FREERIDE Trailbike-Test 2022Intense Primer 27,5

Laurin Lehner

 · 27.10.2022

FREERIDE Trailbike-Test 2022: Intense Primer 27,5Foto: Wolfgang Watzke
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Die US-Kultmarke ist bekannt durch die Glanzzeiten als Szene-Punk Shaun Palmer mit dem Downhiller M 16 die Rennstrecken der Welt dominierte. Und Intense ist auch bekannt für exorbitante Preise. Letzteres hat sich nun beim Intense Primer 27,5 geändert. Der Direktvertrieb macht’s möglich.

Wir bestellten das Intense Primer bewusst als 27,5-Zoll-Variante für möglichst viel Spieltrieb. Die Rahmen fallen klein aus, daher griffen wir zum L. Das Fox-Performance-Fahrwerk quetscht nominell üppige 150 Millimeter Hub aus der Front und 140 aus dem Heck. Per Flipchip lässt sich die Geo verstellen – wir fuhren das Bike in der freeridigen flachen Einstellung. Die Geometrie ist angenehm und positioniert den Piloten zentral auf dem Rad. In engen Turns spürten wir das Plus (27,5 Zoll!) an Quirligkeit allerdings nicht. Im Gegenteil: Das Primer muss richtig aktiv gefahren werden, erst dann kommt Leben ins Rad. Nimmt das Tempo zu und wird der Untergrund ruppiger, vermissten wir Komfort – besonders im Heck.

Verlagssonderveröffentlichung

In den Rumpelpassagen der Strecke Hill Bill (Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis) mussten sich die Tester gut festhalten und spürten die Schläge in den Armen. Auch als wir das Fahrwerk weicher abstimmten, konnten wir keine deutliche Verbesserung feststellen. Nervig: Das Bike ist laut. Viel Kontrolle erzeugen die bissigen TRP-Bremsen. Auf Tour tritt sich das Bike bequem den Berg hoch – allerdings pedaliert man bei ausgefahrener Teleskopstütze etwas von hinten. Das leicht wippende Heck lässt sich dank Plattform effizient beruhigen.

Die bissige TRP-Bremse gibt viel Kontrolle – die Bremshebel lassen sich ohne Werkzeug verstellen. Das eher träge Heck bekamen wir trotz vielen Rumprobierens nicht auf Kurs: zu wenig Komfort, zu wenig Leben.Foto: Wolfgang Watzke
Die bissige TRP-Bremse gibt viel Kontrolle – die Bremshebel lassen sich ohne Werkzeug verstellen. Das eher träge Heck bekamen wir trotz vielen Rumprobierens nicht auf Kurs: zu wenig Komfort, zu wenig Leben.

STÄRKEN: Geometrie, TRP-Bremsen

SCHWÄCHEN: Straffer Hinterbau, Gewicht

Fazit:

Das Intense Primer 27,5 besitzt eine angenehme Geometrie. Das sehr direkte Fahrgefühl gefällt nicht jedem. Auf ruppigen Abfahrten geizt das Fahrwerk mit Komfort und fordert eine präzise Linienwahl. Punktabzug.



Alternative zum Intense Primer 27,5:

Für 6199 Euro bekommt man das Intense Primer S (29 Zoll) mit Öhlins-Fahrwerk und Stahlfederheck: 160/140 Millimeter Hub. Neben dem getesteten 27,5-Zoll-Modell kann der Kunde auch zum 29-Zoll-Modell greifen.

Für mehr Geld gibt’s das Intense Primer S mit besserer Ausstattung.Foto: Wolfgang Watzke
Für mehr Geld gibt’s das Intense Primer S mit besserer Ausstattung.

Technische Daten und Noten Intense Primer 27,5

Herstellerangaben

  • Vertrieb Intense Cycles Inc.
  • Material / Größen: Carbon / S, M, L (getestete Größe)
  • Preis / Gewicht ohne Pedale: 4399 Euro / 14,9 kg

Messdaten

  • Federweg vorne / hinten: 150 mm / 140 mm
  • Hinterbausystem: VPP
  • Reach: 450 / 458 mm
  • Stack: 605 / 600 mm
  • BB-Drop: –16 / -7 mm

Ausstattung

  • Gabel / Dämpfer: Fox 36 Float Performance / Fox Float X EV Performance
  • Kurbeln / Schaltung: Sram NX / Shimano NX Eagle
  • Bremsanlage: TRP Trail Evo
  • Laufräder: Intense Alloy-Naben; Ethirteen LG1 EN-Felgen
  • Reifen: Kenda Pinner Pro ATC 2,4 / Kenda Pinner Pro ATC 2,4
Intense Primer 27,5 - GeometriedatenFoto: FREERIDE-Testabteilung
Intense Primer 27,5 - Geometriedaten
Intense Primer 27,5 - CharakteristikFoto: FREERIDE-Testabteilung
Intense Primer 27,5 - Charakteristik
Intense Primer 27,5 - TesturteilFoto: FREERIDE-Testabteilung
Intense Primer 27,5 - Testurteil

Statement von Laurin Lehner, stellvertretender FREERIDE-Chefredakteur:

“Das Primer benötigte Eingewöhnung. Mir gefiel die Geometrie gut. Die kleinen Laufräder spürte man weder negativ, noch positiv. Der Hinterbau wirkt hölzern, kein Vergleich zu den Komfortwundern wie Propain, Specialized oder Radon.”
Laurin Lehner, stellvertretender FREERIDE-ChefredakteurFoto: Dimitri Lehner
Laurin Lehner, stellvertretender FREERIDE-Chefredakteur

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