Stefan Frey
· 13.03.2026
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Dichtmilch für Tubeless-Systeme – das ist das eigentliche Steckenpferd von Stan’s. Mit dem Original Tubeless-Sealant kam Stan’s bereits 2001 auf den Markt. Seitdem wurde die Rezeptur stets weiterentwickelt. Passend dazu gibt es nun auch spezielle Tubeless-Ventile, die den Befüllvorgang erleichtern und nicht mehr verstopfen sollen. Durch ihre spezielle Konstruktion soll zudem deutlich mehr Luft in den Reifen strömen.
Dafür setzt Stan’s auf einen voluminösen Kern, der außen auf den Ventilschaft aufgeschraubt wird. Auch die Anpassung des Luftdrucks soll so vereinfacht werden. Statt wie von Presta-Ventilen gewohnt den Kern nach unten zu drücken, öffnet man den Luftstrom über einen Dreh am Ventilaufsatz.
Der Ventilboden verfügt über insgesamt 5 Öffnungen, durch die die Dichtmilch in den Reifen und auch an Tubeless-Inserts vorbeifließen kann.
Der Dichtungsgummi mit länglicher Form passt nicht optimal zu allen Felgenprofilen. Wir hatten im Test mit einer Newmen-Felge teilweise leichten Luftverlust. Die kleine Mutter greift sich rutschig und lässt sich mit dem integrierten Dichtgummi nur schwer aufschrauben. Der Ventilboden verfügt über keine Inbus-Bohrung, die beim Einschrauben des Ventils helfen könnte.
Das Luftablassen im Reifen hat uns dagegen gut gefallen. Der außenliegende Ventilkern lässt sich leicht aufschrauben und fein dosieren. Je weiter man aufdreht, desto mehr Luft strömt durchs Ventil.
Durch die spezielle Konstruktion lässt sich der Reifen auch mit Dichtmilch befüllen, ohne dass dafür der Kern entfernt werden muss. Will man zur Erstmontage des Reifens den Luftfluss maximieren, lässt sich der Ventilkern problemlos von Hand abschrauben. Doch auch mit Kern konnten wir alle Tubeless-Reifen im Test nur mit Druck aus der Standpumpe ins Felgenbett pressen.
| Kategorie | Note |
| Gewicht (20%) | 2,5 |
| Handling (20%) | 2,3 |
| Airflow (30%) | 1,5 |
| Schutz vor Verstopfen (30%) | 2,0 |
| BIKE-NOTE | 2,0 |
Zwar gestaltet sich die Montage des Stan’s etwas umständlicher, weil die Rändelschraube mit integriertem Dichtring zäh läuft und es keinen Inbus-Einsatz im Boden gibt. Dafür macht sich die aufwändige Konstruktion mit außenliegendem Kern bezahlt. Es strömt deutlich mehr Luft durch das Ventil und auch das Handling beim Anpassen des Luftdrucks gefällt. Milch lässt sich auch mit aufgesetztem Kern einfüllen und dennoch neigt das Stan’s weniger zum Verstopfen. Farbige Ventilkappen bieten die Möglichkeit zur Individualisierung. Leider recht teuer.
Um herauszufinden, welches Ventil den besten Airflow bietet, haben wir umfangreiche Messreihen durchgeführt. Doch am anschaulichsten lässt sich der Effekt direkt am Laufrad nachweisen. Die Basis bildet ein 29 x 2,4 Zoll breiter MTB-Reifen, der mithilfe eines Digital-Manometers mit jeweils 2,0 Bar befüllt wird. Wir haben in mehreren Durchgängen gemessen, wie viel Luft in fünf Sekunden bei vollständiger Öffnung des jeweiligen Ventils entweicht.
Während sich alle Presta-Ventile – mit Abweichungen von +/- 2 Prozent im Bereich von 34,1 Prozent bewegen, strömt durch das Topeak-Ventil in derselben Zeit die doppelte Menge an Luft. Bei Stan’s haben wir einen Luftverlust von 78 Prozent, bei Reserve 87,4 Prozent gemessen. Das kernlose Muc-Off schafft 100 Prozent Luftdurchsatz, das heißt, nach fünf Sekunden war kein messbarer Druck mehr im Reifen. Damit setzt es mit Abstand den Bestwert in diesem Vergleich.

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