Alpen - PassstraßenTour-de-France-Pass autofrei - die heiligen 21 Kehren von Alpe d’Huez

Gitta Beimfohr

 · 01.07.2026

Während der Tour de France gleicht der Anstieg nach Alpe d' Huez einem Hexenkessel.
Foto: Getty Images/Michel Cottin
Die heiligen 21 Kehren zur Alpe d’Huez flog ein gewisser Marco Pantani 1995 in nur 36:50 Minuten hoch. An einem der autofreien Tage im Sommer darf man sich ​für die 14 Kilometer und 1130 Höhenmeter des legendären Tour-de-France-Passes bis zu drei Stunden Zeit lassen.

​Mont Ventoux, Col du Galibier, Col du Tourmalet und Alpe d’Huez - das sind die vier heiligen Berge der Tour de France. Während der Fernseh-Übertragung sieht man von diesen berühmten Asphaltbändern meist nicht viel, weil sich am Straßenrand die Zuschauer im Spalier drängen und den Rennfahrern kaum noch einen Spalt zum Kurbeln lassen.

Dazu Wohnmobile, Pyrotechnik, Alkohol, Gesänge und Gedränge. Wer also die heiligen 21 Kehren von Alpe d’Huez, die jeweils einem Etappensieger gewidmet sind, ganz in Ruhe inhalieren will, sollte sich einen der sieben, für den Auto- und Motorrad-Verkehr gesperrten Tage im Sommer aussuchen.

Die Anfangsrampe ist brutal

Vom 7. Juli bis zum 25. August wird die 14,4 Kilometer lange Südrampe von Le Bourg-d'Oisans nach Alpe d’Huez hinauf fast jeden Dienstag für drei Stunden gesperrt. So kann man sich schon in den bis zu 13 prozentigen Anfangsrampen ohne Abgase und Überholmanöver auf seinen Puls konzentrieren.

Danach klettern die Serpentinen mit durchschnittlich 8 Prozent etwas flacher den Hang hinauf und es stellt sich so etwas wie Uphill-Flow ein. Auf halber Höhe passiert man Huez, rollt durch die berühmte Holländerkurve (Nummer 7) und wird bald stumm angefeuert von den Graffiti entlang der Straßenwände und von den auf den Asphalt gepinselten Namen, die unter den Reifen durchflimmern.

Wahrscheinlich wird man auch an diesen Tagen nicht allein in den Kehren unterwegs sein und von Strava-Rekordjägern überholt werden. Aber eben auch mit entspannten Hobbyfahrern ins Gespräch kommen, die mittlerweile aus aller Welt anreisen, um diesen berühmten Anstieg einmal im Leben selbst zu bezwingen. Und wenn man schon mal da ist, kann man sich die nahgelegenen Pässe Col de la Croix de Fer, Col de Sarenne, Col du Lautaret, Col du Galibier und Col du Glandon auch gleich noch vorknöpfen.

Das sind die autofreien Passtage von Alpe d’Huez

  • ​​​​​Termine: dienstags, 7.7./ 14.7./ 21.7./28.7./4.8./18.8./25.8. jeweils von 9-11 Uhr
  • Startpunkt: Le Bourg-d’Oisans
  • Info: de.routedesgrandesalpes.com/grands-cols/alpe-huez

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Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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