All MountainKönige der Berge: 8 All-Mountain-Bikes fürs große Abenteuer

Peter Nilges

 · 17.06.2021

Könige der Berge: 8 All-Mountain-Bikes fürs große AbenteuerFoto: Markus Greber

All Mountains sollen sämtliche Spielarten des Mountainbikens abdecken. Doch mit den aktuellen Entwicklungen spitzt sich ihr Einsatzbereich immer mehr zu. Acht 2021er-Bikes im Vergleich.

„Das macht Ihr aber auch nicht zum ersten Mal?“, ertönt es hinter uns, als wir von unserer Testrunde auf den Parkplatz des Trailparks Treuchtlingen rollen. Der sichtlich beeindruckte Hardtail-Fahrer ließ uns zuvor auf dem Z-Trail bereitwillig passieren. Drei erfahrene Tester, die täglich auf dem Mountainbike sitzen und oftmals über langjährige Rennerfahrung verfügen, rücken unseren Test-Bikes in der Regel zu Leibe, um feine Unterschiede herauszufahren und das Potenzial des Materials auszuschöpfen. Dabei stellt sich auch bei diesem All-Mountain-Testfeld die Frage: Wer soll mit diesen, um die 4500 Euro teuren Bikes überhaupt glücklich werden? Denn je nach Fahrkönnen fallen die Anforderungen an ein Mountainbike komplett unterschiedlich aus.

  Wer ein All Mountain kaufen will, sollte ehrlich zu sich sein. Nutze ich wirklich eine extreme Geometrie mit maximaler Laufruhe, oder schränkt mich das nur ein?Foto: Markus Greber
Wer ein All Mountain kaufen will, sollte ehrlich zu sich sein. Nutze ich wirklich eine extreme Geometrie mit maximaler Laufruhe, oder schränkt mich das nur ein?

Wir hatten es ja bereits im Test der All Mountains um 3000 Euro (BIKE 2/21) erwähnt: Nicht nur die Enduros, sondern auch viele Fullys in der 150-Millimeter-Klasse spezialisieren sich immer mehr. Vor allem bei der Geometrie loten einige Hersteller die Extreme aus. So überrascht es, dass der steilste Lenkwinkel in diesem Test bei immer noch flachen 65,5 Grad liegt und sich der Durchschnitt sogar bei 64,8 Grad einpendelt. Willkommen im Reich der Laufruhe! Durch den flachen Lenkwinkel wächst das Frontcenter (Abstand von Vorderradachse zum Tretlager) und mit ihm auch der Radstand. Gesellt sich jetzt auch noch ein langer Reach hinzu, gerät das Bike noch länger.

Das führt zwar einerseits zu einem stabilen und sicheren Fahrgefühl, wenn es richtig schnell oder steil zur Sache geht. Auch reagiert das Bike weniger empfindlich auf die Gewichtsverlagerungen durch den Fahrer. Andererseits ist der Pilot aber mehr denn je gefordert: Ohne das Vorderrad aktiv zu belasten oder einen gekonnt beherzten Körpereinsatz, lassen sich die Bikes mit langem Radstand nur sperrig um enge Kurven rangieren und können bei passiver, hecklastiger Körperhaltung sogar den Grip am Vorderrad verlieren.

Die Erkenntnis nach mehreren Testrunden im Trailpark lautet daher: Es gibt All Mountains, die sich vom ersten Moment an einfach und intuitiv fahren lassen und solche, die einen erfahrenen Biker voraussetzen, der überhaupt erst das volle Potenzial herauskitzeln kann. Biker sollten sich vor dem Kauf realistisch selbst einschätzen: Bin ich ein Racer und brauche das Plus an Fahrstabilität, wenn es bergab richtig zur Sache geht, oder schränken mich der lange Radstand und die extremere Ausrichtung meines Wunsch-Bikes nur unnötig ein?

Den kompletten Vergleichstest der 8 All-Mountain-Bikes aus BIKE 6/2021 können Sie bequem unter dem Artikel als PDF herunterladen. Der Testbericht kostet 1,99 Euro.

Warum nicht kostenlos? Weil Qualitätsjournalismus einen Preis hat. Dafür garantieren wir Unabhängigkeit und Objektivität. Das betrifft ganz besonders die Tests in BIKE. Die lassen wir uns nicht bezahlen, sondern das Gegenteil ist der Fall: Wir lassen sie uns etwas kosten, und zwar Zigtausende Euro jedes Jahr.

  • Canyon Spectral 29 CF 8.0
  • Giant Trance X Advanced Pro 2
  • Lapierre Zesty AM 6.9 CF
  • Last Glen
  • Propain Hugene
  • Radon Slide Trail 10.0 HD
  • Rocky Mountain Instinct C50 Tour
  • Scott Genius 920*
Scott Genius 920: Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Fox 34 gegen eine steifere 36 mit integriertem Schutzblech getauscht.Foto: Max Fuchs
Scott Genius 920: Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Fox 34 gegen eine steifere 36 mit integriertem Schutzblech getauscht.
Kategorie: All Mountain | Federweg: 140 bis 150 Millimeter | Preisklasse um 4500 EuroFoto: Markus Greber
Kategorie: All Mountain | Federweg: 140 bis 150 Millimeter | Preisklasse um 4500 Euro
Wer ein All Mountain kaufen will, sollte ehrlich zu sich sein. Nutze ich wirklich eine extreme Geometrie mit maximaler Laufruhe, oder schränkt mich das nur ein?Foto: Markus Greber
Wer ein All Mountain kaufen will, sollte ehrlich zu sich sein. Nutze ich wirklich eine extreme Geometrie mit maximaler Laufruhe, oder schränkt mich das nur ein?
Ordentlich bergauf und noch besser bergab: Ein All Mountain muss per Definition in jedem Gelände glänzen. Dieser Spagat gelingt jedoch nicht jedem unserer Test-Bikes. Ist der Fokus auf die Abfahrtsqualitäten zu stark, leidet oft die Allround-Fähigkeit.Foto: Markus Greber
Ordentlich bergauf und noch besser bergab: Ein All Mountain muss per Definition in jedem Gelände glänzen. Dieser Spagat gelingt jedoch nicht jedem unserer Test-Bikes. Ist der Fokus auf die Abfahrtsqualitäten zu stark, leidet oft die Allround-Fähigkeit.
Extreme Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langen Radständen sorgen für Laufruhe, beschneiden aber häufig den Spieltrieb.Foto: Markus Greber
Extreme Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langen Radständen sorgen für Laufruhe, beschneiden aber häufig den Spieltrieb.
Canyon Spectral 29 CF 8.0Foto: Max Fuchs
Canyon Spectral 29 CF 8.0
Canyon Spectral 29 CF 8.0: Clevere Details wie ein versteckter Hebel zum Bedienen der Steckachse steigern den Alltagsnutze.Foto: Max Fuchs
Canyon Spectral 29 CF 8.0: Clevere Details wie ein versteckter Hebel zum Bedienen der Steckachse steigern den Alltagsnutze.
Canyon Spectral 29 CF 8.0: In der hinteren Dämpferaufnahme steckt ein Flipchip zum Anpassen der Geometrie.Foto: Max Fuchs
Canyon Spectral 29 CF 8.0: In der hinteren Dämpferaufnahme steckt ein Flipchip zum Anpassen der Geometrie.
Giant Trance X Advanced Pro 2Foto: Max Fuchs
Giant Trance X Advanced Pro 2
Giant Trance X Advanced Pro 2: Teleskopstütze, Laufräder, Cockpit und Sattel stammen von Giant. Durch die zwei Schrauben gerät die Klemmung der Stütze etwas umständlich.Foto: Max Fuchs
Giant Trance X Advanced Pro 2: Teleskopstütze, Laufräder, Cockpit und Sattel stammen von Giant. Durch die zwei Schrauben gerät die Klemmung der Stütze etwas umständlich.
Giant Trance X Advanced Pro 2: Die Kettenstrebe ist oben und unten gummiert. Die Leitungen zum Hinterbau verlaufen zweckmäßig außen.Foto: Max Fuchs
Giant Trance X Advanced Pro 2: Die Kettenstrebe ist oben und unten gummiert. Die Leitungen zum Hinterbau verlaufen zweckmäßig außen.
Lapierre Zesty AM 6.9 CFFoto: Max Fuchs
Lapierre Zesty AM 6.9 CF
Lapierre Zesty AM 6.9 CF: Im kleinen Fach unter dem Unter-rohr ist genug Platz für Mini-Tool, Ersatzschlauch oder Tireplugs.Foto: Max Fuchs
Lapierre Zesty AM 6.9 CF: Im kleinen Fach unter dem Unter-rohr ist genug Platz für Mini-Tool, Ersatzschlauch oder Tireplugs.
Lapierre Zesty AM 6.9 CF: Ein kleines Schutzblech hält den Dämpfer frei von Schmutz, 
das erhöht die Langlebigkeit.Foto: Max Fuchs
Lapierre Zesty AM 6.9 CF: Ein kleines Schutzblech hält den Dämpfer frei von Schmutz, das erhöht die Langlebigkeit.
Last GlenFoto: Max Fuchs
Last Glen
Last Glen: Das leichte Newmen-Cockpit drückt das Gesamtgewicht.Foto: Max Fuchs
Last Glen: Das leichte Newmen-Cockpit drückt das Gesamtgewicht.
Last Glen: Als Schutz gegen das Kettenschlagen setzt Last auf Griptape. Das dünne Band ist langlebig, dämpft aber wenig.Foto: Max Fuchs
Last Glen: Als Schutz gegen das Kettenschlagen setzt Last auf Griptape. Das dünne Band ist langlebig, dämpft aber wenig.
Propain HugeneFoto: Max Fuchs
Propain Hugene
Propain Hugene: Die zu stramm sitzende Dämpferbuchse hinterließ Spuren und sorgte für einen schwergängigen Hinterbau.Foto: Max Fuchs
Propain Hugene: Die zu stramm sitzende Dämpferbuchse hinterließ Spuren und sorgte für einen schwergängigen Hinterbau.
Propain Hugene: Die Kettenstreben fallen auch beim neuen Hugene sehr lang aus. Top: Selbst hinten wurde an eine 200er-Scheibe gedacht.Foto: Max Fuchs
Propain Hugene: Die Kettenstreben fallen auch beim neuen Hugene sehr lang aus. Top: Selbst hinten wurde an eine 200er-Scheibe gedacht.
Radon Slide Trail 10.0 HDFoto: Max Fuchs
Radon Slide Trail 10.0 HD
Radon Slide Trail 10.0 HD: Die Kunststoffführung der Leitungen sitzt wenig passgenau im Rahmen. Eine interne Zugführung gibt es nicht.Foto: Max Fuchs
Radon Slide Trail 10.0 HD: Die Kunststoffführung der Leitungen sitzt wenig passgenau im Rahmen. Eine interne Zugführung gibt es nicht.
Radon Slide Trail 10.0 HD: Kettenführung und Dämpfer mit Ausgleichsbehälter wappnen das Slide Trail auch für anspruchsvolle Abfahrten.Foto: Max Fuchs
Radon Slide Trail 10.0 HD: Kettenführung und Dämpfer mit Ausgleichsbehälter wappnen das Slide Trail auch für anspruchsvolle Abfahrten.
Rocky Mountain Instinct C50 TourFoto: Max Fuchs
Rocky Mountain Instinct C50 Tour
Rocky Mountain Instinct C50 Tour: Theoretisch bietet die Ride-9-Verstellung neun Einstellungen. Praktisch werden die meisten Fahrer maximal zwei nutzen.Foto: Max Fuchs
Rocky Mountain Instinct C50 Tour: Theoretisch bietet die Ride-9-Verstellung neun Einstellungen. Praktisch werden die meisten Fahrer maximal zwei nutzen.
Rocky Mountain Instinct C50 Tour: In der hinteren Einstellung fallen die Kettenstreben mit 448 Millimetern sehr lang aus.Foto: Max Fuchs
Rocky Mountain Instinct C50 Tour: In der hinteren Einstellung fallen die Kettenstreben mit 448 Millimetern sehr lang aus.
Scott Genius 920Foto: Max Fuchs
Scott Genius 920
Scott Genius 920: Neben den drei Fahrwerksmodi, die am Lenker gewählt werden können, gibt es am Dämpfer auch die Möglichkeit, die Progression zu ändern.Foto: Max Fuchs
Scott Genius 920: Neben den drei Fahrwerksmodi, die am Lenker gewählt werden können, gibt es am Dämpfer auch die Möglichkeit, die Progression zu ändern.
Scott Genius 920: Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Fox 34 gegen eine steifere 36 mit integriertem Schutzblech getauscht.Foto: Max Fuchs
Scott Genius 920: Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Fox 34 gegen eine steifere 36 mit integriertem Schutzblech getauscht.
Kategorie: All Mountain | Federweg: 140 bis 150 Millimeter | Preisklasse um 4500 EuroFoto: Markus Greber
Kategorie: All Mountain | Federweg: 140 bis 150 Millimeter | Preisklasse um 4500 Euro
Kategorie: All Mountain | Federweg: 140 bis 150 Millimeter | Preisklasse um 4500 Euro
Wer ein All Mountain kaufen will, sollte ehrlich zu sich sein. Nutze ich wirklich eine extreme Geometrie mit maximaler Laufruhe, oder schränkt mich das nur ein?
Ordentlich bergauf und noch besser bergab: Ein All Mountain muss per Definition in jedem Gelände glänzen. Dieser Spagat gelingt jedoch nicht jedem unserer Test-Bikes. Ist der Fokus auf die Abfahrtsqualitäten zu stark, leidet oft die Allround-Fähigkeit.
Extreme Geometrien mit flachen Lenkwinkeln und langen Radständen sorgen für Laufruhe, beschneiden aber häufig den Spieltrieb.
Canyon Spectral 29 CF 8.0
Canyon Spectral 29 CF 8.0: Clevere Details wie ein versteckter Hebel zum Bedienen der Steckachse steigern den Alltagsnutze.
Canyon Spectral 29 CF 8.0: In der hinteren Dämpferaufnahme steckt ein Flipchip zum Anpassen der Geometrie.
Giant Trance X Advanced Pro 2
Giant Trance X Advanced Pro 2: Teleskopstütze, Laufräder, Cockpit und Sattel stammen von Giant. Durch die zwei Schrauben gerät die Klemmung der Stütze etwas umständlich.
Giant Trance X Advanced Pro 2: Die Kettenstrebe ist oben und unten gummiert. Die Leitungen zum Hinterbau verlaufen zweckmäßig außen.
Lapierre Zesty AM 6.9 CF
Lapierre Zesty AM 6.9 CF: Im kleinen Fach unter dem Unter-rohr ist genug Platz für Mini-Tool, Ersatzschlauch oder Tireplugs.
Lapierre Zesty AM 6.9 CF: Ein kleines Schutzblech hält den Dämpfer frei von Schmutz, 
das erhöht die Langlebigkeit.
Last Glen
Last Glen: Das leichte Newmen-Cockpit drückt das Gesamtgewicht.
Last Glen: Als Schutz gegen das Kettenschlagen setzt Last auf Griptape. Das dünne Band ist langlebig, dämpft aber wenig.
Propain Hugene
Propain Hugene: Die zu stramm sitzende Dämpferbuchse hinterließ Spuren und sorgte für einen schwergängigen Hinterbau.
Propain Hugene: Die Kettenstreben fallen auch beim neuen Hugene sehr lang aus. Top: Selbst hinten wurde an eine 200er-Scheibe gedacht.
Radon Slide Trail 10.0 HD
Radon Slide Trail 10.0 HD: Die Kunststoffführung der Leitungen sitzt wenig passgenau im Rahmen. Eine interne Zugführung gibt es nicht.
Radon Slide Trail 10.0 HD: Kettenführung und Dämpfer mit Ausgleichsbehälter wappnen das Slide Trail auch für anspruchsvolle Abfahrten.
Rocky Mountain Instinct C50 Tour
Rocky Mountain Instinct C50 Tour: Theoretisch bietet die Ride-9-Verstellung neun Einstellungen. Praktisch werden die meisten Fahrer maximal zwei nutzen.
Rocky Mountain Instinct C50 Tour: In der hinteren Einstellung fallen die Kettenstreben mit 448 Millimetern sehr lang aus.
Scott Genius 920
Scott Genius 920: Neben den drei Fahrwerksmodi, die am Lenker gewählt werden können, gibt es am Dämpfer auch die Möglichkeit, die Progression zu ändern.
Scott Genius 920: Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Fox 34 gegen eine steifere 36 mit integriertem Schutzblech getauscht.

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