Spezialsportarten bedienen sich eines Spezial-Jargons. Das klingt für Laien wie Seglersprache oder Jäger-Sprech – unverständlich! Man braucht regelrecht ein Lexikon, um zu verstehen, was gemeint ist. Mehr noch: Erst wer die Spezialbegriffe kennt und nutzt, gehört zum „Inner Circle”. Wer’s nicht versteht, outet sich unfreiwillig als Laie – und bekundet damit seinen Rookie-Statuts. Damit euch das nicht passiert: hier die ersten drei Begriffe.
Damit ist ganz feiner Schotter gemeint. So fein, dass die Reifen ganz sanft durchsurren. Der Begriff entstand in Anlehnung an „Champagner Powder” beim Skifahren. Erfunden wurde die Bezeichnung in den 1950er-Jahren von dem Skipionier Joe McElroy. Als er bei tiefem Neuschnee den Hang hinunterfuhr, wirbelte der extrem leichte, trockene Schnee so stark auf, dass die feinen Eiskristalle im Gesicht kribbelten. McElroy verglich dieses Prickeln im Gesicht mit den aufsteigenden Perlen im Glas von Champagner. Seitdem wird extrem leichter, fluffiger und trockener Tiefschnee als Champagner Powder bezeichnet. Das Wortspiel wurde aufs Gravelbiken übertragen.
Darunter versteht man die Tasche, die am Sattelrohr befestigt wird. Sie wird direkt unter den Sattel geschnallt und ragt lang, schräg und zylinderförmig nach oben und nach hinten heraus. Da sie genau hinter dem Gesäß („Arsch“) befestigt ist und durch ihre längliche, oft leicht konische Form wie ein Triebwerk oder eine Rakete aussieht, liegt der Name visuell auf der Hand. Wenn die Tasche voll gepackt und oft nicht richtig am Rahmen fixiert ist, beginnt sie beim Fahren – besonders im Wiegetritt – leicht hin und her zu schwingen. Das erinnert optisch zusätzlich an das Wackeln oder Steuern einer kleinen Rakete am Hinterteil.
Dass die Gummiüberzüge der Schalt-Bremshebel so heißen, liegt an zwei einfachen Gründen:
1. Die Schutzfunktion (wie eine Kapuze). Genau wie eine Kapuze deinen Kopf vor Regen und Wind schützt, stülpt sich die Gummiabdeckung schützend über die obere Mechanik des Bremshebels. Sie schirmt die empfindliche Technik im Inneren vor Schmutz, Wasser und Schweiß ab. Da Bremshebelabdreckung sehr sperrig klingt, greifen Gravelbiekr auf den knackigeren englischen Begriff zurück: Hoods. Man bezeichnet den gesamten oberen, höckerartigen Teil des Bremshebels als Hood. Wenn Radfahrer oben auf diesen Abdeckungen greifen (was die häufigste und bequemste Haltung beim Graveln und Rennradfahren ist), fahren sie „on the hoods“. Im Deutschen hat sich der Begriff einfach als Bezeichnung für die Gummihüllen selbst eingebürgert.

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