Thok Mig 630 - Test E-Touren-Fullys 2022

Adrian Kaether

 · 15.08.2022

Thok Mig 630 - Test E-Touren-Fullys 2022Foto: Max Fuchs

Der Rahmen des Thok Mig ist ein alter Bekannter. Jetzt steht das Mig erstmals mit 630 Wattstunden am Start, hält aber weiter am Konzept mit klassischem Aufsetz-Akku fest.

Drei Versionen der Thok Mig Alu-Konstruktion konnten wir seit 2018 testen, vom günstigen Einsteiger-All-Mountain bis zum Highend-Enduro mit Ducati-Label. Die Besonderheit: Der Akku sitzt nicht auf, sondern unter dem Unterrohr. Die leichte Batterie und die Konstruktion sollten dem Mig ein geringes Gesamtgewicht und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ermöglichen. Doch in keiner der beiden Kategorien kann sich das Thok von der Konkurrenz absetzen, nicht zuletzt, weil die Laufräder schwer ausfallen. Speziell die Ausstattung liegt mit dem älteren und schwächeren Shimano-E7000-Motor und günstigen Sram / Rockshox-Komponenten eher unter dem Schnitt der Testgruppe.

Thok Mig 630: weder leicht noch sensibel

Auch das Fahrwerk erntete Kritik. „Etwas hölzern“, „wenig sensibel“, notierten die Tester. Sitzposition und Geometrie polarisierten. Bergauf sitzt man aufrecht, das hohe Tretlager verhindert Aufsetzer. Die hohe Front ist komfortabel, bringt aber zu wenig Last auf das Vorderrad. Das Fahrwerk steht hoch im Federweg, reagiert aber nicht sensibel genug – so rutscht trotz der begrenzten Motorleistung des E7000 ab und zu das Hinterrad durch. Bergab macht sich der flache Lenkwinkel positiv bemerkbar. Durch das hohe Tretlager und den kurzen Reach steht man aber mehr auf als im Rad. Das ist gewöhnungsbedürftig. Zwar können die Maxxis-Assegai-Reifen mit toller Dämpfung und hoher Traktion manche Schwäche kaschieren, aber am Ende reicht es nur für ein Befriedigend.

Der Akku sitzt unter einer Plastik­abdeckung des Thok Mig. Der Schnellverschluss aus dem Motorrad-Racing ist gut, die Klappe selbst aber etwas hakelig zu bedienen.Foto: Max Fuchs
Der Akku sitzt unter einer Plastik­abdeckung des Thok Mig. Der Schnellverschluss aus dem Motorrad-Racing ist gut, die Klappe selbst aber etwas hakelig zu bedienen.
Die schwache Guide-T-Bremse bietet für den Einsatz am E-MTB zu wenig Power und fordert zu viel Handkraft. Das ermüdet Finger und Unterarme.Foto: Max Fuchs
Die schwache Guide-T-Bremse bietet für den Einsatz am E-MTB zu wenig Power und fordert zu viel Handkraft. Das ermüdet Finger und Unterarme.
Der E7000 ist der günstige Antrieb von Shimano. Das geringere Drehmoment von maximal 60 Newtonmetern ist bei niedriger Kadenz in steilem Gelände spürbar, im Schotterstraßenfahrbetrieb hingegen erstaunlich wenig. Die Unterstützung ist harmonisch, auch hier lassen sich Fahrmodi per App abstimmen.Foto: Max Fuchs
Der E7000 ist der günstige Antrieb von Shimano. Das geringere Drehmoment von maximal 60 Newtonmetern ist bei niedriger Kadenz in steilem Gelände spürbar, im Schotterstraßenfahrbetrieb hingegen erstaunlich wenig. Die Unterstützung ist harmonisch, auch hier lassen sich Fahrmodi per App abstimmen.

Fazit zum Thok Mig 630

Das Mig von Thok ist ein ungewöhnliches Bike mit klassischem Aufsetz-Akku. Leider können Motor und Fahrwerk nicht mit der Konkurrenz mithalten. Starke Reifen retten dem E-MTB eine solide Performance.

Technische Daten

Allgemein

Messwerte

  • Reichhöhe 1): 1399 (+135) hm
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 14 km/h
  • Gewicht 2): 24,57 kg
  • Größen / Rahmenmaterial: S / M / L / XL / Alu (getestet in L)

Ausstattung

  • Zul. Gesamtgewicht 3): 142 kg
  • Gabel / Dämpfer: Rockshox 35 RC Air / Rockshox Deluxe Select R
  • Federweg (v. / h.): 150 mm / 140 mm
  • Teleskopstütze: Thok Dropper Post, 150 mm
  • Bremse / Disc Ø (vorne / hinten): Sram Guide T / 200 mm / 200 mm
  • Laufräder: Novatec-Naben; Thok Drift 30-Felgen
  • Reifen: Maxxis Assegai EXO+, 29 / 27,5 x 2,50"
Geometriedaten des Thok Mig 630Foto: EMTB-Testabteilung
Geometriedaten des Thok Mig 630

Den Test zu allen E-Touren-Fullys aus EMTB 2/2022 mit allen Daten, Übersichtstabellen und Noten können sie hier als PDF downloaden.


1) Die Reichhöhe wurde bei standardisierten Messfahrten an einem Asphaltanstieg mit 12,2 Prozent Steigung ermittelt. Höchste Unterstützungsstufe, 150 Watt Tretleistung des Fahrers, Fahrergewicht inkl. Ausrüstung 90 kg. In Klammern die Höhenmeter im deutlich gedrosselten Notlauf-Modus. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bezieht sich auf die Fahrt bei voller Unterstützung.

2) Ermittelt an den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale. Akku-Gewicht ggf. inkl. verschraubtem Cover.

3) Herstellerangabe

4) Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder.

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