Enduro

Straffer Sportler: Radon Swoop 9.0 im Test

Peter Nilges

 · 17.06.2022

Straffer Sportler: Radon Swoop 9.0 im TestFoto: Wolfgang Watzke

Mit 3099 Euro ist das Radon Swoop 9.0 das preiswerteste Bike. Radon verzichtet beim Hauptrahmen nicht auf Carbon und spezifiziert eine angemessene Ausstattung.

Das spiegelt sich auch im Gesamtgewicht wider. Das Swoop bleibt zusammen mit den wesentlich teureren Enduros von Canyon und Santa Cruz auch mit Pedalen immerhin unter der 16-Kilo-Marke. Da die Sitzposition leicht sportlich und die Front tief ausfällt, klettert das Radon mit am besten in diesem Testfeld. Zudem rollen die Schwalbe-Reifen gut, auch wenn die Laufräder am meisten auf die Waage bringen. Selbst bei offenem Dämpfer bleibt der Hinterbau im Wiegetritt sehr stabil und pumpt nur wenig. Die Kehrseite der Medaille ist das schlechte Ansprechverhalten des Hinterbaus. Sobald es über Wurzeln und Steine geht, fehlen Traktion und Komfort. Bergab kann das Swoop mit seinem intuitiven Handling überzeugen.

Das Bike ist leicht zu fahren, kommt zügig aus Kurven und trifft den Kompromiss aus Laufruhe und Wendigkeit. Größtes Manko ist aber auch hier die Funktion des Hinterbaus. In Verbindung mit dem Rockshox-Superdeluxe-Dämpfer bleibt das Enduro hinter unseren Erwartungen zurück. Schnelle Schläge dringen ungefiltert zum Fahrer durch, und auch beim Anbremsen in steilen Passagen verhärtet das Heck, ohne Bremstraktion zu generieren. Durch das lange Sitzrohr kann der Sattel weniger tief abgesenkt werden, was manche Fahrer störte. Genau wie beim Cube machte die schlecht entlüftete Magura-Vorderradbremse Probleme. Hoffentlich nur ein Einzelfall: Unser Test-Bike hatte Spiel im Hinterbau.

PLUS: Sehr guter Vortrieb, sportliche Position mit viel Druck. am Vorderrad

MINUS: Zu straffes Dämpfer-Setup, langes Sitzrohr, Spiel im Hinterbau, kein Flaschenhalter möglich

  Radon Swoop 9.0: Verarbeitungsmangel: Auf der linken Seite hatte die Verbindung zwischen Sitzstrebe und Wippe deutliches Spiel und klapperte. Der spezifizierte Dämpfer arbeitet straff.Foto: Wolfgang Watzke
Radon Swoop 9.0: Verarbeitungsmangel: Auf der linken Seite hatte die Verbindung zwischen Sitzstrebe und Wippe deutliches Spiel und klapperte. Der spezifizierte Dämpfer arbeitet straff.

Fazit zum Radon Swoop 9.0:

Laurin Lehner, Redakteur FREERIDE: Das Swoop trifft den Begriff „klassisches Enduro“ am besten und überzeugt mit einem gutmütigen Handling. Durch den guten Vortrieb macht das Radon auch auf flachen Trails Freude. Der straffe Hinterbau und das Lagerspiel verhindern eine bessere Bewertung.

  Laurin Lehner, Redakteur FREERIDE (1,79 m, 73 kg)Foto: Dimitri Lehner
Laurin Lehner, Redakteur FREERIDE (1,79 m, 73 kg)

Technische Daten Radon Swoop 9.0

Allgemeine Infos

  • Preis: 3099 Euro, erhältlich über den Versandhandel
  • Info: www.radon-bikes.de
  • Federweg: 170. / 168 mm
  • Rahmenmaterial: Carbon/Alu
  • Rahmengröße: M / L / XL (getestet in L, 47 cm)

Ausstattung

  • Gabel: Rockshox ZEB Select Charger Damping
  • Dämpfer: Rockshox Super Deluxe Select+
  • Kurbel: Sram GX Eagle
  • Schaltung: Sram GX Eagle 1 x 12
  • Übersetzung / Bandbreite: 30; 10–52 / 520 %
  • Bremsanlage / Disc (vorne / hinten): Magura MT5 / 203 mm / 203 mm
  • Teleskopstütze / Hub / Ø: Radon Comp. Dropper / 150 mm / 31,6 mm
  • Laufräder: Sun Ringlé Düroc SD37
  • Reifen: Schwalbe Magic Mary / Big Betty SuperTrail TL easy EVO Addix Soft 29 x 2,40
  • Wartungsfreundlichkeit: mittel
  Radon Swoop 9.0: GeometriedatenFoto: BIKE Testabteilung
Radon Swoop 9.0: Geometriedaten
  Radon Swoop 9.0: CharakteristikFoto: BIKE Testabteilung
Radon Swoop 9.0: Charakteristik
  Radon Swoop 9.0 Federkennlinien: Mit 168 Millimetern bietet das Radon-Heck zwar den größten Federweg, kann das Potenzial aber nicht nutzen. Es fehlt an Sensibilität.Foto: BIKE Testabteilung
Radon Swoop 9.0 Federkennlinien: Mit 168 Millimetern bietet das Radon-Heck zwar den größten Federweg, kann das Potenzial aber nicht nutzen. Es fehlt an Sensibilität.

Die Ergebnisse des Radon Swoop 9.0 im kompletten Vergleichstest der 6 Enduros im Enduro Spezial aus BIKE 6/2022 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen.

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