Autofreie Passstraßen 2026Col du Galibier - aufs “Dach der Tour de France”

Gitta Beimfohr

 · 15.06.2026

Das große Passstraßenfest für Radfahrer am Col du Galibier startet wieder am 29.6.26 (Südauffahrt)
Foto: David Pintens
Er war 1911 der erste Alpenpass der Tour de France und lange Zeit auch der höchste. Bis heute umweht den Col du Galibier (2642 m) ein Zauber, den man sich als Radfahrer einmal im Leben in die Beine pumpen sollte. Am 29. Juni sind seine Prozent-Schleifen für den motorisierten Verkehr gesperrt!

An drei Tagen werden die Rampen auf den berühmten Col du Galibier dieses Jahr für Autos und Motorräder gesperrt. Radfahrer können in seinen Asphaltkehren von 9 - 12 Uhr dann richtig Gas geben. Wer es kaum erwarten kann, nimmt gleich den 29. Juni in Angriff, wobei an diesem Montag nur die Südrampe geöffnet sein wird.

Allein wird man an dem Tag allerdings nicht am Startpunkt Col du Lautaret stehen, denn dafür warten bereits zu viele Tour de France-Fans auf diesen Tag. Immerhin war der Col du Galibier der erste Alpenpass, den Henri Desgrange im Jahr 1911 in die Tour de France eingebaut hat. Bis dahin waren die höchsten Gipfel der Tour de France in den Pyrenäen und in den Vogesen zu knacken. Bis 1937 übernahm nun der Col du Galibier mit seinen 2643 Metern Höhe den Titel “Dach der Tour de France”, bevor er ein Jahr später vom Col de l’Iseran (2770 m) abgelöst wurde.

Col du Galibier - Königsetappe am 25. Juli

Auch dieses Jahr ist der Galibier wieder Teil der großen Tour, und zwar auf der Königsetappe am 25. Juli 2026. Wer sich das große Spektakel aus nächster Nähe ansehen will, sollte sich am 25. Juli bereits früh morgens einen Zuschauerplatz am Asphaltrand gesichert haben. Dieser Termin lässt sich auch hervorragend mit einem der für den Autoverkehr gesperrten Radfahrertage verbinden:

  • 29. Juni: nur die Südrampe von 9 - 12 Uhr
  • 16. Juli: Süd- und Nord-Auffahrt von 9 - 12 Uhr
  • 4. August: Süd- und Nord-Auffahrt von 9 - 12 Uhr

Kult: Die Nordauffahrt von 1911

Die wahre Auffahrt ist natürlich die von Norden, weil das die Strecke ist, die auch Tour-de-France-Gründer Henri Desgrange im Jahr 1911 als erste Alpenetappe ausgewählt hat. Sie startet in Valloire und gibt sich zu Beginn noch angenehm kurbelbar Richtung Col du Galibier. Doch dort, wo die Straße in Serpentinen in die Felswände drapiert werden musste, verschärfen sich die Steigungsprozente. Vier Kilometer lang muss man hier bei durchschnittlich 8,5 Prozent und dünner werdender Luft richtig beißen, bevor die Zielgerade Richtung Passhöhe stiert und sich bei klarem Wetter der Blick auf den Mont Blanc, das Écrins-Massiv und den Meije-Gletscher öffnet.

  • Start: Valloire
  • Strecke: 18,2 Kilometer
  • Bergauf: 1239 Höhenmeter
  • Durchschnittliche Steigung: 7 Prozent
  • Maximale Steigung: 9,5 Prozent (1 km)

Kürzer: Die Süd-Auffahrt des Galibier

​Der fünfthöchste durchgehend asphaltierte Straßenpass in den Alpen hat auch eine deutlich kürzere Südseite. Die Auffahrt startet am Col du Lautaret (2057 m) und schraubt sich dann nur noch 8,6 Kilometer zum Galibier hinauf. Hier lauern durchschnittlich 7 Prozent Steigung, aber speziell auf dem letzten Kilometer - dort wo womöglich der Wind über den Asphalt bläst - stellen sich am Ende auch 9,5 Prozent-Rampen in den Weg. Und: Ehrensache, dass man mit dem Rad zum Startpunkt kurbelt. Also kommen noch mal knapp 20 Kilometer von Briancon zum Col du Lautaret hinauf dazu.

  • Start: Col du Lautaret (oder Briancon)
  • Strecke: 8,6 Kilometer
  • Bergauf: 585 Höhenmeter
  • Durchschnittliche Steigung: 7 Prozent
  • Maximale Steigung: 9,5 Kilometer

Gedenkstein zu Ehren Henri Desgranges

Nicht verpassen: den Gedenkstein für Tour de France-Gründer Henri Desgrange am Südportal des Scheiteltunnels oben am Galibier-Pass. Ihm zu Ehren wird übrigens bei jeder Tour de France zusätzlich zur normalen Bergwertung das ”Souvenir Henri Desgrange” ausgefahren: Der Fahrer, der den höchsten Pass der Tour de France (muss nicht der Galibier sein) als Erster erreicht, erhält eine Sonderprämie von 5000 Euro.

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Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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