Gravel Burn 2026Diese Stars treten beim zweiten Gravel Race in Südafrika an

Gitta Beimfohr

 · 01.10.2026

Karl Platt war bei der Erstausgabe des Gravel Burn auch dabei, vermisste aber wenigstens eine Federgabel für die harten Wellblechpisten.
Foto: Paul Ganse / Gravel Burn
Am 25. Oktober startet die zweite Ausgabe des Gravel Burn in Südafrika. Die Starterliste von 500 Teilnehmern ist bereits voll und liest sich wieder wie das Who’s Who der internationalen Road- und MTB-Race-Elite. 750 Kilometer durch die Karoo-Wüste, diesmal mit neuem Reglement.

Der zweimalige Olympia-Sieger Tom Pidcock geht in Südafrika tatsächlich wieder an den Start. Zwar hatte der Brite bereits letztes Jahr an der Premiere des Gravel-Etappenrennens teilgenommen, doch ließ er sich damals ohne erkennbaren Ehrgeiz im Mittelfeld treiben. Er sei nur zufällig in Südafrika, weil er hier mit seiner Verlobten gerade Urlaub mache.

Siegerprämie von insgesamt 150.000 Dollar

Auf die Frage, was ihm denn am besten an dem neuen Rennformat gefallen habe, antwortete Pidcock nach dem Rennen: “Das Leben im Camp - samt abendlichem Bierchen am Lagerfeuer.” Umso erstaunlicher, dass er 2026 wieder antritt. Ob erneut im Urlaubsmodus oder wegen der hohen Siegerprämie von insgesamt 150.000 Dollar wird die Konkurrenz wohl erst Vorort erfahren.

Tatsächlich könnte das Camp für die Profi-Elite wieder zu den größten Herausforderungen zählen, denn hier gilt auch für sie wieder das Selbstversorger-Prinzip: Ein technischer Support, die Zelte und die Verpflegung werden vom Veranstalter gestellt. Doch um ihre Taschen und das Waschen ihrer Klamotten müssen sich die Teilnehmer selbst kümmern - was bei den Regen-, Hagel- und Schlammkapriolen der Erstausgabe zu einer immer größeren Aufgabe wurde.

Das neue Reglement 2026

Starteten im letzten Jahr nur Einzelfahrer, wird es dieses Jahr - nach dem Prinzip von BIKE Transalp und Cape Epic - nun auch eine Team-Wertung geben. Bis zu vier Fahrer:Innen dürfen sich gemeinsam anmelden.

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Außerdem wird erstmalig eine Adaptive-Bike-Kategorie eingeführt. Eine eigene Klasse für Rollstuhlfahrer und Handbiker. Über einen solchen Start hatte auch Tarek Rasouli kürzlich nachgedacht, als er von seiner Transalp mit Danny MacAskill zurückkehrte. Nur wird es auch für ihn mit einer Anmeldung zu spät sein. Aus Sicherheitsgründen wurde die Startliste auf maximal 500 Teilnehmer beschränkt. Aber auch der Aufwand für den Veranstalter würde bei einem größeren Feld einfach zu groß. Immerhin muss auch bei der diesjährigen Route alle zwei Tage das komplette Camp ab- und im nächsten Etappenort wieder aufgestellt werden.

Wer es mit einem Startplatz noch versuchen möchte, kann sich auf die Warteliste setzen lassen. Oder die Profis auf ihrer Hatz durch die südafrikanische Karoo-Wüste lieber noch mal am Bildschirm verfolgen. Die Liste der Stars aus Roadbike-, Mountainbike-, Cross- und Gravelbike-Szene ist bereits lang:

Gravel Burn 2026 - die Startliste der Profi-Männer

  • ​Henrique Avancini – der zweifache Mountainbike-Marathon-Weltmeister aus Brasilien gibt sein Debüt beim Gravel Burn.
  • Lachlan Morton – der australische Publikumsliebling hat im vergangenen Jahr in 30 Tagen seinen Heimatkontinent umrundet (14.210 km)
  • Thomas Pidcock – wird der Doppel-Olympiasieger (MTB) und 9. der Tour de France 2026 diesmal angreifen oder lieber wieder Camp-Urlaub genießen?
  • Jakob Fuglsang Der 41-jährige Däne hatte seine Top-Karriere auf MTB und Rennrad bereits beendet, will es nun auf dem Gravelbike in der Karoo-Wüste aber noch mal wissen.
  • Simon Pellaud Der Schweizer Straßenprofi wurde im letzten Jahr Zweiter und sucht nach einer starken Saison nun die Revanche in Südafrika.
  • Andreas Seewald – Der Deutsche Mountainbiker hat seit ein paar Jahren ein Abo auf den Marathon-Weltmeister-Titel und wird sich im Duo mit Lukas Baum auch beim Gravel Burn an der Spitze festbeißen.
  • Matt Beers Der Lokalmatador konnte das Rennen letztes Jahr gewinnen und wird den Titel mit allem verteidigen wollen. Seine Ortskenntnisse sind natürlich ein großer Vorteil.
  • Kohei Yamamoto Die japanische Mountainbike-Legende ist inzwischen 41 Jahre alt und will auf dem Gravelbike nun noch mal alles aus sich rausholen.

Die Startliste der Profi-Frauen

26 Frauen aus dem Profiradsport haben sich zum Gravel Burn angemeldet. Das ist so schade wie erstaunlich, denn: Bei der Erstausgabe des Rennens waren noch 92 Frauen am Start und die Teilnehmerinnen erhalten beim Gravel Burn die gleiche Siegerprämie wie die Männer. Mit am Start stehen dieses Jahr aber dennoch internationale Hochkaräterinnen. Ein Auszug:

  • Alison Jackson (CAN) – Die charismatische Gewinnerin von Paris-Roubaix Femmes bringt enorme Sprint- und Klassiker-Stärke mit.
  • Ashleigh Moolman Pasio (RSA) – Südafrikas Radsport-Legende und eine der besten Bergfahrerinnen der Welt gehört zu den absoluten Top-Favoritinnen auf heimischem Boden.
  • Rosa Klöser (GER) – Die starke deutsche Top-Fahrerin mischt ganz vorne in der internationalen Gravel-Elite mit. Bei den letzten Europameisterschaften im Gravel konnte sie nur ein technischer Defekt vor dem Siegerpodest fernhalten.
  • Clara Koppenburg (GER) – Eine weitere extrem kletterstarke deutsche Straßenfahrerin, die in diesem Jahr ins Tudor-Gravel-Team gewechselt hat.
  • Lauren Stephens (USA) – Die erfahrene US-amerikanische Gravel-Meisterin wird nicht unvorbereitet ins Rennen gehen.
  • Hayley Preen & Cherise Willeit (RSA) – Starkes südafrikanisches Local-Duo, das das Wüsten-Terrain bestens kennen.
  • Weitere internationale Starterinnen: Haley Smith (CAN), Melisa Rollins (USA), Whitney Allison (USA), Ruth Astle (UK) und Jana Gigele (AUT).

Die Gravel Burn Route 2026

Ich prüfe die offizielle Strecke und Etappenangaben für 2026.Laut offiziellem Etappenplan führt das Gravel Burn 2026 vom 25. bis 31. Oktober in sieben Etappen von Graaff Reinet durch die Great Karoo bis ins Wildreservat Shamwari. Drei Etappen sind Rundkurse, sodass die Fahrer jeweils ein zweites Mal im selben Camp übernachten.

  • 1. Etappe, 25. Oktober: Graaff Reinet – Blaauwater. 90 Kilometer, 1.450 Höhenmeter. Gleich zum Auftakt geht es hinauf zum Conical Peak, bevor eine ruppige Abfahrt zum ersten Camp führt.
  • 2. Etappe, 26. Oktober: Blaauwater – Blaauwater. 111 Kilometer, 1.450 Höhenmeter. Der Rundkurs führt unter anderem durch das Sneeuberg-Naturreservat und über Nieu-Bethesda.
  • 3. Etappe, 27. Oktober: Blaauwater – Merino. 137 Kilometer, 1.550 Höhenmeter. Die längste Etappe führt über den Wapadsberg-Pass und endet nach dem Anstieg zum Swaershoek-Pass.
  • 4. Etappe, 28. Oktober: Merino – Merino. 61 Kilometer, 550 Höhenmeter. Der kurze Rundkurs dürfte Gelegenheit für ein schnelleres, taktisches Rennen bieten.
  • 5. Etappe, 29. Oktober: Merino – Gwanishi. 128 Kilometer, 1.050 Höhenmeter. Auf Schotterstraßen und Farmwegen geht es weiter durch die abgelegene Karoo.
  • 6. Etappe, 30. Oktober: Gwanishi – Shamwari. 76 Rennkilometer, 700 Höhenmeter. Danach folgt eine 33 Kilometer lange, nicht gewertete Verbindungsetappe ins Wildreservat.
  • 7. Etappe, 31. Oktober: Shamwari – Shamwari. 82 Kilometer, 1.250 Höhenmeter. Das Finale ist ein Rundkurs durch das Reservat, in dem auch Elefanten, Nashörner und Löwen leben. (gravel-burn.com)

Infos: gravel-burn.com

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Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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