​Die Alternativen zum Mountainbike RucksackHip Bag, Trinkweste und Co.

Stefan Frey

 · 23.02.2026

Auf langen Bike-Touren in den Bergen ist der klassische Touren-Rucksäcke noch immer ungeschlagen. Doch es gibt auch Alternativen. Welche, und für welchen Einsatzbereich, das erklären wir euch hier.
Foto: Georg Grieshaber
​Früher trugen Biker Rucksäcke, fertig. Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Werkzeug und Zubehör zu transportieren. Doch nicht jede Lösung ist für jeden Zweck geeignet. Hip Bag, Trinkweste oder Bikepacking-Taschen? Wir erklären die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme.

Nein, der klassische Touren-Rucksack hat noch lange nicht ausgedient und auch weiterhin seine Berechtigung. Insbesondere auf längeren Touren mit hohem Trail-Anteil, technischen Abschnitten oder einfach bei jeder Tour im Gebirge ist ein Rucksack durch nichts zu ersetzen. Werkzeug, Wechselklamotten und ausreichend Verpflegung brauchen einfach Platz und wollen den ganzen Tag komfortabel mitgeführt werden. Doch für die schnelle Hausrunde oder für ein mehrtägiges Gravel-Abenteuer gibt es heute Alternativen, die deutlich besser geeignet sind. Wir zeigen drei Optionen und ihre Vor- und Nachteile.

​Die Hip Bag - klein und luftig

​Maximal drei bis fünf Liter Volumen – mehr Stauraum können wir für den Trail-Einsatz nicht empfehlen. Gerade in Verbindung mit einer Trinkblase neigen die Hüfttaschen dann nämlich zum Hüpfen. Für die schnelle Hausrunde oder Touren mit Shuttle-Unterstützung ist die Hip Bag aber ideal. Der gesamte obere Rücken bleibt frei und man schwitzt weniger als mit Rucksack. Vor allem im Schulterbereich bleibt man zudem wesentlich beweglicher, was ein großer Vorteil beim Befahren von technischem Gelände ist. Die hier gezeigte Hip Bag von Ortovox haben wir bereits ausführlich getestet: Hier geht es zum Test.

Hip Bags sind ideal für die Hausrunde und bieten Platz für die nötigste Ausrüstung.Foto: Georg GrieshaberHip Bags sind ideal für die Hausrunde und bieten Platz für die nötigste Ausrüstung.

​+ leicht, luftiges Tragegefühl, gute Bewegungsfreiheit am Rücken

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​- beschränkter Stauraum, mit Trinkblase schnell überladen



​Die Bikepacking-Taschen - variabel und rückenfrei

​Auf langen Strecken mit wenig forderndem Gelände schlägt die Stunde von Lenkertasche, Framebag und Satteltasche. Je nach Menge des Gepäcks lassen sich die Taschen individuell kombinieren und in der Größe anpassen. Vorteil: Der Oberkörper bleibt frei, muss keine Last tragen und schwitzt weniger. Für Trail-Einsätze sind aber schon kleinere Bikepacking-Taschen wenig geeignet, weil sie das Fahrgefühl des Bikes negativ beeinflussen – vor allem in voll beladenem Zustand.

Bikepacking-Taschen gibt es in allen erdenklichen Größen und lassen sich ideal an das eigene Bike und die persönlichen Bedürfnisse abstimmen.Foto: Georg GrieshaberBikepacking-Taschen gibt es in allen erdenklichen Größen und lassen sich ideal an das eigene Bike und die persönlichen Bedürfnisse abstimmen.

​+ individuell zusammenstellbar, luftiges Fahrgefühl, variabler Stauraum

- wenig Trail-tauglich, in Kombination teuer



​Die Rucksackweste - leicht und kompakt

​Trinkwesten kommen ursprünglich aus dem Trailrunning und punkten mit geringem Gewicht sowie festem Sitz. Die Westen liegen eng am Oberkörper und wackeln auch mit Trinkblase kaum. Hauptfach und Steckfächer bieten Platz für das nötigste Equipment, sind in der Regel aber weniger gut strukturiert. Im technischen Gelände können sie die Beweglichkeit am oberen Rücken einschränken. Ohne aufwendiges Lüftungssystem teils etwas platt und schwitzig, der Rücken kann bei falscher Beladung ausbeulen. Die hier gezeigte Trinkweste von Deuter gibt es z. B. bei Bergfreunde.

Flüssigkeit und Werkzeug kompakt und körpernah verpackt: Trinkwesten sind eine super Alternative für Marathon- und Race-Einsätze.Foto: Georg GrieshaberFlüssigkeit und Werkzeug kompakt und körpernah verpackt: Trinkwesten sind eine super Alternative für Marathon- und Race-Einsätze.Den strammen Sitz der kleinen Rucksackwesten muss man mögen. Praktisch sind die kleinen Fächer an den Schulterträgern.Foto: Georg GrieshaberDen strammen Sitz der kleinen Rucksackwesten muss man mögen. Praktisch sind die kleinen Fächer an den Schulterträgern.

+ fester Sitz, geringes Gewicht, Trinkblasen-tauglich

- begrenzter Stauraum, etwas unübersichtlich, schwitzig am Rücken


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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