Thule WideskyNeues Hartschalen-Dachzelt mit Sofa-Funktion

Stefan Frey

 · 13.04.2026

Thule nimmt mit dem Widesky ein neues Hartschalen-Dachzelt ins Programm.
Foto: Thule
Wer sagt eigentlich, dass man im Dachzelt nur schlafen kann? Thule denkt das Thema Overlanding neu und macht das Autodach mit dem „Widesky“ zum mobilen Wohnzimmer. Die Schweden bringen eine Aluminium-Hartschale auf den Markt, die nicht nur aerodynamisch punktet, sondern mit einem integrierten Sofa-Modus die Messlatte für Komfort im Basecamp ordentlich nach oben schraubt.


Für viele Mountainbiker ist das Auto die Eintrittskarte zu den besten Trails der Alpen. Doch nach einem langen Tag im Sattel ist das hantieren mit herkömmlichen Zelten oft die letzte Disziplin, auf die man Lust hat. Hier schlägt die Stunde der Dachzelte: Schnallen auf, ein kleiner Stoß, und die Gasdruckfedern erledigen den Rest. Thule geht beim neuen Widesky aber noch einen Schritt weiter und löst das Problem der mangelnden Kopffreiheit, das viele Dachzelte mit Keil-Konstruktionen plagt.

Vom Schlafsack direkt aufs Sofa

Das Highlight des Widesky versteckt sich im Innenraum. Während man in vielen Zelten nur flach liegen oder geduckt hocken kann, bietet das Widesky im vorderen Bereich eine beachtliche Höhe. Der Clou: Die Matratze lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine Rückenlehne verwandeln. So wird aus der Liegefläche ein gemütliches Sofa.

Gepaart mit den riesigen Panorama-Öffnungen und der integrierten, dimmbaren LED-Beleuchtung wird das Zelt zum perfekten Rückzugsort, um den Trail-Tag bei einem Kaltgetränk Revue passieren zu lassen – selbst wenn es draußen mal ungemütlich schüttet.

Schlank auf der Straße, robust im Camp

Trotz der massiven Aluminiumschale und der stabilen Wabenbodenplatte wiegt das Widesky unter 68 Kilogramm. Das ist im Vergleich zur Konkurrenz eine echte Ansage und macht das Zelt auch für normale Pkw und kleinere SUVs interessant, bei denen die Dachlast oft der limitierende Faktor ist. Mit einer geschlossenen Höhe von gerade einmal 20 cm bleibt das Auto zudem halbwegs windschnittig, was sich positiv auf den Spritverbrauch (oder die Reichweite beim E-Auto) auswirkt.

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Das Thule Widesky im Check:

  • Sekundenschnelles-Setup: Gasunterstütztes Öffnen – Schnallen lösen und entspannen
  • Wohnzimmer-Feeling: Wandelbare Matratze mit integrierter Sofa-Funktion
  • Raumwunder: Viel Kopffreiheit im vorderen Bereich (124 cm Höhe) für aufrechtes Sitzen
  • Leichtgewicht: Unter 68 kg Gesamtgewicht bei nur 20 cm Packhöhe
  • Details: Dimmbare LED-Leuchten, isolierte Filzdecke und Taschen-Organizer
  • Material: Robuste Alu-Schale und Textilien aus recycelten Materialien
  • Preis: 3.599,95 Euro

Was macht die Konkurrenz? Ähnliche Systeme am Markt

Der Markt für Hartschalen-Dachzelte boomt. Wer das Widesky vergleichen möchte, sollte einen Blick auf diese Alternativen werfen:

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  • Alu-Cab Generation 3-R: Der „Goldstandard“ aus Südafrika. Extrem robust und für Expeditionen gebaut, allerdings deutlich schwerer (ca. 80 kg) und rustikaler im Innenraum als das Thule-Modell.
  • Autohome Maggiolina: Der Klassiker unter den Hartschalen. Hier fährt die Schale meist parallel nach oben (Scherensystem). Es bietet viel Platz, verzichtet aber oft auf das „Panorama-Feeling“ und den Sofa-Modus des Widesky.
  • Roof Lodge Evolution (Nakatanenga): Eine sehr hochwertige Keil-Hartschale, die ebenfalls auf Aluminium setzt. Sie ist funktional top, liegt preislich aber oft in einem ähnlichen Segment und bietet weniger Fokus auf den „Wohnraum-Aspekt“.
  • Vickywood Cumaru: Eine flache Aluminium-Hartschale mit integrierten Dachträgern auf dem Deckel (für noch mehr Gear). Sie ist sehr beliebt bei Bikern, erreicht aber nicht ganz die clevere Innenraum-Ergonomie von Thule.

Das sagt die Redaktion

Viele Trailcenter und Bikeparks bieten heute die Möglichkeit, direkt vor Ort auf dem Parkplatz oder auf ausgewiesenen Campingflächen zu übernachten. Doch nicht jeder kann oder möchte sich den Luxus eines Camping-Mobils leisten. Da ist ein Dachzelt eine ideale Alternative, mit gleich mehreren Vorteilen: Es lässt sich im Vergleich zum klassischen Zelt maximal schnell aufbauen, spart Stauraum im Auto für das umfangreiche Bike-Equipment und nimmt weniger Raum auf dem Stellplatz ein. Die integrierten Matratzen bieten in der Regel mehr Komfort als eine klassische Isomatte fürs Zelt, und wer schon einmal in einem Dachzelt übernachtet hat, weiß: Es ist ein Feeling, als würde man im Baumhaus schlafen.

Mit der neuen Sofa-Funktion des Widesky schafft Thule einen echten Wohlfühlort zum Entspannen nach einem anstrengenden Tag auf den Trails. Robuste Materialien und der schnelle Aufbau sind ebenfalls ein Plus. Der Preis ist Thule-typisch eher am oberen Ende der Skala angesiedelt.

Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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