The Mountain Race 2027Hart, härter, brutal - die Bewerbung läuft

Gitta Beimfohr

 · 25.10.2026

The Mountain Race 2027: Hart, härter, brutal - die Bewerbung läuftFoto: Delius Klasing
Mit Wüste und Hitze hatten die Ultra-Racer im marokkanischen Atlas gerechnet. Mit Regen, Schnee und Sturm dagegen weniger.

​Marokko, Griechenland, Kirgistan und Türkei - die Rennrouten der unsupported Mountain-Race-Serie führen durch wildeste Gebirge und ihre Teilnehmer müssen komplett ohne Hilfe klarkommen. Das Atlas-Rennen ist bereits ausgebucht, für Griechenland läuft die Bewerbungsfrist noch bis zum 31. Oktober.

Es ist wohl härteste Rennserie, die man sich als Mountainbiker antun kann. Wer jetzt denkt “Ah, klingt gut, die BIKE Transalp habe ich ja auch geschafft.”: Nein. Diese beiden Formate sind nicht im Ansatz miteinander vergleichbar. Bei den Ultra Mountain Races gibt es keine Verpflegungsstationen, Massagebänke, Technik-Supports, Taschenservice und erholsamen Schlaf in warmen Hotelbetten. Selfsupported bedeutet: Hier hat jeder Teilnehmer Schlafsack, Zelt, Rettungsdecke, Werkzeug und Verpflegung selbst dabei. Jede Hilfe von außen, auch untereinander, ist untersagt und führt zur Disqualifikation.

Dazu kommt, dass diese Rennen nicht in den belebten Alpen stattfinden, wo man jederzeit auf Dörfer, Hütten und Hotels trifft. Hier geht es durch die einsamsten und unerschlossensten Bergkulissen, die man als Renndirektor aufspüren kann. Zwar gibt es auch im Taurus- oder Atlasgebirge kleine Orte, doch dazwischen können schon mal 100 Kilometer Durststrecke liegen und auf Touristen ist man dort kaum eingestellt. In Dorfläden gibt es nur die nötigsten Dinge zu kaufen. Manchmal wartet auch ein Restaurant oder eine Schlafmöglichkeit mit Dusche. Wenn die aber von den anderen Teilnehmern bereits belegt sind, heißt es draußen schlafen oder weiterfahren.

Die Endgegner: Schlafmangel und Wetter

Und genau das ist der härteste Part dieser Rennen: der Schlafmangel. Die Stoppuhr läuft von Start bis Ziel durch. Wer schläft, wird von anderen Teilnehmern überholt. Wer nicht schläft - weil es die Umstände einfach nicht zulassen - fährt sich in ein akutes Schlafdefizit mit Konzentrationsstörungen, Schwindel, Magenproblemen und allgemeiner körperlicher Schwäche. Mal abgesehen davon, dass man bei absoluter Dunkelheit trotz Lampe auch nur die Hälfte sieht.

Der Endgegner in diesem Jahr aber war das Wetter. So startete das Atlas Mountain Race im strömenden Regen, führte über vereiste Passstraßen und musste wegen Sturm umverlegt werden. Am Ende kam nicht mal die Hälfte der 270 Teilnehmer ins Ziel.

Das erstmalig ausgetragene Taurus Mountain Race in der Türkei startete ebenfalls im Starkregen. Die Teilnehmer wühlten sich tagelang durch Regen und Peanutbutter-Schlamm, bis das Rennen am vierten Tag wegen massiver Gewitterstürme und Hangrutschungen auf knapp 3000 Meter Höhe abgebrochen werden musste.

Wie hart sich so ein Rennen anfühlt, hat wohl am eindrucksvollsten Outdoor-Experte und Youtuber Fritz Meineke in einem zweistündigen Video festgehalten. Seine Erfahrungen beim Atlas Mountain Race 2026 - sehr spannend und empfehlenswert:

Immer noch interessiert an einem Startplatz?

Dann heißt es für die ersten Rennen 2027 wirklich schnell sein. Mittlerweile melden sich nicht nur Bikepacking- und Ultra-Race-Erfahrene, sondern auch ehemalige Tour-de-France- und Worldcup-Fahrer für diese Rennen an. Die Vergabe der Startplätze läuft über frühzeitige Bewerbungsverfahren:

1. Marokko: Atlas Mountain Race vom 13.-20. März 2027

1331 km / 24.688 hm

Bewerbungszeit bereits abgelaufen. 25% der Startplätze werden derzeit aber noch für Frauen freigehalten.

2. Griechenland: Hellenic Mountain Race vom 22.-29. Mai 2027

922 km / 27.831 hm

Bewerbung noch bis 31. Oktober möglich.

3. Kirgistan: Silk Road Mountain Race

1900 km / 30.000 hm

Renntermin und Bewerbungsfrist stehen noch nicht fest

4. Türkei: Taurus Mountain Race vom 14.-24. Oktober 2027

1440 km / 36.000 hm

Die Bewerbungsfrist steht noch nicht fest.

Alle Infos zu Preisen, Ausrüstung und Bewerbungsverfahren gibt es über themountainraces.cc

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Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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