Gitta Beimfohr
· 02.06.2026
Angekündigt hatte das italienische Verkehrsministerium die Neuerung schon Ende letzten Jahres. Da war allerdings noch unsicher, ob und wie ausländische Fahrer eine Rückerstattung der Maut verlangen können. Inzwischen ist klar: Nach EU-Recht muss diese Regel natürlich auch für Ausländer gelten. Aber leicht wird es einem als Urlauber nicht gemacht - so viel ist sicher:
Grundsätzlich gilt ab dem 1. Juni auf italienischen Autobahnen: Wegen Baustellen und Staus kann man künftig seine Maut teilweise und ab drei Stunden sogar komplett zurückverlangen. Das klingt erstmal fair, doch Verbraucherschützer fürchten schon jetzt, dass diese Erstattungen am Ende wieder auf die Mautgebühren aufgeschlagen werden...
Auf Kurzstrecken mit Baustelle bekommt man immer Geld zurück, unabhängig davon, ob es zum Stau kommt oder nicht.
Kommt es wegen einer Baustelle zu einem längeren Stau, greifen diese Regeln:
Dies gilt allerdings nur, wenn der Stau von einer Baustelle verursacht wird. Nicht bei Notfallbaustellen, schweren Unfällen oder außergewöhnlichen Wetterereignissen
Ob es eine Rückerstattung gibt, ist abhängig von den jeweiligen Autobahn-Betreibern. Und jetzt die schlechte Nachricht für alle Gardasee-Urlauber: Die regional betriebene Brenner-Autobahn macht beim Cash-Back leider nicht mit. Rückerstattungen gibt es bisher ausschließlich von diesen Betreibern:
Am einfachsten wäre: Man lädt sich die “Muovy-Cashback-App” aufs Handy und registriert sich und sein Auto einmalig. Problem: Für die Registrierung in der App ist der Besitz einer italienischen Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erforderlich. Und die lässt sich zum Beispiel bei der Deutschen Botschaft in Rom beantragen: Codice Fiscale (italienische Steuernummer) - Auswärtiges Amt
Deshalb wurde jetzt nachgebessert: Ab sofort ist auch ohne Registrierung eine Rückerstattung möglich. Dazu muss man die Mautstellen-Quittung (ab 4 Stunden nach Erhalt) scannen oder fotografieren und an den jeweils zuständigen Autobahnbetreiber mailen. Anschließend erhält man per Mail einen Code, mit dem man den Status der Rückerstattung überprüfen kann. Infos: autostrade.it
Das italienische Mautsystem soll komplett umgebaut werden. Künftig sollen die Kosten für den Autobahnnutzer trotz unterschiedlicher Betreiber vereinheitlicht und transparenter werden. Geplant ist ein dynamisches System: So sollen die Mautgebühren ab 2027 von der Tageszeit, dem Verkehrsaufkommen und der Umweltklasse des Fahrzeugs abhängen. Wer nicht in den Stoßzeiten unterwegs ist, wird dann mit günstigerer Maut belohnt und Staus könnten somit vermindert werden.
Übrigens hat die Brennerautobahn AG im Mai ihre Bilanzen für das Jahr 2025 veröffentlicht:

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