Santa Cruz Bronson Santa Cruz Bronson

Santa Cruz 2019: Enduro/All Mountain Bronson, Trailbike 5010

Santa Cruz Bronson & 5010: Neues für Trail bis Enduro

Peter Nilges am 03.07.2018

Mit dem neuen Bronson und dem 5010 stellen die Kalifornier bereits ihre vierte Neuentwicklung in diesem Jahr vor. BIKE konnte das Trailbike 5010 und das Enduro/All Mountain Bronson bereits fahren.

Santa Cruz Bicycles 5010

Das neue 5010 rollt auf 27,5-Zöllern und bietet 130 Millimeter Federweg. In Größe L wiegt es 12,6 Kilo ohne Pedale.

Test Santa Cruz 5010 2019

Durch die 27,5er-Laufräder ist das Santa Cruz 5010 ein sehr verspieltes Trailbike. Kein Wunder, warum auch Danny McAskill meistens zum 5010 greift.

Mit der bereits vierten Neuentwicklung in diesem Jahr gibt die kalifornische Schmiede Santa Cruz Bicycles momentan richtig Gas. Neben den beiden Cross-Country-Bikes Blur und Highball, die bereits im März gezeigt wurden, schließen sich jetzt ein neues 5010 mit 130 Millimetern und ein neues Bronson mit 160/150 Millimetern an. Durch das (noch) fehlende E-MTB in der Produktpalette scheinen die Ingenieure bei Santa Cruz über genügend Men-Power zu verfügen, in der klassischen Produktpalette Mountainbikes zu entwickeln und so die aktuelle Marktführerschaft im hochpreisigen Segement in den USA zu festigen. 

Santa Cruz 5010 Flipchip

Mehr Schein als sein: Der Flipchip bewirkt nur eine extrem geringe Veränderung des Lenkwinkels von 66,2 auf 66,5 Grad. 

5010: verspielt und schnell

Das Santa Cruz 5010 kommt wie gehabt mit 27,5-Zoll-Laufrädern und verfügt über 130 Millimeter Federweg an Gabel und Heck. Die Geometrie wurde jedoch angepasst, wodurch der Reach um 15 Millimeter länger, der Lenkwinkel etwas flacher und der Sitzwinkel steiler geworden sind. Für mehr Flexibilität und Anpassbarkeit an die eigenene Vorlieben lässt sich die Geometrie per Flipchip an der hinteren Dämpferaufnahme nun schnell und einfach verstellen. Die Änderung von 0,3 Grad beim Lenkwinkel und nur vier Millimeter in der Tretlagerhöhe fällt allerdings äußerst gering aus und ist in erster Linie dazu gedacht, das Bike an unterschiedliche Reifenbreiten anzupassen. Der Hinterbau kann nämlich Reifen bis 2,8 Zoll Breite aufnehmen. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde das hintere Rahmendreieck symetrisch konstruiert, was mehr Steifigkeit bringen soll. Die Preise reichen von 3199 bis 9699 Euro.

Santa Cruz 5010 Leitungen

Santa Cruz verzichtet bei den neuen Modellen auf die Gummiabdeckung an den Leitungsausgängen. Die Leitungen verlaufen intern klapperfrei in Kanälen. 

Wie fährt sich das Santa Cruz 5010?

Durch die 27,5er-Laufräder und die nur 425 Millimeter kurzen Kettenstreben fährt sich das neue 5010 maximal verspielt. Zudem verfügt das Fahrwerk über viel Pop, wodurch man aktiv abspringen und sehr gut mit dem Gelände spielen kann. Der steilere Sitzwinkel sorgt auch in steilen Kletterpassagen für viel Last auf dem Vorderrad, dafür fällt die Sitzposition allerdings trotz gewachsenem Reach recht kompakt aus. Das Fahrwerk arbeitet sportlich straff und bietet jederzeit genügend Reserven gegen Durchschläge. Im Wiegetritt pumpt der Hinterbau nur minimal.

Test Santa Cruz 5010 First Ride

Das Santa Cruz 5010 ist vortiebsorientiert und hängt bergauf spürbar besser am Gas als das Bronson. Mit viel Pop vom Hinterbau lässt es sich sehr aktiv fahren.

Santa Cruz Bronson: noch All Mountain oder bereits Enduro-Bike?

Beim neuen Santa Cruz Bronson hat sich im Vergleich zum Vorgänger schon optisch etwas mehr getan. So wurde der Dämpfer analog zum großen Bruder Nomad nach unten verlegt und stützt sich nun am Unterrohr ab. Für eine Trinkflasche im Rahmendreieck ist dennoch genügend Platz geblieben. Mit einer 36er Fox mit 160 Millimetern und 150 Millimeter Federweg am Heck (Rock Shox Super Deluxe) ist das neue Bronson potenter geworden und rückt deutlich näher ans Nomad heran. Auch hier sind 27,5-Zöller bis 2,8 Zoll Breite möglich. Der Lenkwinkel lässt sich per Flipchip von 65,1 auf 65,4 Grad verstellen, um einen Ausgleich für die unterschiedlichen Reifendimensionen zu ermöglichen. Mit einem Reach von 455-459 Millimetern in Größe L fällt das neue Bronson nicht übermäßig lang aus. Die Kettenstreben messen 430 Millimeter. Durch das 2,5 Zentimeter kürzere Sitzrohr (genau wie beim 5010) können längere Telestützen gefahren werden. Für ein gutes Kletterverhalten wurde der Sitzwinkel auf 75 Grad angepasst. 

Santa Cruz Bronson

Mit 160 Millimetern an der Front und 150 am Heck liegt das Bronson zwischen All Mountain und Enduro. Dabei bringt es ohne Pedale 13,5 Kilo auf die Waage.

Fahreindruck Santa Cruz Bronson: Was für ein sattes Fahrwerk!

Im Vergleich zum 5010 liegen Welten in der Bergab-Performance. Das neue Bronson geht als vollwertiges Enduro durch und fühlt sich sogar nach mehr als 150 Millimetern Federweg am Heck an. Dafür fährt es sich natürlich auch weniger verspielt und verlangt trotz kurzer Kettenstreben nach mehr Einsatz, um aufs Hinterrad zu kommen. Steinfelder und Wurzelgeflechte saugt das Bronson willig auf und sorgt für viel Ruhe. Auch mit viel Sag bietet der Hinterbau genügend Progression. Bergauf reagiert der feinfühlige Hinterbau auf die Laständerung durch den Fahrer und pumpt etwas im Wiegetritt. Es wäre interessant, wie sich das Bronson im direkten Vergleich zum Nomad schlagen würde. In der von uns gefahrenen Ausstattung bringt das Bronson in Größe L 13,5 Kilo auf die Waage. Die Preise reichen von 3899 bis 9999 Euro. Genau wie beim 5010 stehen fünf Rahmengrößen zur Auswahl. Lebenslange Garantie auf den Rahmen und die Lager gibt es natürlich wie bei allen Bikes von Santa Cruz.

Santa Cruz Bronson Dämpfer

Die Platzierung und Anlenkung des Dämpfers hat das neue Bronson vom Nomad übernommen. Der Hinterbau fuhr sich sehr potent und satt.

Santa Cruz Bronson Schutz

Genau wie beim 5010 ist der Rahmen vorbildlich geschützt. Der verlängerte Kettenstrebenschutz ist zusätzlich angeschraubt.

Peter Nilges am 03.07.2018