Laurin Lehner
· 22.02.2026
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Second Hand ist im Grunde die charmanteste Form von Nachhaltigkeit: Dinge dürfen noch mal ran. Statt nach der zweiten Saison im Schrank zu versauern oder direkt im Müll zu landen, bekommen Produkte ein zweites Leben. Das spart Ressourcen, schont den Geldbeutel und fühlt sich ein bisschen an wie Schatzsuche mit gutem Gewissen.
Natürlich hat das Ganze auch seine Tücken: Man braucht Geduld, weil nicht immer genau das Modell in der Wunschfarbe und -größe verfügbar ist. Der Zustand variiert und die Idee, dass jemand fremdes schon mal in das Jersey, die Jacke oder Handschuhe geschwitzt hat, mag nicht jedem gefallen.
Dafür bekommt man Qualität zum fairen Preis und konsumiert bewusster. Second Hand ist also weniger Verzicht, sondern eher ein Perspektivwechsel: nicht „neu um jeden Preis“, sondern „gut ist gut – auch beim zweiten Mal“. Für Verkäufer bedeutet Second Hand ein gutes Gewissen – und ein netter Bonus obendrauf, weil man für aussortierte Teile sogar noch Geld zurückbekommt.
Einige Hersteller und Internetanbieter wie Vaude oder Bergzeit bieten Gebrauchtware an. Vaude hat mehrere hundert Produkte im Angebot, meist hochwertige Outdoor-Bekleidung, aber auch fahrradspezifische Kleidung wie Hosen, Jacken, Westen und sogar Mountainbike-Rucksäcke – natürlich alles nur von Vaude selbst.
Die Produkte sind gut fotografiert und mit einem kleinen Absatz beschrieben, zum Beispiel: Einsatzgebiet, Eigenschaften, Material, Größe etc. Dazu wird der Zustand der Second-Hand-Ware angegeben.
Beim Outdoor-Händler Bergzeit ist es ähnlich. Hier werden jedoch Produkte verschiedener Marken angeboten. Das Angebot wird „Re-Use“ genannt.
Neben Größe und Material wird hier auch der Zustand unterteilt:
Ob bei Vaude oder Bergzeit, Preise wie auf dem Trödelmarkt darf man hier nicht erwarten. Hochwertige Outdoor-Klamotte von gefragten Marken kosten hier auch mal an die 100 Euro oder teils mehr. Ein Rucksack von Evoc im Zustand “gut” beispielsweise 62,90 Euro.
Wer sich an seine Bike-Schuhe, Jacke oder Rucksack satt gesehen hat, kann seine Sachen verkaufen. Entweder klassich über WhatsApp Status oder Ebay Kleinanzeigen - oder eben über Anbieter wie Vaude (bei Vaude-Produkten) Bergzeit oder Big Player wie das Schweden-Label Sellpy. Vorteil im Gegensatz zu Ebay Kleinanzeigen: Du muss keine Fotos machen, nix online stellen, keine Rückfragen von potenziellen Käufern beantworten und dich auch nicht um Zahlungseingang und Versand kümmern.
Bei Bergzeit gibt man lediglich Marke und Kategorie an und muss einen Disclaimer bestätigen, dass das Produkt folgendes nicht hat:
Danach bekommt man ohne Foto sofort einen Preis genannt. Unser Beispiel: Five Ten Schuhe, 13 Euro. Komischerweise spielt es hier anscheinend keine Rolle, um welches Modell es sich handelt. Im nächsten Schritt kann man ein kostenloses Versandlabel anfordern.
Ein Klick weiter und man kann schließlich zwischen Gutschrift und Auszahlung auswählen. Beides passiert nach der Sichtung von Bergzeit.
Vinted ist ein Peer-to-Peer-Marktplatz, auf dem Privatpersonen Kleidung und andere Artikel direkt miteinander handeln. Verkäufer erstellen selbst Fotos, Beschreibungen und Preise, kommunizieren mit Interessierten und übernehmen den Versand; dafür behalten sie in der Regel den kompletten Verkaufspreis. Käufer zahlen den Artikelpreis plus Versand und eine kleine Servicegebühr, erhalten dafür aber Käuferschutz über das integrierte Bezahlsystem. So bietet Vinted viel Kontrolle und meist höhere Erlöse für Verkäufer – erfordert aber auch mehr Eigenaufwand.
Sellpy ist ein schwedischer Online-Second-Hand-Shop (Teil der H&M-Gruppe), der den Verkauf gebrauchter Kleidung besonders einfach macht. Nutzer schicken ihre Kleidung ein, Sellpy übernimmt Fotos, Beschreibung, Preisgestaltung und Versand. Käufer profitieren von 30 Tagen Rückgaberecht. Hier werden in erster Linie Casual-Marken-Klamotten verkauft aber man findet auch Fahrradklamotten.
Wie funktionierts? Verkäufer füllen eine blaue Tasche (lässt man sich für wenig Geld schicken), schicken sie ein – Sellpy kümmert sich um alles Weitere. Vergütung: 40 % des Erlöses bis 50 €, 70 % bei höheren Preisen. Bevor ein Artikel online geht, zeigt Sellpy dir einen Preisvorschlag – diesen kannst du selbst ändern, noch bevor die Anzeige veröffentlicht wird.

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