Neue Maut-RegelungItalien - wann und wie du jetzt dein Geld bei Stau zurückbekommst

Gitta Beimfohr

 · 02.06.2026

Der Urlaub in Italien ist gern mal mit Stau verbunden. Ist eine Baustelle schuld, könnte es jetzt Maut-Gebühr zurück geben.
Foto: dpa/pa/Michael Bihlmayer
Ab dem 1. Juni 2026 gilt: Wer auf Italiens Autobahnen länger als 10 Minuten im Stau steht, kann seine entrichtete Maut zum Teil zurückverlangen. Aber gilt das nun auch für ausländische Fahrzeuge?

Angekündigt hatte das italienische Verkehrsministerium die Neuerung schon Ende letzten Jahres. Da war allerdings noch unsicher, ob und wie ausländische Fahrer eine Rückerstattung der Maut verlangen können. Inzwischen ist klar: Nach EU-Recht muss diese Regel natürlich auch für Ausländer gelten. Aber leicht wird es einem als Urlauber nicht gemacht - so viel ist sicher:

Grundsätzlich gilt ab dem 1. Juni auf italienischen Autobahnen: Wegen Baustellen und Staus kann man künftig seine Maut teilweise und ab drei Stunden sogar komplett zurückverlangen. Das klingt erstmal fair, doch Verbraucherschützer fürchten schon jetzt, dass diese Erstattungen am Ende wieder auf die Mautgebühren aufgeschlagen werden...

Ab wie vielen Stauminuten kann man eine Rückerstattung beantragen?

Auf Kurzstrecken mit Baustelle bekommt man immer Geld zurück, unabhängig davon, ob es zum Stau kommt oder nicht.

  • Fahrten bis zu 30 km: komplette Rückerstattung der Maut.
  • Fahrten zwischen 30 und 50 km: Rückerstattung ab einer Verzögerung von 10 Minuten.
  • Fahrt über 50 km: ab einer Verzögerung von 15 Minuten

Kommt es wegen einer Baustelle zu einem längeren Stau, greifen diese Regeln:

  • ​60 bis 119 Minuten: 50 Prozent Rückerstattung
  • 120 bis 179 Minuten: 75 Prozent Rückerstattung
  • Ab 180 Minuten: 100 Prozent

Dies gilt allerdings nur, wenn der Stau von einer Baustelle verursacht wird. Nicht bei Notfallbaustellen, schweren Unfällen oder außergewöhnlichen Wetterereignissen

Gilt das Maut-System auch für die Brenner-Autobahn?

Ob es eine Rückerstattung gibt, ist abhängig von den jeweiligen Autobahn-Betreibern. Und jetzt die schlechte Nachricht für alle Gardasee-Urlauber: Die regional betriebene Brenner-Autobahn macht beim Cash-Back leider nicht mit. Rückerstattungen gibt es bisher ausschließlich von diesen Betreibern:

  • Autostrade per l'Italia (staatlich, 3000 Kilometer)
  • Raccordo Autostradale Valle d'Aosta
  • Società Autostrada Tirrenica
  • Tangenziale di Napoli

So beantragt man die Rückerstattung

Am einfachsten wäre: Man lädt sich ​die “Muovy-Cashback-App” aufs Handy und registriert sich und sein Auto einmalig. Problem: Für die Registrierung in der App ist der Besitz einer italienischen Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erforderlich. Und die lässt sich zum Beispiel bei der Deutschen Botschaft in Rom beantragen: Codice Fiscale (italienische Steuernummer) - Auswärtiges Amt

Deshalb wurde jetzt nachgebessert: Ab sofort ist auch ohne Registrierung eine Rückerstattung möglich. Dazu muss man die Mautstellen-Quittung (ab 4 Stunden nach Erhalt) scannen oder fotografieren und an den jeweils zuständigen Autobahnbetreiber mailen. Anschließend erhält man per Mail einen Code, mit dem man den Status der Rückerstattung überprüfen kann. Infos: autostrade.it

Geplante Änderungen für 2027 und 2028

​Das italienische Mautsystem soll komplett umgebaut werden. Künftig sollen die Kosten für den Autobahnnutzer trotz unterschiedlicher Betreiber vereinheitlicht und transparenter werden. Geplant ist ein dynamisches System: So sollen die Mautgebühren ab 2027 von der Tageszeit, dem Verkehrsaufkommen und der Umweltklasse des Fahrzeugs abhängen. Wer nicht in den Stoßzeiten unterwegs ist, wird dann mit günstigerer Maut belohnt und Staus könnten somit vermindert werden.

Übrigens hat die Brennerautobahn AG im Mai ihre Bilanzen für das Jahr 2025 veröffentlicht:

  • Die Einnahmen betrugen im letzten Jahr 428 Millionen Euro.
  • Die Unfallrate ist in den letzten 10 Jahren um 25,4 Prozent gesunken
  • Kosten für Instandsetzungsarbeiten: 145,6 Millionen

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Gitta Beimfohr

Gitta Beimfohr

Redakteurin

Gitta Beimfohr stieg während ihres Tourismus-Studiums ins BIKE-Reiseressort ein, als die Strada delle 52 Gallerie am Pasubio gerade für Mountainbiker gesperrt wurde. Seit Gitta die Alpen zwei Mal im Renntempo überquerte, mag sie am liebsten Mehrtagestouren – mit dem MTB in den Alpen oder per Gravelbike durch deutsche Mittelgebirge.

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