Gitta Beimfohr
· 17.10.2026
Samstagmittag: Wie schwierig es ist, 200 Racer im Griff zu behalten, zeigte der Moment des Abbruchs. Einige Rider, darunter die Deutsche Marei Molnhauer auf Platz 12 des Gesamtklassements befand sich zum Zeitpunkt der Absage gerade auf einer Schlammpassage bei Km 747, auf 2900 Metern Höhe und hatte keinen Empfang. Sie erfuhr erst später von der "Unterbrechung" des Rennens, die zwei Stunden später in den kompletten Abbruch umgewandelt wurde.
Andere Rider wurden an CP2 aufgehalten und wunderten sich über die Unterbrechung. Zumal zu dem Zeitpunkt der Himmel zum ersten Mal aufriss und die Sonne durch die Wolken blitzte. Laut Wettervorhersage sollte der Regen nun nachlassen. Für Sonntag waren sogar wieder sommerliche Temperaturen angesagt.
Die beiden Führenden, Justinas Levelka und Benedek Borsos, traf die finale Absage bei KM 885. Die beiden hatten sich die Nacht über ein einsames Rennen an der Spitze geliefert und ein Gap zum Dritten von 60 km herausgefahren und standen in Pozanti etwa 100 Kilometer vor dem letzten selektiven Anstieg zum höchsten Punkt der Route: von 750 auf über 3225 Meter Höhe. Der letzte Teilnehmer hatte da gerade Km 232 erreicht.
Das Problem für den Veranstalter war offensichtlich dieses Gap zwischen den Führenden und den Letzten. Wie soll man unter diesen Bedingungen, in welchen auch die Service- und Notfallfahrzeuge im Schlamm stecken bleiben, auf einer Distanz von 500 Kilometern für Sicherheit sorgen? Zumal die Racer ab einer bestimmten Höhe ohne Empfang und damit ohne Notruf-Möglichkeit unterwegs sind.
Dorthin waren zum Zeitpunkt des Abbruchs gerade die Führenden unterwegs, noch 100 Kilometer, dann wären sie womöglich vom Radar der Sicherheitsleute verschwunden. Ausgerechnet dort, wo die längsten Offroad- und Schlammpassagen gelauert hätten.
Und wer die Instagram-Bilder der Teilnehmer gesehen hat: Völlig verschlammte Bikes. Alle 200 Meter mussten vor allem die Reifen von Peanutbutter-Schlamm befreit werden, weil sie nicht mehr durch die Gabel passten. Viele Racer hatten sich dafür bereits einen Stock an den Lenker geklemmt. Bedingungen also, die auch jeden Bremsbelag in nullkommanichts aufreiben. So wäre jede lange Abfahrt zur potenziellen Gefahr geworden. Zumal Ultraracer ja nicht zu stoppen sind und auch ohne Schlaf die ganze Nacht durchfahren.
Insofern war der Abbruch aus Sicherheitsgründen sicher eine gute Entscheidung. Alle anderen Racer dürfen noch bis zum Checkpoint 2 bei Km 732 weiterfahren, wenn sie wollen. Ob das Rennen an diesem Punkt final gewertet wird, wird noch bekanntgegeben.
Bilder von dieser epischen Schlammschlacht gibt’s auf Instagram. Und so schön sah das Taurusgebirge noch beim Scouting der Route aus

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