Wann ist ein Trail gut, wann schlecht? Geschmäcker sind schließlich verschieden. Richtig – doch manche Trails haben alle Zutaten, um möglichst viele Biker glücklich zu machen. Genau wie diese sechs.
0,6 km I 160 hm I Schwierigkeit: schwer I bevorzugtes Bike: All-Mountain, Enduro
Der Trail startet harmlos: ein schmales Erdband im moosigen Wald. Doch die ersten Meter täuschen. Schon bald ist der Untergrund von Felsbrocken übersät, Wurzelbänder ziehen sich über den Trail, dazu kommen hakelige Kurven mit Stufen und Absätzen. Wer hier flüssig ins Tal surfen will, braucht Fahrkönnen, kräftige Arme und ordentlich Federweg. Und warum schafft es dieser Trail trotzdem in unsere Top 20 in Deutschland? Weil Kollege Max meinte: „Nimm den rein – der ist geil!“
2,5 km I 300 hm I Schwierigkeit: leicht bis mittel I bevorzugtes Bike: All-Mountain
Der Kalmit-Trail in der Pfalz ist nahezu das ganze Jahr über befahrbar. Er beginnt schnell und eher breit, doch die Steinfelder verlangen ein gutes Auge für die Ideallinie. Später führt der Trail durch eine enge Straßenunterführung – hier beginnt der richtige Spaß. Locals haben Erdanlieger, Doubles, Drops und sogar einen Step Up angelegt. Anschließend wird der Trail schmal und schlängelt sich durch eine kleine Schlucht, bevor er an einer Teerstraße endet.
1,3 km I 130 hm I Schwierigkeit: mittel | bevorzugtes Bike: Trailbike
Wer immer noch daran zweifelt, dass der Alpenverein Trails bauen kann, der sollte sich die Hahnenkamm-Trails der DAV-Sektion Aschaffenburg mal aus der Nähe ansehen. Auf dem zehn Kilometer langen und über 400 Meter hohen Bergkamm bei Alzenau wurden acht Trails unterschiedlichster Kategorien angelegt. Der vielleicht gefeiertste ist die sprunglastige Domina-Line über dem Ort Michelbach: Hips und kleine Doubles führen in einen Mega-Drop mit Landung in der Steilkehre. Danach folgen viele schöne, teils eng gezogene Turns.
7,1 km I 550 hm I Schwierigkeit: leicht | bevorzugtes Bike: Enduro
Der Steinwald-Classic ist nur ein appetitlicher Vorgeschmack auf einen 30 Kilometer langen Loop voller Naturspaß. Los geht’s am Marktredwitzer Haus – erst einmal heißt es 160 Höhenmeter hochkurbeln, bevor die Belohnung winkt: eine satte Sieben-Kilometer-Abfahrt. Der Natur-Trail schlängelt sich über feinsten, griffigen Nadelboden, auf dem man das Gas stehen lassen kann und nicht ständig die Bremsfinger quälen muss. Gebaute Stunts sucht man hier vergeblich, dafür serviert der Trail eine bunte Palette natürlicher Herausforderungen: Geländekanten, Erdwälle, Steilabfahrten und knifflige Wurzelfelder. Als Sahnehäubchen tauchen immer wieder imposante Granitfelsen zwischen den Bäumen auf – echte Naturkunstwerke, die dem Trail seinen unverwechselbaren Charakter verleihen.
3,8 km I 380 hm I Schwierigkeit: mittel | bevorzugtes Bike: Enduro
Der Emser Trail liegt nur etwa 20 Autominuten von Koblenz entfernt. Es gibt eine Strecke mit ordentlich Länge, auf der sich einem Tables, zahlreiche Holzelemente, Drops und Gaps in den Weg stellen. Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Charakter: Manche strotzen nur so vor gebauten Obstacles, andere sind naturbelassen, wild und bieten mehr Anlieger. Alle Hindernisse können umfahren werden. Am unteren Ende warten Skinnys.
0,2 km I 35-50 hm I Schwierigkeit: mittel | bevorzugtes Bike: Trailbike
Hier im Norden sind die Trails zwar kurz und sie bieten nur wenig Höhenmeter. Wir sagen dennoch: Nicht täuschen lassen. Es gibt einige Trailperlen – wie den „Barcadi-Rumble“ – mal knifflig, mal herausfordernd, oft mit liebevollen Details. Die Hügel sind im Nu erklommen, und hier und da warten sogar kleine Stunts darauf, ausprobiert zu werden. Tipp: Einfach mal die Locals fragen. Wer im hohen Norden biken will, findet hier definitiv sein Glück.

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