Ein heißer Sommertag, die Flasche klemmt im Halter, die Sonne brennt. Was gut klingt – warmes Wasser für unterwegs – ist chemisch gesehen eher ungünstig. Denn Wärme beschleunigt, was ohnehin passiert: Kunststoff gibt Stoffe ab. Wie viele, welche und in welcher Menge, das hängt vom Material ab – und ist oft schlicht unbekannt, weil Hersteller weder Kunststoffsorte noch Zusatzstoffe angeben müssen.
Forscher der Universität Kopenhagen haben nachgewiesen, dass aus neuen Plastik-Fahrradflaschen Hunderte verschiedene chemische Verbindungen ins Wasser übergehen können. Ob und wie giftig die meisten davon sind, weiß die Wissenschaft noch nicht. Was sie weiß: Ältere oder günstige Flaschen können Weichmacher wie Bisphenol A (BPA) enthalten, die das Hormonsystem beeinflussen. Dazu kommt Mikroplastik – winzige Partikel, die sich durch Abrieb und Alterung lösen und mitgetrunken werden. Sie sind sogar im Blut schon nachweisbar. Die Problematik gilt übrigens auch für das Schneidebrett aus Plastik in der Küche!
Wer mit dem Bike unterwegs ist, fasst seine Flasche mit schmutzigen Händen an, Matsch spraddelt auf das Mundstück, vielleicht auch Spritzer vom Kuhfladen, durch den man gerade gerollt ist. Staub setzt sich drauf. Das Beißventil oder der Ziehverschluss einer typischen Fahrradflasche ist damit ein Paradies für Bakterien und Pilze. Isotonische Getränke und Säfte machen es noch einfacher für Keime. Kurz: Die Flasche wird im Bikesport härter beansprucht als anderswo – und das merkt man ihr an.
Die gute Nachricht: Es gibt einfache Maßnahmen, die das Risiko deutlich senken.
Akut giftig ist die Plastikflasche nicht. Wer aber täglich daraus trinkt, jahrelang, im Sommer, mit Isogetränk – der summiert mehr auf, als er vielleicht möchte. Edelstahl ist unkomplizierter, hygienischer und langlebiger. Wer trotzdem bei Plastik bleibt: kühle Getränke, saubere Flasche, regelmäßiger Tausch. So einfach ist die Formel.

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