Schon beim Anheben der Merida Standpumpe wird klar, dass es sich hier um ein solides Exemplar mit Metall-Standfuß handelt. Auch Zylinder und Kolben bestehen aus robustem Stahl. Lediglich der leicht ergonomisch geformte Griff kommt aus der Kunststoffform, kann aber den ersten, wertigen Eindruck kaum trüben.
Beim Pumpenkopf setzt Merida auf ein Kombi-Modell, das Presta- und Autoventile gleichermaßen bedient und damit lästiges Umschrauben erspart. Top: Ein kleiner Druckknopf ermöglicht ein schrittweises Ablassen bis zum passenden Luftdruck.
Eine weitere Besonderheit zeigt sich beim Manometer. Wie bei den meisten Pumpen befindet sich zwar auch hier die Bar-Anzeige auf dem kleineren Innenkreis, doch zwischen 0 und 2 Bar wird der Druck hier in 0,1-Bar-Schritten angezeigt. Erst danach wechselt die Anzeige auf 0,5er Schritte. Für Mountainbiker, die sich mit ihrem Luftdruck in der Regel nur in diesem Bereich bewegen, ist das ein wirklich cleveres Feature.
| Merida Standpumpe Dual Gauge | |
| Gewicht | 1,73 kg |
| Größe (min./max.) | 67 / 116 cm |
| Schlauchlänge | 91 cm |
| Maximaler Druck | 11 Bar |
| Manometergröße | 7,9 cm |
| Hübe von 0,5 bis 2,5 bar | 29 |
| Abweichung bei 2,5 Bar | −0,09 Bar |
| Ventilarten | Presta, Schrader, Dunlop |
| Ausstattung | Kombi‑Ventilkopf für Presta‑ und Schrader‑Ventile; Ablassventil |
| Preis | 49,95 Euro |
Die Standpumpe von Merida ist ein echtes Schwergewicht – im wahrsten Sinne des Wortes. Groß, massiv und mit einem breiten Metallstandfuß ausgestattet, richtet sie sich klar an Nutzer*innen, die viel Volumen in kurzer Zeit benötigen. Doch im Test zeigt sich: Die Pumpe hat Stärken, aber auch deutliche ergonomische Schwächen.
Die Merida wirkt solide verarbeitet und macht mit ihrem breiten Metallstandfuß sofort klar, dass sie für Stabilität gebaut wurde. Im Test steht sie extrem satt und sicher auf dem Boden – selbst bei kräftigen Hüben bewegt sich nichts.
Der Griff hingegen ist weniger überzeugend: Er ist kantig und liegt vor allem in Verbindung mit den hohen Handkräften nicht besonders angenehm in der Hand. Für längere Pumpvorgänge ist das ein echter Nachteil. Der Schlauch fällt etwas kurz aus, was die Bewegungsfreiheit einschränkt.
Die Merida ist groß, hat viel Hub und liefert entsprechend hohes Volumen pro Pumpstoß – ideal für großvolumige MTB- oder Gravelreifen. Die Anzahl der Hübe ist gering, was grundsätzlich positiv ist.
Allerdings: Die Handkräfte sind deutlich höher als bei vielen anderen Pumpen im Test. Der Widerstand ist spürbar, das Pumpen fühlt sich hart an. Wer häufig hohe Drücke erreichen muss oder eher kleine Hände hat, wird hier schnell an Grenzen stoßen.
Das große Manometer ist besonders für Mountainbiker interessant, da der Bereich von 0–2 Bar in 0,1‑bar‑Schritten angezeigt wird – sehr präzise und gut ablesbar. Oberhalb von 2 bar wird die Anzeige deutlich gröber und weniger exakt. Insgesamt misst das Manometer zu niedrig, was bei präzisen Setups berücksichtigt werden muss.
Der Ventilkopf entspricht dem der ebenfalls getesteten Procraft-Pumpe und funktioniert grundsätzlich gut, er klemmt beide Ventilarten zuverlässig und sitzt luftdicht. Allerdings: Beim Aufsetzen und Abziehen kann leicht Luft entweichen, wenn man nicht sauber arbeitet. Positiv: Ein Druckablassventil ermöglicht das präzise Nachjustieren des Reifendrucks.
| Kategorie | Note |
| Handhabung (40%) | 2,6 |
| Ventilkopf (30%) | 1,9 |
| Manometer (30%) | 2,4 |
| BIKE-NOTE | 2,3 |
Die Merida-Standpumpe ist ein massives, stabiles Volumenwunder, das vor allem für großvolumige MTB-Reifen geeignet ist. Die präzise Anzeige im unteren Druckbereich und der sichere Stand überzeugen. Die hohen Handkräfte, der kantige Griff und die ungenaue Anzeige im höheren Druckbereich verhindern jedoch eine Spitzenwertung. Für Mountainbiker*innen mit kräftigen Händen ist sie dennoch eine interessante Option.

Redakteur