Tubeless-Ventil Test - Stan's Exo CoreHoher Airflow dank außenliegendem Kern!?!

Stefan Frey

 · 13.03.2026

Stan's hat mit dem Tubeless Exo-Core Valve ein spezielles Tubeless-Ventil im Programm, das auf einen außenliegenden Kern setzt.
Foto: Georg Grieshaber

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.

Das Stan’s Tubeless Exo-Core Valve sieht aus wie die Dame beim Schach, doch es handelt sich um ein clever konstruiertes High-Flow-Tubeless-Ventil. Dank seines außenliegenden Kerns soll es den Luftfluss deutlich verbessern und auch Vorteile beim Handling bieten. Wir haben insgesamt zehn Tubeless-Ventile getestet. Ob das Exo-Core Valve fast 55 Euro wert ist? Wir klären auf.

Dichtmilch für Tubeless-Systeme – das ist das eigentliche Steckenpferd von Stan’s. Mit dem Original Tubeless-Sealant kam Stan’s bereits 2001 auf den Markt. Seitdem wurde die Rezeptur stets weiterentwickelt. Passend dazu gibt es nun auch spezielle Tubeless-Ventile, die den Befüllvorgang erleichtern und nicht mehr verstopfen sollen. Durch ihre spezielle Konstruktion soll zudem deutlich mehr Luft in den Reifen strömen.

Der außenliegende Ventilkern erlaubt einen deutlich besseren Luftstrom als ein Standard-Ventil.Foto: Georg GrieshaberDer außenliegende Ventilkern erlaubt einen deutlich besseren Luftstrom als ein Standard-Ventil.

Dafür setzt Stan’s auf einen voluminösen Kern, der außen auf den Ventilschaft aufgeschraubt wird. Auch die Anpassung des Luftdrucks soll so vereinfacht werden. Statt wie von Presta-Ventilen gewohnt den Kern nach unten zu drücken, öffnet man den Luftstrom über einen Dreh am Ventilaufsatz.

Der Ventilboden verfügt über insgesamt 5 Öffnungen, durch die die Dichtmilch in den Reifen und auch an Tubeless-Inserts vorbeifließen kann.​

Stan's Tubeless Exo-Core Valve - Infos

  • Preis: 54,95 Euro >> hier reduziert erhältlich*
  • Gewicht: 6,84 Gramm
  • Ventillänge: 49,15 Millimeter
  • Verfügbare Längen: Regular / Medium / Tall / Extra Tall
  • Ventilkopf: eigenes System, Presta-tauglich
  • Ausfluss-Öffnungen / Insert-tauglich: 5 / ja
  • Besonderheiten: Luftablassen per Drehfunktion, spezieller Ventilkern mit vergrößertem Durchmesser, Twist and Pull Kappe, farblich anpassbar

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Montage & Handling

​Der Dichtungsgummi mit länglicher Form passt nicht optimal zu allen Felgenprofilen. Wir hatten im Test mit einer Newmen-Felge teilweise leichten Luftverlust. Die kleine Mutter greift sich rutschig und lässt sich mit dem integrierten Dichtgummi nur schwer aufschrauben. Der Ventilboden verfügt über keine Inbus-Bohrung, die beim Einschrauben des Ventils helfen könnte.

Das Luftablassen im Reifen hat uns dagegen gut gefallen. Der außenliegende Ventilkern lässt sich leicht aufschrauben und fein dosieren. Je weiter man aufdreht, desto mehr Luft strömt durchs Ventil.

Durch die spezielle Konstruktion lässt sich der Reifen auch mit Dichtmilch befüllen, ohne dass dafür der Kern entfernt werden muss. Will man zur Erstmontage des Reifens den Luftfluss maximieren, lässt sich der Ventilkern problemlos von Hand abschrauben. Doch auch mit Kern konnten wir alle Tubeless-Reifen im Test nur mit Druck aus der Standpumpe ins Felgenbett pressen.

​Bewertung & Fazit - Stan's Tubeless Exo-Core Valve

Dank des speziellen Designs bietet das Stan’s mehr als doppelt so hohen Airflow wie ein Standard-Tubeless-Ventil.Foto: Georg GrieshaberDank des speziellen Designs bietet das Stan’s mehr als doppelt so hohen Airflow wie ein Standard-Tubeless-Ventil.
KategorieNote
Gewicht (20%)2,5
Handling (20%)2,3
Airflow (30%)1,5
Schutz vor Verstopfen (30%)2,0
BIKE-NOTE2,0

Fazit: Stan's Tubeless Exo-Core Valve

Zwar gestaltet sich die Montage des Stan’s etwas umständlicher, weil die Rändelschraube mit integriertem Dichtring zäh läuft und es keinen Inbus-Einsatz im Boden gibt. Dafür macht sich die aufwändige Konstruktion mit außenliegendem Kern bezahlt. Es strömt deutlich mehr Luft durch das Ventil und auch das Handling beim Anpassen des Luftdrucks gefällt. Milch lässt sich auch mit aufgesetztem Kern einfüllen und dennoch neigt das Stan’s weniger zum Verstopfen. Farbige Ventilkappen bieten die Möglichkeit zur Individualisierung. Leider recht teuer.

​So haben wir den Luftfluss gemessen

Um herauszufinden, welches Ventil den besten Airflow bietet, haben wir umfangreiche Messreihen durchgeführt. Doch am anschaulichsten lässt sich der Effekt direkt am Laufrad nachweisen. Die Basis bildet ein 29 x 2,4 Zoll breiter MTB-Reifen, der mithilfe eines Digital-Manometers mit jeweils 2,0 Bar befüllt wird. Wir haben in mehreren Durchgängen gemessen, wie viel Luft in fünf Sekunden bei vollständiger Öffnung des jeweiligen Ventils entweicht.

Startdruck 2,0 Bar. Wir haben gemessen, wieviel Luft bei voll geöffnetem Ventil in 5 Sekunden aus dem Reifen entweicht.Foto: Stefan FreyStartdruck 2,0 Bar. Wir haben gemessen, wieviel Luft bei voll geöffnetem Ventil in 5 Sekunden aus dem Reifen entweicht.

Während sich alle Presta-Ventile – mit Abweichungen von +/- 2 Prozent im Bereich von 34,1 Prozent bewegen, strömt durch das Topeak-Ventil in derselben Zeit die doppelte Menge an Luft. Bei Stan’s haben wir einen Luftverlust von 78 Prozent, bei Reserve 87,4 Prozent gemessen. Das kernlose Muc-Off schafft 100 Prozent Luftdurchsatz, das heißt, nach fünf Sekunden war kein messbarer Druck mehr im Reifen. Damit setzt es mit Abstand den Bestwert in diesem Vergleich.

Bei Muc-Off ist schon nach fünf Sekunden die Luft komplett raus, während bei den Presta-Ventilen in der derselben Zeit im Schnitt nur 34,1 Prozent der Luft aus dem Reifen entweicht.Foto: Stefan FreyBei Muc-Off ist schon nach fünf Sekunden die Luft komplett raus, während bei den Presta-Ventilen in der derselben Zeit im Schnitt nur 34,1 Prozent der Luft aus dem Reifen entweicht.
Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

Meistgelesen in der Rubrik Komponenten