Doping-Urteil gegen Bikerin Helen Grobert

Doping: Helen Grobert für vier Jahre gesperrt

  • Stefan Loibl
  • Max Fuchs
 • Publiziert vor einem Jahr

Seit 2018 sind wir an dem Dopingfall im deutschen MTB-Sport dran. Nun endlich wurde das Urteil gesprochen: Helen Grobert ist für den Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen für vier Jahre gesperrt.

Kaum zu glauben. Vor mehr als zwei Jahren war Helen Grobert – damals 26 Jahre alt und für das Team Cannondale Factory Racing fahrend – als Profi-Mountainbikerin am Höhepunkt ihrer Karriere angelangt: Beim Worldcup-Auftakt in Südafrika am 10. März 2018 landete Grobert auf Rang vier – ihr bislang bestes Worldcup-Ergebnis. Die neue Hoffnung für den deutschen Mountainbike-Sport entpuppte sich jedoch bald als Sorgenkind. Acht Tage später verschwand sie mit den Worten "Last ride done" und einem Instagram-Foto vom Radar. Funkstille. Am 12. Juni 2018 verabschiedete sich die Deutsche Meisterin aus der Öffentlichkeit. Gesundheitliche Probleme seien der Grund, hieß es damals .

Der vierte Platz von Helen Grobert beim Worldcup in Stellenbosch 2018 wurde annulliert.

Schon zuvor stand ein potenzieller Doping-Fall als Grund für den plötzlichen Rückzug zur Debatte. Doch das waren nur Spekulationen ohne Hand und Fuß. Kommentare seitens der Sponsoren, Familie oder Grobert selbst – vergebens. Doch mit der Zeit spitzte sich die Beweislage zu. BIKE berichtete am 2. August 2018, dass der BDR einen deutschen Dopingfall bei Mountainbikern bestätigt hatte . Später wurde uns von der NADA und der Staatsanwaltschaft Freiburg bestätigt, dass es „ eine positive Dopingprobe eines/er BDR-MTB-Athleten/Athletin gibt “. Heute, am 8. April 2020, gibt die NADA nun endlich das Urteil von vier Jahren Sperre wegen Testosteron bekannt. Und veröffentlicht auch erstmals Groberts Namen, der uns vom BDR, der NADA oder der Staatsanwaltschaft vorher nie bestätigt wurde. Die Urinprobe vom 15. November 2017 enthielt Spuren der verbotenen Substanz Testosteron.

Die Urinprobe von Helen Groberts positivem Dopingtest stammt vom 15. November 2017, erst jetzt wurde die Vier-Jahres-Sperre durch die NADA öffentlich.

Doping-Sperre bis März 2022

Mit dem Schiedsspruch vom 31. März 2020 folgt das Sportschiedsgericht dem Antrag der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), Helen Grobert für vier Jahre zu sperren. Die Sperre wurde rückwirkend zum 24. März 2018 verhängt und gilt bis zum 23. März 2022. Dem Urteil zur Folge wurden alle Wettkampf-Ergebnisse ab dem Tag der positiven Dopingkontrolle am 15. November 2017, bis zum 24. März 2018 annulliert – damit auch der vierte Rang beim Worldcup in Stellenbosch. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Letzte Instanz ist der internationale Sportgerichtshof CAS.

Wie geht es weiter?

Bleibt noch die Frage offen, was aus den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Freiburg wird. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Dopingstraftaten hatte BIKE gegenüber im März 2019 folgendes bestätigt : „Zudem besteht der Verdacht, dass die Athletin sich in den Jahren 2016 bis 2018 bei ärztlichen Behandlungen im Ausland mehrfach Infusionen hat verabreichen lassen. Schlussendlich besteht nach bisherigen Erkenntnissen der Verdacht, dass sie bei sich verbotene Dopingmethoden (Ozon-Therapien) habe anwenden lassen.“ Unsere letzte Info dazu war, dass das Strafverfahren auf unbestimmte Zeit ausgesetzt ist, da die Angeklagte derzeit nicht verhandlungsfähig ist.

Eine weitere Anschuldigung, die uns die Staatsanwaltschaft Freiburg im März 2019 bestätigte: Blutdoping.

Themen: BDRDopingHelen GrobertNADARechtUrteil


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