Test Mountainbike Rucksäcke9 Modelle für Tour, Trail & Enduro

Stefan Frey

 · 02.03.2026

Wir haben neun Bike-Rucksäcke für Tagestouren getestet. Tragekomfort, Ordnungssystem und Handhabung - welcher Rucksack ist der beste?
Foto: Georg Grieshaber

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Tragekomfort, Ordnungssystem und Handhabung – diese Kriterien sind ausschlaggebend bei der Wahl des richtigen Bike-Rucksacks. Wir haben neun Modelle mit 12 bis 20 Litern Volumen getestet und zeigen, welcher am besten ins Beuteschema von Mountainbikern passt.

Vermutlich war Ötzi einer der ersten Menschen, die mit einem Rucksack in den Bergen unterwegs waren. An die 5000 Jahre ist das nun her. Auf einer Art Holzgestell mit Beutel, das von Lederriemen auf dem Rücken gehalten wurde, transportierte er Werkzeuge, Nahrung und Ausrüstung.

Wenn wir Mountainbiker heute über die Trails der Alpen rollen, verstauen wir Verpflegung, Ersatzteile und Werkzeug in einer Tasche, die von Schulterträgern auf unserem Rücken gehalten wird. Allzu weit sind wir also nicht gekommen in den letzten 5000 Jahren, oder doch?

Zugegeben: Mit den Tragegestellen der Urzeitmenschen haben die heutigen Fahrradrucksäcke nur noch wenig gemein. Sogar zwischen dem ersten echten Bike-Rucksack – dem Deuter Bike 1 von 1991 – und den neun Tagesrucksäcken, die wir hier getestet haben, liegen Welten.

Die neun Mountainbike-Rucksäcke im Test

Lieber luftig oder kompakt?

Der offensichtlichste Unterschied ist das Tragesystem: Statt Lederriemen und Striemen auf der Haut gibt es größtenteils ergonomisch geformte, weich gepolsterte Schulterträger. Druck- oder Scheuerstellen sind die absolute Ausnahme und häufig eine Frage der korrekten Einstellung.

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Die meisten Hersteller entscheiden sich im Test für ein Modell mit sogenanntem Kontaktrücken. Zwar zirkuliert hier nur wenig Luft zwischen den Schaumpolstern, dafür liegt die Ladung enger am Körper – und schaukelt weniger, wenn es auf dem Trail zur Sache geht.

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Rucksäcke mit Kontaktrücken sitzen näher am Körper, sind in der Regel aber schlechter belüftet.Foto: Georg GrieshaberRucksäcke mit Kontaktrücken sitzen näher am Körper, sind in der Regel aber schlechter belüftet.

Tatonka setzt als einziger Hersteller auf ein Netzsystem und verschafft dem Träger damit vor allem im Anstieg einen kühlenden Vorteil. Vaude geht einen Schritt weiter: Über ein ausgetüfteltes System lässt sich der Trailcontrol+ zwischen Netz- und Kontaktrücken verstellen und kombiniert damit das Beste aus beiden Welten.

Ziemlich clever: Über zwei Schlaufen pro Seite lässt sich der Vaude vom Netzrücken zum Kontaktrücken umstellen.Foto: Georg GrieshaberZiemlich clever: Über zwei Schlaufen pro Seite lässt sich der Vaude vom Netzrücken zum Kontaktrücken umstellen.

Warum Bike-Rucksäcke Flossen brauchen

Bei den meisten Testkandidaten umschließen breite Hüftflossen den Rumpf des Trägers und stabilisieren damit die Last im Gelände – eine Entwicklung, die wir absolut begrüßen.

Sind die Flossen zu klein, wie bei Evoc und Thule, oder fehlen gleich komplett, siehe Tatonka, rutscht der Rucksack auf dem Buckel hin und her wie ein nervöses Kind auf dem Zahnarztstuhl.

Im schlechtesten Fall schiebt er sich in steilen Abfahrten hoch in den Nacken. Auf der gemütlichen Hüttentour mit Schotterabfahrt ist das vielleicht noch vertretbar, im echten Trail- und Enduro-Einsatz aber ein No-Go.

Ausreichend große und richtig platzierte Hüftflossen sind ausschlaggebend für soliden Sitz im Gelände.Foto: Georg GrieshaberAusreichend große und richtig platzierte Hüftflossen sind ausschlaggebend für soliden Sitz im Gelände.

Wie groß ist groß genug?

Die Größe des Rucksacks hängt stark davon ab, wieviel Ausrüstung man auf Tour mitnehmen möchte. Die Erfahrung zeigt: je mahr Platz, desto mehr unnötiges Equipment tummelt sich in den Staufächern. Die Devise lautet also: so groß wie nötig, so klein wie möglich – das kommt auch dem Tragekomfort zugute. Etwa 14 bis 16 Liter eignen sich ideal für eine Tagestouren-Ausrüstung, wie wir sie auch für diesen Test zusammengestellt haben.

Bei Tatonka und Rockrider sollte man sparsam packen, insbesondere, wenn auch eine Trinkblase mit in den Rucksack soll. Kleinere Personen sollten übrigens auch zu kleineren Rucksäcken greifen. Nicht nur, weil das mit etwas geringerem Gewicht am Rücken einhergeht, sondern vor allem, weil die passende Länge entscheidend dafür ist, ob sich der Rucksack optimal anpassen lässt.

A bisserl was geht immer, doch auf Biketour sollte man lieber nur das Nötigste mitnehmen, statt den Rucksack maximal vollzustopfen.Foto: Georg GrieshaberA bisserl was geht immer, doch auf Biketour sollte man lieber nur das Nötigste mitnehmen, statt den Rucksack maximal vollzustopfen.

Ordnung ist die halbe Miete

Man muss kein Ordnungsfanatiker sein, doch eine gewisse Struktur erleichtert den Touren-Alltag enorm. Ideal sind ein Hauptfach für selten verwendete Gegenstände, ein Werkzeugfach mit ausreichend Steckfächern sowie Hüftgurttaschen für Riegel oder Handy. Eine helle Auskleidung für bessere Übersicht ist aus unserer Sicht ein Muss, ein gepolstertes Brillenfach oder ein extra Abteil für die Trinkblase „nice to have“.

Dunkle Fächer mit überlappenden Abteilungen oder ein Taschen-Overkill wie am Rockrider sorgen eher für Frust statt für Freude. Bei all den Steckfächern und Schubtaschen weiß man am Ende gar nicht mehr, wo man den gerade gesuchten Gegenstand vor der Fahrt verstaut hat. Und schließlich wollen wir doch alle lieber die Tour genießen, statt in den Tiefen unseres Rucksacks nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen zu suchen.

So gut strukturiert wie der Deuter sind sonst nur wenige Rucksäcke im Test.Foto: Georg GrieshaberSo gut strukturiert wie der Deuter sind sonst nur wenige Rucksäcke im Test.

​Know-How - das sollte dein Rucksack haben & können

​Zwei Schultergurte an einem Beutel und fertig ist der Tornister. Doch ein guter Bike-Pack muss mehr bieten: Diese Eigenschaften sollte ein Touren-Rucksack besitzen.

​1. Rückgrat

Ohne stabile Rückenplatte beult der Rucksack nach hinten aus, im schlimmsten Fall drücken Gegenstände auf die Muskulatur – auf Dauer extrem unangenehm.

Ohne ordentliche Rückenplatte fehlt dem Rucksack Stabilität.Foto: Georg GrieshaberOhne ordentliche Rückenplatte fehlt dem Rucksack Stabilität.

2. Ventilation

Eine durchdachte Belüftung kühlt den Rücken während der Fahrt, ohne dabei den sicheren Sitz zu schmälern. Aufgespannte Mesh-Systeme belüften besonders gut.

Netzrücken haben in Sachen Belüftung noch immer spürbare Vorteile.Foto: Georg GrieshaberNetzrücken haben in Sachen Belüftung noch immer spürbare Vorteile.

3. Breite Hüftflügel

Im technischen Gelände muss der Rucksack stabil am Körper sitzen. Gute Hüftgurte umklammern den Biker wie ein Sozius auf dem Motorrad.

Große Hüftflossen sorgen für stabilen Sitz und nehmen eine Hauptteil der Last auf.Foto: Georg GrieshaberGroße Hüftflossen sorgen für stabilen Sitz und nehmen eine Hauptteil der Last auf.

4. Organisationstalent

Es kommt nicht auf die Menge an Fächern oder Taschen an, sondern wie und wo diese platziert sind. Ein Extrafach fürs Werkzeug ist top, helle Auskleidung hilft ebenfalls bei der Suche.

Ordnung ist die halbe Miete, helle Auskleidung verbessert die Übersicht.Foto: Georg GrieshaberOrdnung ist die halbe Miete, helle Auskleidung verbessert die Übersicht.

5. Kompression

Rucksäcke sind eher selten voll beladen. Damit die Ladung wackelfrei am Rücken sitzt, sollten sich die Fächer über Zurrgurte Komprimieren lassen. Diese dienen auch zur Befestigung von Protektoren und Co.

Seitliche Kompressionsgurte verhindern, dass die Ladung schaukelt, Riemen an der Unterseite eignen sich besonders für den Schoner-Transport.Foto: Georg GrieshaberSeitliche Kompressionsgurte verhindern, dass die Ladung schaukelt, Riemen an der Unterseite eignen sich besonders für den Schoner-Transport.

6. Regenschutz

Rucksackmaterialien sind robust und wetterfest – wasserdicht sind sie in der Regel aber nicht. Daher gehört eine Regenhülle zur Grundausstattung und nicht nur auf die Zubehör-Liste.

Kaum ein Fahrradrucksack ist wasserdicht, eine Regenhülle gehört daher zur Basisausstattung.Foto: Georg GrieshaberKaum ein Fahrradrucksack ist wasserdicht, eine Regenhülle gehört daher zur Basisausstattung.

​Camelbak H.A.W.G. 20 – Infos & Preis

  • Preis: 199,99 Euro >> hier reduziert erhältlich
  • Gewicht: 1182 Gramm / 235 Gramm Trinkblase
  • Rückensystem: Kontaktrücken mit Strukturpolster, längenverstellbar
  • Ausstattung: Trinkblase, Recco-System, Cordura-Gewebe, Rückenlänge einstellbar, Protektor-kompatibel (49,99 Euro), Akku-Fach, Brillenfach, Magnet-Clip für Schlauch
  • Trinkblase: ja / 3 Liter
  • Volumen gemessen / angegeben: 20,5 / 20 Liter
Extrem robust, gut strukturiert und mit satten Sitz ausgestattet - der Camelbak H.A.W.G. 20 ist der ideale Begleiter für Enduro, Freeride und Bikepark.Foto: Georg GrieshaberExtrem robust, gut strukturiert und mit satten Sitz ausgestattet - der Camelbak H.A.W.G. 20 ist der ideale Begleiter für Enduro, Freeride und Bikepark.

​Bewertung & Fazit - Camelbak H.A.W.G. 20

Trotz der Strukturpolster darf man beim H.A.W.G. keine echte Belüftung erwarten. Dafür sitzt der Rucksack extrem satt am Rücken.Foto: Stefan FreyTrotz der Strukturpolster darf man beim H.A.W.G. keine echte Belüftung erwarten. Dafür sitzt der Rucksack extrem satt am Rücken.

Fazit - Camelbak H.A.W.G. 20

Robuster Daypack für Enduro- und Freeride-Einsätze mit üppiger Ausstattung und durchdachter Fächereinteilung. Selbst eine umfangreiche Ausrüstung lässt sich hier sinnvoll und strukturiert unterbringen. Dank längenverstellbarem Rücken und ausladender Hüftflügel sitzt der Camelbak so fest am Rücken wie ein Rodeo-Cowboy auf dem Bullen. Da kann das Gelände noch so bockig sein – hier wackelt nichts! Leichte Abstriche muss man in Sachen Gewicht und Belüftung in Kauf nehmen. Keine Regenhülle im Lieferumfang, dafür ist das Material stark wasserabweisend.

​Deuter Compact 14+3 – Infos & Preis

  • Preis: 120 Euro >> hier reduziert erhältlich
  • Gewicht: 902 Gramm
  • Rückensystem: Kontaktrücken mit Strukturpolstern
  • Ausstattung: Volumen-Erweiterung, Smartphone-Fach, Regenhülle, Werkzeugfach, Protektoren-Straps
  • Trinkblase: nein / 3 Liter / 48 Euro
  • Volumen gemessen / angegeben: 20 / 14+3 Liter
Deuter hat mit dem Compact 14+3 einen exzellenten MTB-Rucksack für Tagestouren im Programm und sichert sich souverän den Testsieg.Foto: Georg GrieshaberDeuter hat mit dem Compact 14+3 einen exzellenten MTB-Rucksack für Tagestouren im Programm und sichert sich souverän den Testsieg.

​Bewertung & Fazit - Deuter Compact 14+3

Umfangreiche Ausstattung, übersichtliches Orga-System und perfekte Verarbeitung bei hohem Tragekomfort.Foto: Stefan FreyUmfangreiche Ausstattung, übersichtliches Orga-System und perfekte Verarbeitung bei hohem Tragekomfort.

Fazit - Deuter Compact 14+3

Auf langen Bergtouren mit entspannten Trail- oder Schotter-Abfahrten fühlt sich der leichte Compact besonders wohl. Dank breiter Hüftflügel sitzt er kompakt und dennoch erstaunlich luftig. Deuter-typisch: die exzellente Verarbeitung und das übersichtliche Werkzeugfach, das komplett öffnet. Top: Volumen-Erweiterung, Regenhülle und diverse Zubehörhalterungen. Im heftigen Gelände fehlt dem flexiblen Gewebe etwas Stabilität.

Übrigens: Wer Wert auf faire und nachhaltige Produkte legt, wird inzwischen auch bei Deuter fündig. Der Compact 14+3 beispielsweise setzt auf recycelte Materialien, verzichtet auf den Einsatz von PFAS, ist Grüner Knopf zertifiziert und nach bluesign Kriterien produziert.

​Evoc Stage 18 – Infos & Preis

  • Preis: 185 Euro >> hier reduziert erhältlich
  • Gewicht: 944 Gramm
  • Rückensystem: Kontaktrücken, Strukturpolster mit Mesh-Bezug
  • Ausstattung: Regenhülle, Werkzeugfach, Brillenfach, Stretch-Hüftgurte, einrollbarer Helmhalter
  • Trinkblase: nein / 3 Liter / 47 Euro
  • Volumen gemessen / angegeben: 17 / 18 Liter
Der Evoc Stage 18 eignet sich mehr für klassische Touren als für harte Enduro- oder Trail-Einsätze.Foto: Georg GrieshaberDer Evoc Stage 18 eignet sich mehr für klassische Touren als für harte Enduro- oder Trail-Einsätze.

​Bewertung & Fazit - Evoc Stage 18

Perfektes Orga-System, tolles Handling und umfangreiche Ausstattung sind die Stärken des Evoc. Im technischen Gelände schlagen sich andere Kandidaten besser.Foto: Stefan FreyPerfektes Orga-System, tolles Handling und umfangreiche Ausstattung sind die Stärken des Evoc. Im technischen Gelände schlagen sich andere Kandidaten besser.

Fazit: Evoc Stage 18

Der Evoc punktet mit durchdachter Aufteilung und tollem Handling – alle Fächer klappen komplett auf. Top: extra Trinkblasenfach. Das Werkzeugfach ist jedoch etwas kurz geraten. Das Rückensystem schafft gute Belüftung, ist aber unflexibel und passt sich nur schwer der Radhaltung an. In Verbindung mit den kurzen Hüftflügeln wackelt und rutscht der Stage im Downhill – ungewöhnlich für einen Evoc-Rucksack. Daher eignet sich der Stage eher für gemäßigte Touren. Wer einen Daypack für anspruchsvolles Gelände sucht, wird bei den Münchnern eher bei den Freeride- oder Trail-Pro-Modellen fündig.

​Osprey Raptor 14 – Infos & Preis

  • Preis: 175 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht: 885 Gramm (+162 Gramm Trinkblase)
  • Rückensystem: Kontaktrücken mit Strukturpolstern
  • Ausstattung: Magnetischer Brustgurt mit Schlauch-Clip, Trinkblase, Werkzeugrolle, große Schubtasche, Hüfttaschen, Helm-Clip
  • Trinkblase: ja / 2,5 Liter
  • Volumen gemessen / angegeben: 17 / 14 Liter
Viel Stauraum und stabiler Sitz - der Raptor 14 ist ein solider Begleiter für Trail- und Enduro-Abenteuer.Foto: Georg GrieshaberViel Stauraum und stabiler Sitz - der Raptor 14 ist ein solider Begleiter für Trail- und Enduro-Abenteuer.

​Bewertung & Fazit – Osprey Raptor 14

Das Tragesystem bietet guten Halt aber etwas wenig Belüftung. Ausstattung und Übersicht sind gut.Foto: Stefan FreyDas Tragesystem bietet guten Halt aber etwas wenig Belüftung. Ausstattung und Übersicht sind gut.

​Fazit: Osprey Raptor 14

Anatomische Schultergurte und breite Hüftflossen sorgen für sicheren Sitz und hohen Tragekomfort, auch wenn es hart zur Sache geht. Das Rückensystem könnte jedoch etwas stabiler und besser belüftet sein. Ungewohnt, aber gut: Das unten liegende Werkzeugfach mit Tool-Rolle legt den Schwerpunkt tief und sorgt im Pannenfall für Übersicht. Das Taschensystem ist weniger intuitiv wie bei Deuter oder Evoc, aber dennoch aufgeräumt. Große Hüfttaschen und ein Schubfach erweitern den Stauraum. Die Verarbeitung ist top. Auch als Damenversion unter der Bezeichnung Raven 14 erhältlich.

​Rockrider Trinkrucksack MTB 12 L – Infos & Preis

  • Preis: 59,99 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht: 711 / 117 (Trinkblase) Gramm
  • Rückensystem: Kontaktrücken mit Strukturpolstern
  • Ausstattung: Regenhülle, Trinkblase, Werkzeugfach, Schultergurttaschen
  • Trinkblase: ja / 2 Liter
  • Volumen gemessen / angegeben: 13 / 12 Liter
Der Trinkschlauch lässt sich oben oder unten aus dem Rucksack führen. Am Schultergurt fehlen Schlaufen, so scheuert der Schlauch unangenehm am Hals.Foto: Georg GrieshaberDer Trinkschlauch lässt sich oben oder unten aus dem Rucksack führen. Am Schultergurt fehlen Schlaufen, so scheuert der Schlauch unangenehm am Hals.

​Bewertung & Fazit - Rockrider Trinkrucksack MTB 12 L

Trotz vieler Taschen ist der dunkel ausgekleidete Rockrider unübersichtlich. Satter Sitz, aber kaum Belüftung.Foto: Stefan FreyTrotz vieler Taschen ist der dunkel ausgekleidete Rockrider unübersichtlich. Satter Sitz, aber kaum Belüftung.

Trotz zahlreicher Fächer und Taschen fällt es schwer, im Rockrider die Übersicht zu behalten – auch wegen der schwarzen Auskleidung. Die Aufteilung der Fächer wirkt wenig durchdacht. Mit 12 Litern ist der Stauraum begrenzt. Dank breiter Schultergurte und Hüftflügel sitzt der MTB 12 fest und wackelfrei auch in technischen Abfahrten, schränkt aber die Beweglichkeit etwas ein. Ein echtes Rückensystem mit stabiler Platte fehlt dem Rockrider, weshalb der Rücken etwas instabil wirkt und leicht ausbeult. Zudem liegt der Rucksack eher platt und schwitzig am Körper auf.

​Scott Trail Rocket 20 – Infos & Preis

  • Preis: 139,95 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht: 849 Gramm
  • Rückensystem: Kontaktrücken, Strukturpolster mit Mesh-Bezug
  • Ausstattung: Regenhülle, Protektoren-Straps, Fullface-Halter, Akku-Fach
  • Trinkblase: nein / 2 Liter / 39,95 Euro
  • Volumen gemessen / angegeben: 18 / 20 Liter
Der Scott Trail Rocket ist eher was für große Leute. Wer Ordnung will, muss das Zubehör selbst in passende Beutel oder Taschen aufteilen und dann im Rucksack platzieren.Foto: Georg GrieshaberDer Scott Trail Rocket ist eher was für große Leute. Wer Ordnung will, muss das Zubehör selbst in passende Beutel oder Taschen aufteilen und dann im Rucksack platzieren.

​Bewertung & Fazit - Scott Trail Rocket 20

Der Trail Rocket sitzt stabil und ist ordentlich belüftet. Das Orga-System konnte uns dagegen weniger überzeugen.Foto: Stefan FreyDer Trail Rocket sitzt stabil und ist ordentlich belüftet. Das Orga-System konnte uns dagegen weniger überzeugen.

Fazit: Scott Trail Rocket 20

Der längliche Scott passt vor allem großen Fahrern und sitzt dank stabilem Rückensystem und breiten Hüftflügeln auch im Enduro-Einsatz solide und sicher. Die Belüftung ist ordentlich, das Orga-System dagegen mau – es gibt keinerlei Steckfächer oder RV-Taschen, Unordnung ist daher vorprogrammiert. Schulter- und Hüftgurte sind nur wenig gepolstert und können auf Dauer leichte Druckstellen verursachen.

​Tatonka Bike Backpack MTB 14 – Infos & Preis

  • Preis: 140 Euro >> hier reduziert erhältlich
  • Gewicht: 1006 Gramm
  • Rückensystem: aufgespannter Netzrücken
  • Ausstattung: Regenhülle, Schubfach vorne, Fullface-Halter
  • Trinkblase: nein / nicht verfügbar
  • Volumen gemessen / angegeben: 13 / 14 Liter
Als einer der wenigen Hersteller setzt Tatonka bei seinem MTB 14 auf einen Netzrücken. Das bringt klare Vorteile in Sachen Belüftung, schmälert aber den Sitz in der Abfahrt.Foto: Georg GrieshaberAls einer der wenigen Hersteller setzt Tatonka bei seinem MTB 14 auf einen Netzrücken. Das bringt klare Vorteile in Sachen Belüftung, schmälert aber den Sitz in der Abfahrt.

​Bewertung & Fazit - Tatonka Bike Backpack MTB 14

Der Tatonka ist super belüftet, für sein Volumen aber eher schwer. Das Orga-System bietet wenig Übersicht.Foto: Stefan FreyDer Tatonka ist super belüftet, für sein Volumen aber eher schwer. Das Orga-System bietet wenig Übersicht.

Fazit: Tatonka Bike Backpack MTB 14

Der Tatonka ist ein schlichter Touren-Pack mit aufgespanntem Rückensystem, das für hervorragende Belüftung sorgt, ohne Hüftflügel aber wenig satt sitzt und besonders in technischem Gelände zum Schaukeln neigt. Überschaubares Platzangebot, keine optimale Aufteilung und nur halb öffnende Fächer erschweren das Handling. Der Metallrahmen kann im Hüftbereich drücken. Eher für kleinere Fahrer und entspannte Touren-Einsätze geeignet. Optional auch mit 28 Litern erhältlich.

​Thule Rail eMTB 18 - Infos & Preis

  • Preis: 229,95 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht: 951 Gramm (+145 / 159 Gramm Protektor / Trinkblase)
  • Rückensystem: Kontaktrücken mit Strukturpolster
  • Ausstattung: Trinkblase, Rückenprotektor, Akku-Fach, Werkzeugfach, Fullface-Helmhalter, Protektoren-Straps, Regenhülle
  • Trinkblase: ja / 2,5 Liter
  • Volumen gemessen / angegeben: 17 / 18 Liter
Eigenständige Optik, solides Orga-System und üppige Ausstattung - in Sachen Tragekomfort spielt der Thule nicht ganz vorne mit.Foto: Georg GrieshaberEigenständige Optik, solides Orga-System und üppige Ausstattung - in Sachen Tragekomfort spielt der Thule nicht ganz vorne mit.

​Bewertung & Fazit - Thule Rail eMTB 18L

Der Thule Rail kommt inklusive Rückenprotektor, Trinkblase und Akku-Fach.Foto: Stefan FreyDer Thule Rail kommt inklusive Rückenprotektor, Trinkblase und Akku-Fach.

Fazit: Thule Rail eMTB 18L

Der Rail eMTB 18L punktet mit eigenständigem Orga-System und üppiger Ausstattung samt Rückenprotektor, Trinkblase, Regenhülle und Akku-Fach. Handling und Übersicht sind gut, auch weil das Hauptfach weit genug öffnet und hell ausgekleidet ist. Rückensystem und Polsterung liegen etwas punktuell auf und passen sich nicht sauber dem Träger an, die kurzen Hüftflügel bieten in Kombi mit dem schmalen Hüftgurt wenig Halt – auf Enduro-Einsätzen nicht optimal. Ordentlich belüftet, umständlich zu verstellender Brustgurt.

​Vaude Trailcontrol+ 20 – Infos & Preis

  • Preis: 170 Euro
  • Gewicht: 1202 Gramm
  • Rückensystem: “on the fly” verstellbar zwischen Kontakt- und Netzrücken
  • Ausstattung: Rückenlänge und Belüftung einstellbar, Werkzeugfach, Regenhülle, Protektoren-Straps, Schubfach außen
  • Trinkblase: nein / 3 Liter / 46 Euro
  • Volumen gemessen / angegeben: 21,5 / 20 Liter
Satter Sitz bei dennoch guter Belüftung? Diesen Kompromiss bietet nur Vaude mit dem Trailcontrol 20+.Foto: Georg GrieshaberSatter Sitz bei dennoch guter Belüftung? Diesen Kompromiss bietet nur Vaude mit dem Trailcontrol 20+.

​Bewertung & Fazit - Vaude Trailcontrol+ 20

Kleine Schwächen beim Orga-System macht der Vaude mit seinem erstklassigen Tragesystem wieder wett.Foto: Stefan FreyKleine Schwächen beim Orga-System macht der Vaude mit seinem erstklassigen Tragesystem wieder wett.

Fazit - Vaude Trailcontrol+ 20

Über ein System aus Schlaufen lässt sich der Vaude zwischen Kontakt- und Netzrücken verstellen. Das sorgt für top Belüftung im Uphill und in Verbindung mit den ausladenden Hüftflügeln für satten Sitz selbst in technischen Abfahrten. Ergonomisch geformt und ausreichend gepolstert passt auch der Tragekomfort. Die Fächer sind gut strukturiert, aber dunkel ausgekleidet. Insgesamt ist der Trailcontrol ein hervorragender Allround-Rucksack.

Die Alternativen zum Mountainbike Rucksack

​Früher trugen Biker Rucksäcke, fertig. Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Werkzeug und Zubehör zu transportieren. Doch nicht jede Lösung ist für jeden Zweck geeignet. Wir erklären die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme.

​Die Hip Bag - klein und luftig

​Maximal drei bis fünf Liter Volumen – mehr Stauraum können wir für den Trail-Einsatz nicht empfehlen. Gerade in Verbindung mit einer Trinkblase neigen die Hüfttaschen dann nämlich zum Hüpfen. Für die schnelle Hausrunde oder Touren mit Shuttle-Unterstützung ist die Hip Bag aber ideal. Der gesamte obere Rücken bleibt frei und man schwitzt weniger als mit Rucksack. Vor allem im Schulterbereich bleibt man zudem wesentlich beweglicher, was ein großer Vorteil beim Befahren von technischem Gelände ist.

Hip Bags sind ideal für die Hausrunde und bieten Platz für die nötigste Ausrüstung.Foto: Georg GrieshaberHip Bags sind ideal für die Hausrunde und bieten Platz für die nötigste Ausrüstung.

​+ leicht, luftiges Tragegefühl, gute Bewegungsfreiheit am Rücken

​- beschränkter Stauraum, mit Trinkblase schnell überladen

​Die Bikepacking-Taschen - variabel und rückenfrei

​Auf langen Strecken mit wenig forderndem Gelände schlägt die Stunde von Lenkertasche, Framebag und Satteltasche. Je nach Menge des Gepäcks lassen sich die Taschen individuell kombinieren und in der Größe anpassen. Vorteil: Der Oberkörper bleibt frei, muss keine Last tragen und schwitzt weniger. Für Trail-Einsätze sind aber schon kleinere Bikepacking-Taschen wenig geeignet, weil sie das Fahrgefühl des Bikes negativ beeinflussen – vor allem in voll beladenem Zustand.

Bikepacking-Taschen gibt es in allen erdenklichen Größen und lassen sich ideal an das eigene Bike und die persönlichen Bedürfnisse abstimmen.Foto: Georg GrieshaberBikepacking-Taschen gibt es in allen erdenklichen Größen und lassen sich ideal an das eigene Bike und die persönlichen Bedürfnisse abstimmen.

​+ individuell zusammenstellbar, luftiges Fahrgefühl, variabler Stauraum

- wenig Trail-tauglich, in Kombination teuer

​Die Rucksackweste - leicht und kompakt

​Trinkwesten kommen ursprünglich aus dem Trailrunning und punkten mit geringem Gewicht sowie festem Sitz. Die Westen liegen eng am Oberkörper und wackeln auch mit Trinkblase kaum. Hauptfach und Steckfächer bieten Platz für das nötigste Equipment, sind in der Regel aber weniger gut strukturiert. Im technischen Gelände können sie die Beweglichkeit am oberen Rücken einschränken. Ohne aufwendiges Lüftungssystem teils etwas platt und schwitzig, der Rücken kann bei falscher Beladung ausbeulen.

Flüssigkeit und Werkzeug kompakt und körpernah verpackt: Trinkwesten sind eine super Alternative für Marathon- und Race-Einsätze.Foto: Georg GrieshaberFlüssigkeit und Werkzeug kompakt und körpernah verpackt: Trinkwesten sind eine super Alternative für Marathon- und Race-Einsätze.

+ fester Sitz, geringes Gewicht, Trinkblasen-tauglich

- begrenzter Stauraum, etwas unübersichtlich, schwitzig am Rücken

Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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