Die MT500 Advanced-Regenjacke bildet das Herzstück einer ganzen Reihe an neuen wetterfesten Klamotten von Endura - die wir hier in einem eigenen Artikel zusammengefasst haben. Sie wird sowohl für Damen als auch für Herren angeboten.
Endura setzt bei diesem Modell auf ein dreilagiges Pertex Shield-Material, das sich durch geringes Gewicht, Wasserdichtigkeit und geringes Packmaß auszeichnen soll. Mit einer Wassersäule von 20.000 mm sowie einer Dampfdurchlässigkeit von 20.000 g/g/m²/24hr liefert die MT500 ADV zumindest auf dem Papier schon mal überzeugende Werte.
In Sachen Ausstattung hat die neue MT500 ADV so einiges zu bieten, auch wenn Endura zugunsten des Gewichts hier nicht ganz in die Vollen geht. Die Jacke verfügt über eine helmkompatible Kapuze, die dank ihres SlideLock-Verstellsystems umfangreich individuell angepasst werden kann.
Bei Nichtgebrauch lässt sich die Kapuze mit flachen Druckknöpfen im Kragen verstauen und flattert somit nicht unangenehm im Wind. Auf eine Unterarm-Belüftung per Reißverschluss verzichtet Endura. Stattdessen gibt es versteckte Laser-Cuts unter den Armen, die für Wärmeabgabe sorgen sollen.
Für zusätzliche Temperaturregulierung hat Endura die Jacke mit einem wasserabweisenden 2-Wege-Frontreißverschluss und einem Druckknopfsystem ausgestattet. Mit dieser Kombination kann man die Jacke mit offenem Reißverschluss fahren, ohne dass sie sich im Fahrtwind unnötig aufplustert. Für Stauraum und zusätzliche Luftzufuhr sorgen zwei Fronttaschen mit Mesh-Einsätzen, zudem gibt es eine innenliegende Brusttasche für das Smartphone.
Für solide Passform auf dem Bike, und damit keine Lücken entstehen, durch die der Regen eindringen könnte, sind die Ärmel etwas länger geschnitten und mit kleinen Flaps ausgestattet. Auch das Rückenteil ist zum Gesäß hin etwas länger gehalten.
Der MT500-Serie der Schotten haftet ein gewisser Ruf an: Die Teile sind robust, langlebig und umfangreich ausgestattet – und damit gemacht für tägliche Hardcore-Einsätze auf den Trails dieser Welt.
Da macht auch die neue ADV Regenjacke keine Ausnahme: Das 20.000er Pertex-3-Lagen-Material hält sowohl dem Suter-Test in unserem Labor als auch fiesen Schauern in der Realität zuverlässig Stand. Gelungen sind vor allem die langen Ärmel, die mit ihren Flaps bis auf die Handschuhe reichen. Das verlängerte Heck hält zudem Spritzwasser davon ab, in die Bike-Hose zu kriechen.
Und die Kapuze hat mich nicht nur auf dem Bike, sondern auch im Schneesturm auf Skitour überzeugt. Sie lässt sich perfekt einstellen, passt sowohl über den Helm als auch ohne und sitzt auch bei Starkwind sicher. Die Fixierung per Druckknopf ist gelungen aber auch notwendig: Denn bei Nichtgebrauch flattert die Kapuze sonst nervig im Fahrtwind.
Ebenso nützlich wie notwendig sind die vielen Lüftungsmöglichkeiten der MT500 ADV. Sind alle Luken dicht, wird es in der Endura schnell warm wie im Brutkasten. Also, alle Zipper auf, den Druckknopf vor der Brust schließen, dann hält man es auch im Anstieg in der Jacke aus.
Der Schnitt der MT500 ADV konnte mich nur teilweise überzeugen: Vor allem an Brust und Bauch ist die Endura flattrig geschnitten und wenig Bike-spezifisch. Zudem läuft der robuste Front-RV sehr hakelig und lässt sich mit Handschuhen manchmal kaum schließen. Gleiches gilt für die seitliche Verstellung der Kapuze: Die kleinen Slider laufen schwerfällig und sind mit Handschuhe kaum zu greifen.
Rein vom Wetterschutz leistet sich die Endura kaum Schwächen: Das Material hält dauerhaft dicht, Ärmel, Rückenteil und Kapuze verhindern zuverlässig, dass Wasser ins Innere dringt. Die vielen Lüftungsoptionen sind wegen des eher schwitzigen Materials auch notwendig. In Sachen Zipper-Funktion und Schnitt gibt es leichte Abzüge - richtig radspezifisch geschnitten ist die Endura MT500 Advanced nicht. Dafür taugt die teure Jacke auch gut für andere Bergsportarten, was den Preis von 350 Euro etwas relativiert.