Shimano-Teile gestohlen – Bankräuber-Methoden bei Komponentenraub

Tobias Ziganek

 · 09.02.2022

Shimano-Teile gestohlen – Bankräuber-Methoden bei KomponentenraubFoto: Hersteller

Verrückte Zeiten: Statt Geldtransporter werden nun LKWs mit Ritzeln, Schalthebeln und Bremsen überfallen. Dass Bike-Teile tatsächlich einen so hohen Stellenwert erreicht haben, zeigt dieser Überfall.

Der tschechische Radhersteller Bike Fun International (BFI) – das Unternehmen hinter den Bike-Marken Superior und Rock Machine – teilte am 8. Februar mit, dass ihm eine große Menge Shimano-Komponenten aus einem LKW gestohlen wurden. Der Vorfall ereignete sich bereits in der Nacht zum 21. Januar. Die Polizei vermutet, dass Profis am Werk waren, da die Täter akribisch vorgingen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter den LKW auf seinem Weg nach Tschechien verfolgt hatten, bis der Fahrer eine Pause an einer deutschen Raststätte einlegte. Daraufhin setzen die Diebe Betäubungsgas ein, um den Fahrer in der Fahrzeugkabine außer Gefecht zu setzen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass es sich um Profis handelte: Die Täter entwendeten ausschließlich die Kisten mit den teuersten Komponenten. Neun Kisten mit günstigeren Anbauteilen von Shimano blieben im LKW zurück. Ihre Spuren verwischten die vermutlichen Profi-Diebe danach mit einem Feuerlöscher.

  Mit einem Feuerlöscher verwischten die Diebe nach dem Komponenten-Raub ihre Spuren. Nur ein paar Kartons mit günstigeren Shimano-Teilen ließen sie zurück.Foto: Hersteller
Mit einem Feuerlöscher verwischten die Diebe nach dem Komponenten-Raub ihre Spuren. Nur ein paar Kartons mit günstigeren Shimano-Teilen ließen sie zurück.

Für Bike Fun International ist es ein herber Schlag. Durch diesen Vorfall können angeblich zehntausend Räder nicht fertig montiert und ausgeliefert werden. Kunden, die bereits eine Bestellung aufgegeben haben, sollen nicht betroffen sein. BFI habe dafür noch genug Lagerbestände. Doch in naher Zukunft werden manche Modelle der Marken Superior und Rock Machine Lieferzeiten von bis zu einem Jahr haben.

Der Leiter der Lieferkette bei BFI, Petr Krkoska äußerte sich ebenfalls zu dem dreisten Raub: „Wir haben eine solche Situation noch nie gehabt. Auch Shimano hat eine solch gezielte Tat noch nie erlebt.“ Zudem möchte man den Überfall publik machen, um andere Teile-Produzenten und Bike-Hersteller zu warnen, denn niemand sei davor sicher.

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