Das Gravelbike-Lexikon (5)Unterholz Hacking, Overnighter, Dichtmilch-Party...wie bitte?

Dimitri Lehner

 · 24.08.2026

Das Gravelbike-Lexikon (5): Unterholz Hacking, Overnighter, Dichtmilch-Party...wie bitte?Foto: Laurin Lehner
Was ist denn da los? Mal wieder am Unterholz Hacken!

Themen in diesem Artikel

Do you speak Gravel?“ – Klingt der Gravel-Jargon für dich noch nach Fremdsprache? Kein Problem: Mit unserem Gravel-Lexikon bringst du dein Vokabular ruckzuck auf den neuesten Stand.

1 Unterholzhacking

Der Navi-Track versprach einen idyllischen Pfad, die Realität liefert manns hohes Dickicht. Manchmal ist daran nicht einmal die Technik schuld, sondern die eigene Abenteuerlust: Ein verlockender Abzweig, ein schmaler Trampelpfad – und plötzlich steckt man mitten im Unterholz-Hacking. Während Dornen spürbar die Waden gravieren und Äste gierig nach den Speichen greifen, wird das Gravelbike kurzerhand zur Schultertasche degradiert. Spätestens wenn das Dickicht siegt, verwandelt sich der Ausflug schlagartig in Type 2 Fun: Im Moment eine absolute Farce, in der Kneipe am Abend die beste Geschichte des Tages.

2 Overnighter

​„Lass uns einen Overnighter machen!“ Das ist kein monatelanger Bikepacking-Trip, sondern die gelungene Flucht aus dem Alltag für ein bis zwei Nächte. Im Idealfall heißt das: schlafen unterm Sternenhimmel, nur mit Schlafsack und Isomatte, an Orten wie einer Burgruine, im Steinbruch oder auf einem Berggipfel. Wer es weniger rustikal mag, wählt die Pension oder das kleine Landhotel. So oder so gilt: Ein Overnighter im Sommer ist Pflichtprogramm für jeden Gravelbiker. Ein bisschen Abenteuer muss schließlich sein.

3. Dichtmilch-Party

Ich erkläre es euch so: Mein Bruder Laurin ist ein echtes Dichtmilch-Party-Animal. Auf gefühlt jeder Overnighter-Tour veranstaltet er sein persönliches Spektakel: Entweder ist die Milch längst im Reifen eingetrocknet und er muss fluchend nachpumpen alle halbe Stunde. Oder er überrollt präzise den einzigen Nagel im Umkreis von hundert Kilometern, der sich wie eine eiserne Dichtwurst ins Reifengummi piekst – nur eben ohne abzudichten. Und dann steigt sie, die Dichtmilch-Party: Es spritzt, gurgelt und furzt, während die weiße Soße vollkommen wirkungslos aus dem Reifen quillt. Ein feuchtfröhliches Event für Mensch und Natur. Mit Open End im treffendsten Sinn des Wortes.​

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Dimitri Lehner ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihn fasziniert fast jede Disziplin des Funsports – neben Biken ganz vorne: Windsurfen, Skifahren und Fallschirmspringen. Seine neueste Leidenschaft: das Gravelbike. Damit fuhr er kürzlich von München an die Ostsee – und fand es herrlich. Und anstrengend. Herrlich anstrengend!

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