Verschlüssen ausgestattet. Shimano ergänzt den Drehverschluss jedoch um einen zusätzlichen Klettverschluss. Das sorgt für noch bessere Anpassbarkeit und sicheren Halt. Hinzu kommt der praktische Abreißschutz des BOA-Drehrädchens.
Der Giro setzt auf eine etwas minimalistischere Lösung mit nur einem BOA-Verschluss und Neopren-Innenschuh. Das funktioniert gut, erreicht aber nicht ganz die Feinabstimmung des Shimano.
Es geht heiß her im Ring, den Kontrahenten läuft der Schweiß wie Ali und Foreman beim „Rumble in the Jungle“. In dieser Runde schenken sich beide Kandidaten wenig. Zwar verfügt der Giro über Mesh-Einsätze und soll laut Hersteller besser belüften, in der Praxis werden jedoch beide Modelle an heißen Sommertagen spürbar warm. Weder Chamber TR noch GE900H zählen zu den luftigen Vertretern ihrer Zunft.
Am Ende steht es 5 zu 2 nach Punkten für den Japaner. Damit geht der Shimano GE900H als eindeutiger Sieger aus dem Duell hervor.
Der Giro Chamber TR ist ein sehr guter Trail- und Enduro-Schuh. Seine breite Cleat-Verstellbarkeit, die stabile Downhill-Sohle und der komfortable Neopren-Innenschuh machen ihn besonders für Gravity-orientierte Fahrer interessant, die ihre Cleats weit hinten fahren möchten.
Der Shimano GE900H ist jedoch das rundere Gesamtpaket. Er bietet die bessere Passform für die meisten Fahrer, den deutlich höheren Schutz, die überzeugendere Verschlusslösung und eine mindestens ebenso gute Kraftübertragung. Gleichzeitig wirkt er vielseitiger und komfortabler auf langen Touren.

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