​Mord auf dem TrailDie stillen Opfer der Biker

Dimitri Lehner

 · 04.06.2026

Ist meist nachts unterwegs: der Alpensalamander. Das ist sein Glück, denn auf dem Trail hat der träge Lurch keine Chance. Leider tapst er auch nach Regenschauern auf dem Trail umher.
Foto: Foto: iStock / Mathias Möller
Wir haben Spaß auf den Trails, für andere geht es um Leben und Tod. Zwischen Kies und Matsch. Unbemerkt. Überraschend. Unausweichlich. Sechs weitere potenzielle Opfer auf dem Trail.

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Früher musste man im Wald aufpassen, wohin man tritt. Heute muss man froh sein, wenn überhaupt noch etwas krabbelt.

Es ist beschämend, wie wenig Wildnis man in Deutschland noch sieht. Als ich mit meinem Bruder 1000 Kilometer quer durch Deutschland gravelte, begegneten uns: drei Blindschleichen. Sonst nichts.
Kein Hirschkäfer, keine Kreuzotter, keine Erdkröte, kein Feuersalamander, keine Ringelnatter, die elegant den Weg kreuzt. Nada. Der Wald wirkte aufgeräumt wie ein Baumarktparkplatz.

Dabei erinnere ich mich an Sommer vor 40 Jahren, in denen es überall lebte. Es molchte, zirpte, schlängelte, summte und hüpfte. Unter jedem zweiten Stein hockte irgendein geheimnisvolles Wesen. Heute herrscht auf vielen Trails gespenstische Stille. Vielleicht, weil wir Wälder zerschneiden, Bäche vergiften, Wiesen mähen wie Golfrasen. Vielleicht aber auch, weil wir mit Stollenreifen und 30 km/h über alles hinwegdonnern, was kleiner ist als ein Müsliriegel. Das sind dann die einzigen Beweise, dass es Erdkröten und Feuersalamander wirklich gibt – feuchte Fleischflecken im Kies.

Mountainbiker sprechen gerne von „Naturerlebnis“. Klingt gut. Die Natur sieht das womöglich anders.

Hier kommen die kleinen Opfer des großen Freizeitspaßes. Die Überrollten. Die Übersehenen. Die letzten ihrer Art auf dem Singletrail.

1 | Grille

Nervensäge mit Flügeln

Wie kann aus so einem kleinen Viech so ein Höllenlärm kommen?
Vor meinem Schlafzimmer wohnt eine Grille. Genauer: ein offenbar schwer vermittelbares Männchen mit Mitteilungsbedürfnis. Sobald das Fenster offen ist, beginnt das Konzert. Früher zirpten Grillen in der Toskana oder irgendwo hinter Barcelona. Heute zirpen sie dank Klimawandel auch bei uns. Mediterranes Flair nennt man das wohl. Ich nenne es Schlafentzug.

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Der Sound entsteht, indem das Männchen seine Vorderflügel aneinanderreibt. Winzige Zahnleisten funktionieren dabei wie Geige und Bogen. Je wärmer die Nacht, desto lauter das Liebeslied. Und offenbar auch desto verzweifelter. Denn Weibchen leben polyamor. Der Herr vor meinem Fenster sendet daher pausenlos. Dauer-Single auf Sendung und voller Hoffnung.

Dabei ist die Grille eigentlich ein erstaunliches Tier. Sie lebt in selbst gegrabenen Wohnröhren – fingerdick und bis zu 30 Zentimeter tief. Dort versteckt sie sich vor Regen, Hitze und Feinden. Davon gibt es reichlich: Spinnen, Amseln, Eidechsen, Spitzmäuse. Und natürlich Fahrradreifen. Besonders Gravelbikes walzen die Tiere auf Feldwegen platt, ohne dass der Fahrer es merkt. Ein kurzer Knacks – aus.

In Japan gelten Grillen als Glücksbringer und werden wie Haustiere gehalten. Es gibt sogar Grillen-Wettkämpfe. Allerdings nur unter Männchen, die erstaunlich aggressiv werden können. Gleichzeitig landen Grillen inzwischen als Proteinquelle im Fitnessriegel oder als Insektennudel auf dem Teller. In der Schweiz sind sie bereits offiziell als Lebensmittel zugelassen – tiefgekühlt oder getrocknet.

Die eigentliche Tragik: Die Grille lebt zwei Jahre als Larve im Verborgenen und nur wenige Monate als fertiges Tier. Ein halbes Leben unter der Erde – und oben angekommen wartet oft schon der nächste Stollenreifen.

2 | Alpensalamander

Der Unsichtbare der Berge

Er sieht aus, als hätte ihn ein Tuner schwarz lackiert: der Alpensalamander – tiefschwarz, glänzend, beinahe unwirklich. Kein gelbes Muster wie beim berühmteren Feuersalamander, kein Showtalent, kein Lurchi-Charisma. Dafür die Aura eines Tieres, das seit der Eiszeit einfach beschlossen hat, sich von der Menschheit möglichst wenig beeindrucken zu lassen.

Der Alpensalamander lebt in mittleren und hohen Gebirgslagen, versteckt zwischen Moos, Wurzeln und Geröllfeldern. Er wurde zum „Lurch des Jahres 2026“ gekürt – vermutlich, weil kaum jemand weiß, dass es ihn überhaupt gibt. Der Salamander ist extrem standorttreu. Manche Tiere verbringen ihr ganzes Leben auf wenigen Quadratmetern. Für einen Mountainbiker ist das ein Wimpernschlag. Für den Salamander: die ganze Welt.

Trockenheit hasst er wie Rennradfahrer Matsch. Seine Haut muss feucht bleiben, deshalb kommt er meist nachts, nach Regen oder in den frühen Morgenstunden aus seinem Versteck. Dann jagt er Würmer, Spinnen und Larven. Gemütlich. Ohne Hast. Der Alpensalamander vertraut darauf, dass die Berge langsam sind.

Leider sind Bikes schneller.

Weil er lackschwarz ist, verschmilzt er auf feuchten Trails nahezu mit dem Boden. Man sieht ihn kaum. Und wenn man ihn überrollt, spürt man ihn vermutlich nicht einmal. Das macht die Sache nicht besser.

Dabei ist der kleine Bergbewohner alles andere als wehrlos. Über Drüsen sondert er ein giftiges Hautsekret ab, das Fressfeinde abschrecken soll. Deshalb hat er nur wenige natürliche Gegner: besonders mutige Elstern, Alpendohlen oder Kreuzottern. Gegen Stollenreifen hilft das Sekret allerdings ungefähr so gut wie Sonnencreme gegen Lawinen.

Auch bei der Fortpflanzung gehört der Alpensalamander eher zur Fraktion „bloß keinen Stress“. Er gilt als ausgesprochen fortpflanzungsträge. Die Weibchen bringen nur wenige, dafür fertig entwickelte Jungtiere zur Welt – kein Kaulquappenstadium, kein Gewusel im Tümpel. Evolution auf Sparflamme. Genau deshalb sind die Populationen klein und empfindlich.

Der Alpensalamander steht streng unter Schutz. Nicht, weil er spektakulär wäre. Sondern weil er das Gegenteil ist: leise, langsam, verborgen. Ein Tier wie ein stilles Waldgeheimnis.

Und vielleicht ist genau das sein Problem. Wer laut ist, wird gesehen. Wer unsichtbar lebt, endet leicht als Kollateralschaden auf zwei Rädern.

3 | Äskulapnatter

Die Kletterkünstlerin

Wer dieser Schlange im Wald begegnet, bekommt einen Schreck. Bis zu zwei Meter lang kann die Äskulapnatter werden – damit ist sie die größte Schlange Europas. Ihr Anblick lässt manchen Wanderer oder Biker instinktiv einen Schritt zurückweichen. Völlig zu Unrecht.

Denn die Äskulapnatter ist ungiftig, friedlich und scheuer als die meisten Menschen. Ein einfacher Blick in die Augen verrät es: Statt der senkrechten „Katzenpupille“ einer Viper besitzt sie runde Pupillen – ein typisches Merkmal der Nattern. Bei Gefahr setzt sie lieber auf Flucht als auf Konfrontation. Nur wenn man sie festhält oder bedrängt, verteidigt sie sich mit einem harmlosen Biss.

Die Färbung reicht von gelblich-braun über oliv bis fast schwarz. Perfekte Tarnung für sonnige Waldränder, Trockenhänge und lichte Mischwälder. Dort jagt die tagaktive Schlange Mäuse, Eidechsen, junge Eichhörnchen und sogar Fledermäuse. Größere Beutetiere werden umschlungen und erdrosselt.

Ihre eigentliche Superkraft ist jedoch das Klettern. Dank spezieller Bauchschuppen kann sie selbst glatte Baumstämme erklimmen. Beobachter berichten von Tieren, die mehrere Meter senkrecht an Bäumen emporsteigen. Für eine Schlange wirkt das beinahe wie Zauberei.

Im Winter verfällt die Äskulapnatter in Kältestarre und zieht sich in Felsspalten, Wurzelhöhlen oder alte Gemäuer zurück. Im Sommer dagegen liebt sie Wärme und Sonne – oft den sonnenbeschienenen Trail. Wege, Forststraßen und Trails werden deshalb immer wieder zur Todesfalle.

Dabei kann die Äskulapnatter erstaunlich alt werden. In freier Natur erreicht sie oft 20 bis 30 Jahre, in menschlicher Obhut sogar deutlich mehr. Vorausgesetzt, kein Reifen beendet ihre Karriere vorzeitig.

Benannt wurde die Schlange nach Äskulap, dem griechischen Gott der Heilkunst. Sein Stab, um den sich eine Schlange windet, ist bis heute das bekannteste Symbol der Medizin. Ironischerweise braucht die Äskulapnatter selbst dringend Hilfe: In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt sie nur noch in wenigen, isolierten Beständen vor und gilt vielerorts als stark gefährdet.

Wer also das Glück hat, auf dem Trail einer Äskulapnatter zu begegnen, sieht nicht einfach nur eine Schlange. Sondern ein Stück europäischer Naturgeschichte – älter als jede Mountainbike-Marke.

​4 | Wolfsspinne

Die Jägerin ohne Netz

Wer an Spinnen denkt, denkt an Netze. Die Wolfsspinne hält davon wenig. Sie jagt lieber zu Fuß – und „spinnt“ nicht rum.

Wolfsspinnen sind die Wölfe unter den Spinnen: schnelle, aktive Räuber, die ihrer Beute hinterjagen, statt auf sie zu warten. In Mitteleuropa gibt es rund 90 Arten. Manche leben auf trockenen Heideflächen, andere in Mooren und Sümpfen – die sogenannten Piratenspinnen. Allen gemeinsam ist ihr Lebensstil: Nomaden statt Netzbesitzer. Sie verstecken sich unter Steinen, Totholz oder Laub und ziehen los, sobald Hunger aufkommt.

Ihre Jagdtechnik ist simpel und effektiv. Entdecken sie einen Käfer, eine Fliege oder eine andere Spinne, pirschen sie sich heran, sprinten los und springen ihr Opfer an. Ein kurzer Biss, Gift wirkt, Mahlzeit erledigt. Fangnetz? Überbewertet.

Dabei verfügen Wolfsspinnen über eine bemerkenswerte Sehkraft. Acht Augen blicken in die Welt, die beiden großen Mittelaugen funktionieren fast wie ein Fernglas. Einige Arten können sich am Sonnenstand orientieren und sogar polarisiertes Licht wahrnehmen – eine Fähigkeit, die sonst eher von Bienen oder Navigationssystemen bekannt ist. Für ein Tier, das kaum größer als eine Euromünze wird, ist das ziemlich beeindruckend.

Auf Waldwegen und Trails sind Wolfsspinnen häufig unterwegs. Sie jagen tagsüber, kreuzen Wege und huschen über offenen Boden. Genau dort werden sie für Mountainbiker zum unsichtbaren Kollateralschaden. Wer mit Tempo bergab rauscht, erkennt weder eine Wolfsspinne noch spürt er, wenn sie unter dem Stollen verschwindet.

Besonders sympathisch wird die Wolfsspinne beim Thema Familie. Während viele Spinnen nach der Eiablage das Interesse verlieren, betreiben Wolfsspinnen intensive Brutpflege. Die Mutter trägt ihren Eikokon wochenlang am Hinterleib mit sich herum. Schlüpfen die Jungspinnen, klettern sie auf ihren Rücken und lassen sich durch die Welt chauffieren. Eine Wolfsspinne mit Dutzenden Babys auf dem Rücken wirkt wie ein lebender Schulbus.

Die Männchen dagegen haben es schwer. Um ein Weibchen zu beeindrucken, führen sie aufwendige Balztänze auf, winken mit den Vorderbeinen und trommeln Signale auf den Boden. Hat die Romanze Erfolg, endet das Leben des Männchens oft wenig später. Die meisten werden kaum älter als ein Jahr.

Die bekannteste Vertreterin der Familie ist die Tarantel, die auch in Südeuropa vorkommt und früher Schauergeschichten inspirierte. Tatsächlich sind Wolfsspinnen für Menschen völlig harmlos. Bisse sind extrem selten und meist nicht schlimmer als ein Mückenstich.

​5 | Waldameise

Die Herrscherin des Waldes

Wer im Wald nur auf Rehe, Füchse und Wildschweine achtet, übersieht die eigentlichen Machthaber. Die Waldameise wiegt kaum mehr als ein Stecknadelkopf – und regiert dennoch ganze Landstriche.

In Deutschland leben 23 Ameisenarten der Waldameisen-Gruppe. Sie gehören zu den wichtigsten Tieren des Ökosystems. Ohne sie würden viele Wälder anders aussehen. Waldameisen vertilgen riesige Mengen an Raupen, Käfern und anderen Insekten – darunter auch den gefürchteten Borkenkäfer. Gleichzeitig lockern sie den Boden, verbreiten Pflanzensamen und dienen Spechten, insbesondere dem Grünspecht, als Hauptnahrung. Ein Wald ohne Ameisen wäre ein deutlich ärmerer Ort.

Die Arbeiterinnen wirken wie kleine Muskelpakete. Mit ihren kräftigen Beißwerkzeugen transportieren sie Lasten, die ein Vielfaches ihres Körpergewichts betragen. Ihre großen Facettenaugen sind voll entwickelt, was für Ameisen keineswegs selbstverständlich ist. Wer einmal einen Ameisenpfad gekreuzt hat, weiß: Diese Tiere wirken, als hätten sie einen minutiösen Einsatzplan.

Und tatsächlich leben Waldameisen in Staaten, gegen die manche Großstadt provinziell wirkt.

Ein einziges Nest kann Hunderttausende Bewohner beherbergen. In großen Kolonien leben bis zu 1.000 Königinnen und insgesamt mehrere Millionen Ameisen. Besonders spektakulär: Viele Nester gehören zu sogenannten Superkolonien. Im Gebirgswald können bis zu 3.200 miteinander verbundene Nester auf einer Fläche von nur drei Quadratkilometern zusammenarbeiten. Für Ameisen ist das ein Imperium.

Ihre berühmten Ameisenhügel sind weit mehr als Haufen aus Nadeln und Zweigen. Die Kuppeln funktionieren wie hoch entwickelte Klimaanlagen. Je dicker der darunterliegende Baumstumpf, desto größer wird oft die Kuppel. Die Nester reichen bis zu zwei Meter tief in den Boden und sind meist nach Nord-Süd ausgerichtet, damit sie nicht überhitzen. Im Inneren sorgen ausgeklügelte Luftschächte für Belüftung und konstante Temperaturen – ein Meisterwerk biologischer Architektur.

Auf dem Speiseplan steht übrigens nicht in erster Linie Fleisch. Waldameisen sind verrückt nach Honigtau, den zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blattläusen. Man könnte sagen: Die Ameisen halten Blattläuse wie Nutztiere und melken sie regelmäßig. Süßigkeiten waren noch nie weit entfernt.

Früher gab es in Österreich sogar einen eigenen Beruf: den Ameisler. Diese Männer sammelten Ameisenpuppen, trockneten sie und verkauften sie als wertvolles Vogelfutter. Heute wäre das undenkbar. Waldameisen stehen unter strengem Schutz und dürfen weder gestört noch getötet werden.

Für Mountainbiker sind sie dennoch häufige Kollateralopfer. Ameisenstraßen queren Wege und Trails oft zu Tausenden. Wer mit Tempo über den Waldboden fliegt, bemerkt weder die Arbeiterinnen noch die Verluste. Für die Kolonie mag das verkraftbar sein. Für die einzelne Ameise endet die Schicht abrupt.

Dabei könnte eine Königin bis zu 20 Jahre alt werden. Eine Arbeiterin schafft immerhin sechs Jahre – falls ihr nicht vorher ein 2,4 Zoll breiter Stollenreifen begegnet.

6 | Waldmistkäfer

Der Bus-Zieher

Wer den Waldmistkäfer überrollt, merkt davon vermutlich nichts. Schade eigentlich. Denn unter den glänzend schwarz-blau schimmernden Flügeldecken steckt ein Kraftprotz, gegen den jeder Gewichtheber wie ein Bürohengst wirkt. Der Waldmistkäfer gilt als eines der stärksten Tiere der Welt: Er kann das bis zu 1000-Fache seines Körpergewichts bewegen. Umgerechnet auf einen Menschen wäre das, als würde er sechs vollbesetzte Doppeldeckerbusse hinter sich herziehen, nämlich 80 Tonnen.


Der Waldmistkäfer lebt von Spanien bis Sibirien, vom Flachland bis in Höhen von rund 2000 Metern. Besonders wohl fühlt er sich in feuchten Wäldern. Seine Leibspeise klingt wenig glamourös: Kot. Daneben stehen Pilze, Aas und verrottende Pflanzenreste auf dem Speiseplan. Damit gehört er zu den großen Aufräumern des Waldes. Was andere liegen lassen, macht er unsichtbar.


Unter der Erde zeigt sich sein wahrer Fleiß. Käferpaare graben bis zu 80 Zentimeter tiefe Stollen. Das Weibchen arbeitet sich nach unten, das Männchen schaufelt die Erde nach oben. In einer eigens angelegten Brutkammer wird ein Ei abgelegt. Die Larve lebt dort bis zu einem Jahr, gut versorgt mit einem Vorrat aus organischem Material. Erst danach schlüpft der fertige Käfer.


Auf Waldwegen ist der Waldmistkäfer oft gemächlich unterwegs. Genau das wird ihm zum Verhängnis. Wo Wanderer ihn noch bemerken, rauschen Mountainbiker und Gravelbiker häufig vorbei – oder darüber hinweg. Dabei gehört er zu den heimlichen Helden des Ökosystems. Ohne Mistkäfer würden Exkremente und Kadaver deutlich länger liegen bleiben.


Und noch ein kurioses Detail: Nimmt man einen Waldmistkäfer vorsichtig in die Hand und hält ihn ans Ohr, hört man manchmal ein leises Quietschen. Mit diesen Stridulationslauten protestiert der kleine Muskelprotz gegen seine Entführung. Der Waldmistkäfer kann 2 bis 3 Jahre alt werden, pickt ihn nicht ein Vogel auf, fressen ihn Igel oder Schlingnatter oder walzt ihn ein Fahrradreifen platt.

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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