Gewicht- und SicherheitsbedenkenDürfen E-MTBs mit in den Lift?

Gitta Beimfohr

 · 03.02.2026

Oha - zum Supertrail "Portail de Fully" hinauf geht's mit einer Gondel, die ein recht ausgefallenes Bike-System hat.
Foto: Supertrails
Es gibt Situationen, da ist man während einer langen Alpentour auf Lift und Seilbahn angewiesen. Was aber, wenn der Liftmann sagt: “No E-Bikes”? Tatsächlich kann es gute Gründe dafür geben. Manchmal darf man aber mit einem Trick doch noch einsteigen.

Die Ausgabe BIKE 2/26 lag gerade druckfrisch am Kiosk, da erreichte uns schon die erste Leser-Mail zum darin enthaltenen Ischgl-Trailguide: Die Touren-Nummern in der Übersichtskarte seien vertauscht (SORRY! Anm. d. Red.) und außerdem hätten wir die Probleme mit dem E-MTB-Transport im Lift nicht erwähnt. “Probleme beim Lift-Transport?! Wir hatten keine.”, versicherte der Autor des Trailguides. Doch der Leser blieb hartnäckig. Er habe die Informationen direkt vom Tourismusverband bekommen. Also fragten wir selbst beim TVB in Ischgl nach - und tatsächlich gibt es offizielle Einschränkungen für E-Biker:

  • ​Bei den Kabinenbahnen Silvretta und Fimba werden E-MTBs ohne Einschränkung in der Kabine transportiert.
  • In der Flimjochbahn (Sessellift zum Äußeren Viderjoch) wird das Bike seitlich am Sessel transportiert. Allerdings ist für diese Halterung nur ein Bike-Maximalgewicht von 25 Kilo zugelassen. Daher muss hier bei einem E-MTB der Akku entnommen werden.
  • E-MTBs mit über 25 Kilo, deren Akku nur schwer oder gar nicht ausbaubar sind, können in der Flimjochbahn nicht transportiert werden.
Leichte Schlagseite: Bei schweren E-MTBs muss in der Flimjochbahn der Akku entnommen werden.Foto: SupertrailsLeichte Schlagseite: Bei schweren E-MTBs muss in der Flimjochbahn der Akku entnommen werden.

Eine Waage hat unser Autor während der Recherche am Sessellift nicht entdeckt. Er und seine Begleiter wurden auch nicht nach dem Gewicht ihrer Bikes gefragt oder zum Ausbau ihrer Akkus aufgefordert. Aber vermutlich haben die Liftmänner inzwischen ein gutes Auge für die unterschiedlichen Gewichtsklassen der Bikes entwickelt.

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Transport-Probleme im Bikepark Brandnertal

Auch im Bikepark Brandnertal in Vorarlberg war bisher in einem der vier Lifte, nämlich in der Loischkopfbahn, der E-MTB-Transport nur mit ausgebautem Akku möglich. Doch das wird sich in der Sommersaison 2026 ändern, denn hier wurde kräftig in den Bike-Tourismus investiert: Seit Dezember schnurrt am Loischkopf eine nagelneue Gondelbahn mit 40 Kabinen und 20 speziell entwickelten “Bike-Cabs” für den uneingeschränkten (E-)Bike-Transport.

Auf der Homepage der Kitzbüheler Alpen wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass in “einigen Liften” in Kirchberg und Brixental die Akkus aus Gewichtsgründen ausgebaut werden müssen. Inwiefern das jeweils kontrolliert wird, hängt wahrscheinlich auch hier vom Liftpersonal ab. Viele Bikepark-Besucher lassen im Zweifel den Akku sowieso gleich im Auto, wenn auf den Trails keine Gegenanstiege oder längere Flachpassagen weg zu drücken sind.

Wer aber eine größere Touren-Mission plant, zum Beispiel eine mehrtägige Alpenüberquerung mit Lifteinsatz, der sollte vorab auf den Homepages der Seilbahnen recherchieren, ob es eventuell Transport-Einschränkungen geben könnte. Vor allem wenn der Akku fest im Rahmen integriert ist.

Spontan fiel uns übrigens ein Lift in Europa ein, in den man auf gar keinen Fall mit einem E-MTB steigen sollte - der Lift auf den Monte Monte Capanne auf Elba:

Den Lift auf Elba sollte sich nur gönnen, wer sein Bike mindestens 20 Minuten lang so halten kann.Foto: ElbaDen Lift auf Elba sollte sich nur gönnen, wer sein Bike mindestens 20 Minuten lang so halten kann.

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