Mountainbike Fühjahrscheck Teil 1Der Frühjahrsputz am Fahrrad

Stefan Frey

 · 13.03.2026

Lange Standzeit über den Winter oder schlammige Off-Season gehabt? Wir zeigen euch, wie ihr euer Fahrrad wieder auf Vordermann bringt.
Foto: Georg Grieshaber

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​Draußen sprießen schon die Märzenbecher! Zeit, endlich dein Mountainbike aus dem Winterschlaf zu wecken. Oder bist du den ganzen Winter durchgefahren? Egal ob lange Standzeit oder intensive Off-Season – dein Bike und dein Equipment können jetzt einen gründlichen Service vertragen. Wir zeigen dir in drei Themenblöcken, wie du dein MTB fit machst für die neue Saison und wie du deine Ausrüstung auf Vordermann bringst. Los geht’s mit dem Frühjahrsputz!

​Bevor du dein Fahrrad vor der ersten Tour gründlich durchchecken kannst, gilt: Erst muss die Kruste von der letzten Schlammfahrt oder die Staubschicht aus dem Keller ab, um alle Schwachstellen richtig erkennen zu können. Das ist kein Hexenwerk und kann mit wenigen aber passenden Tools sogar richtig Spaß machen. Was du dafür brauchst und wie es geht, erfährst du hier:



Diese Teile brauchst du für die Reinigung

Bürsten-Set, Waschhandschuh, Putzeimer und Mikrofasertuch - damit bist du für die Bike-Wäsche ideal vorbereitet.Foto: Stefan FreyBürsten-Set, Waschhandschuh, Putzeimer und Mikrofasertuch - damit bist du für die Bike-Wäsche ideal vorbereitet.
  • Es muss nicht unbedingt der mobile Druckreiniger sein (Stihl Akku-Druckreiniger RCA 20 im Test), zum Fahrrad putzen reicht Wasser aus dem Gartenschlauch oder auch ein simpler Eimer und ein Schwamm
  • Am Mountainbike kommen die unterschiedlichsten Schmiermittel zum Einsatz. Bei der Bike-Wäsche können die Öle abgewaschen werden und gelangen so in die Umwelt. Such dir am besten einen Platz, der vor Umweltverschmutzung schützt – zum Beispiel einen Waschplatz mit Ölabscheidung. Zuhause kannst du dir auch aus einer alten Pappe einen Untergrund basteln, der das Öl aufsaugt. Verwende idealerweise nur umweltfreundliche Schmiermittel.
  • An sich reicht eine große Bürste mit weichen Borsten (z. B. Muc-Off Soft Washing Brush), um das Bike sauber zu bekommen. Für Engstellen empfehlen wir allerdings zusätzlich eine flexible Rundbürste (z. B. Dynamic Cone Brush). Außerdem eine kleine Bürste mit stabilen Borsten für den Antrieb. Ein Waschhandschuh wie der F100 DER Waschhandschuh muss natürlich nicht sein, er erleichtert die Arbeit aber enorm.
  • Zum Trockenreiben verwendest du am besten einen fusselfreien Lappen oder ein Mikrofasertuch.
  • Ein spezieller Fahrradreiniger ist nicht zwingend notwendig, allerdings löst er die fahrradspezifischen Verschmutzungen besser als beispielsweise ein normaler seifenhaltiger Reiniger. Übrigens: Fahrradreiniger müssen in Deutschland biologisch abbaubar sein, um überhaupt für den Verkauf zugelassen zu werden.

So funktioniert die Grundreinigung

Am besten spannt man das Bike in einen Montageständer oder eine Radhalterung, so lässt es sich am leichtesten arbeiten. Mechanikerhandschuhe schützen die Hände vor Schmutz und Schmiermittel. Zum Start spülst du grobe Verschmutzungen mit klarem Wasser ab und weichst das Bike somit ein.

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1. Antrieb einsprühen

Hier lauert der zäheste Schmutz. Sprühe alle Teile des Antriebs mit einem Bio-Kettenreiniger ein, dann kurz einwirken lassen. Von Kettenreinigungsgeräten raten wir ab, da diese die gesamte Schmierung aus der Kette entfernen. Warum starten wir mit dem Antrieb? Weil du ansonsten das saubere Bike wieder mit dem öligen Schmutz vollsaust.

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Los geht`s mit dem Antrieb. Am besten verwendet ihr hierfür einen Degreaser, der löst Öl und Fett besser als der normale Fahrradreiniger.Foto: Georg GrieshaberLos geht`s mit dem Antrieb. Am besten verwendet ihr hierfür einen Degreaser, der löst Öl und Fett besser als der normale Fahrradreiniger.

2. Antrieb reinigen

Mit einer kleinen Bürste mit harten Borsten werden Kette, Kassette, Kurbel und Schaltröllchen ordentlich geschrubbt. Eine Ritzelbürste kann helfen, Dreck zwischen den Ritzeln zu entfernen. Halte den Kettenreiniger möglichst von Lagern fern. Danach alles sauber mit Wasser abspülen.

Kleine Bürste, harte Borsten, große Wirkung. Für den Antrieb nie die Rahmenbürste verwenden!Foto: Georg GrieshaberKleine Bürste, harte Borsten, große Wirkung. Für den Antrieb nie die Rahmenbürste verwenden!

3. Einschäumen

Jetzt kannst du den Rest des Bikes erst kurz mit klarem Wasser abduschen, um den Schmutz etwas einzuweichen. Dann mit umweltschonendem Fahrradreiniger (12 Fahrradreiniger im Test) einsprühen. Bremse und Bremsscheiben werden davon in der Regel nicht angegriffen, also keine Panik vor dem Schaumbad. Auch hier den Reiniger wieder nach Herstellerangabe einwirken lassen. Die Schaumteppiche, die aus den mobilen Reinigern flubbern, haben zwar hohen Unterhaltungswert, verteilen aber unnötig Reiniger in der Gegend und sind eher für große Flächen, etwa am Pkw, geeignet.

Ist der Antrieb abgespült, könnt ihr das restliche Bike mit Fahrradreiniger shampoonieren.Foto: Georg GrieshaberIst der Antrieb abgespült, könnt ihr das restliche Bike mit Fahrradreiniger shampoonieren.

4. Schrubben

Eine Bürste mit langen, weichen Borsten entfernt schonend den Belag von Rahmen, Laufrädern und Federelementen. Benutze hierfür nie die Bürste des Antriebs! Versteckte Stellen wie Sattelunterseite, Gabelkrone oder die Unterseite der Sitz- und Kettenstreben nicht vergessen. Zwischendurch die Bürste auswaschen, um Schmutz nicht unnötig zu verteilen.

Nachdem der Reiniger eingewirkt ist, löst ihr den restlichen Schmutz mit einer großen Bürste mit langen, weichen Borsten.Foto: Georg GrieshaberNachdem der Reiniger eingewirkt ist, löst ihr den restlichen Schmutz mit einer großen Bürste mit langen, weichen Borsten.

5. Abduschen

Schmutz und Reinigungsmittel lassen sich nun leicht mit einem sanften Strahl abwaschen. Gehe immer von oben nach unten vor. Achtung: Kein harter Wasserstrahl auf die Lager!

Anschließend wird das Bike abgespült - natürlich von oben nach unten.Foto: Georg GrieshaberAnschließend wird das Bike abgespült - natürlich von oben nach unten.

6. Trockenreiben

Das Abtrocknen mit einem Mikrofasertuch lohnt sich nicht nur im Winter. Lege besonderen Wert auf saubere Gleitflächen und Dichtungen an den Federelementen. Achte aber darauf, dass sich kein Schmutz auf dem Tuch befindet, der die Laufflächen verkratzen könnte. Zum Schluss den Antrieb mit einem alten Lappen trockenreiben.

Damit`s keine Wasserflecken gibt, "ledert" ihr zumindest den Rahmen mit einem Mikrofasertuch ab.Foto: Georg GrieshaberDamit`s keine Wasserflecken gibt, "ledert" ihr zumindest den Rahmen mit einem Mikrofasertuch ab.

7. Nachschmieren

Der trockene Antrieb benötigt nun eine neue Schmierung, bestenfalls mit Bio-Kettenöl (hier haben wir 14 umweltfreundlichen Schmiermittel getestet). Schmierstoff immer nur auf die Röllchen der Kette auftragen. Bewegliche Teile und Gelenke mit etwas Öl beträufeln. Nach dem Einwirken solltest du überschüssiges Kettenöl abwischen, weil sonst unnötig viel Schmutz angezogen wird.

Die Kette nochmal durch ein fusselfreies Tuch ziehen und dann nachölen - aber bitte nur auf der Lauffläche der Kette.Foto: Georg GrieshaberDie Kette nochmal durch ein fusselfreies Tuch ziehen und dann nachölen - aber bitte nur auf der Lauffläche der Kette.

8. Versiegeln

Wenn du dein Bike abschließend mit einem Schutzwachs behandelst, erleichterst du dir die nächste Reinigung. Schmutz kann sich so nur schwer am Rad festsetzen. Um zu verhindern, dass Wachs auf Bremsscheiben und Beläge gelangt, kannst du das Spray auch auf einen Lappen auftragen und die entsprechenden Stellen einreiben. Wie genau die Rahmenpflege funktioniert und welche Mittel wir empfehlen können, liest du hier.

Wer`s ganz genau nimmt, kann den Rahmen noch mit einem Schutzspray behandeln. Damit bleibt Schmutz schlechter haften.Foto: Georg GrieshaberWer`s ganz genau nimmt, kann den Rahmen noch mit einem Schutzspray behandeln. Damit bleibt Schmutz schlechter haften.
Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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