Adrian Kaether
· 23.06.2026
Bei den Myriaden an Tourenreifen im Portfolio kann man bei Schwalbe schonmal den Überblick verlieren. Das Thema geht Schwalbe nun an und trennt sich zugunsten der Übersichtlichkeit auch von einigen Modellen. Ob sich die drei neuen Reifen-Familien auch in den Köpfen von Tourenfahrern durchsetzen, oder ob hinterher doch wieder streng mehr nach Optik und Reifenprofil gekauft wird, muss sich aber erst noch zeigen.
Schwalbe strukturiert sein umfangreiches Sortiment an Tourenreifen neu und gliedert es künftig in drei neu definierte Familien. Mit MARATHON, MOTION und HYBRID soll die Auswahl des passenden Reifens deutlich einfacher werden als bisher. Gleichzeitig reduziert der Traditionshersteller sein Portfolio um fast ein Drittel. Wir geben einen Überblick über die neuen Kategorien und die neuen Reifen und Techniken, die Schwalbe im selben Zug mit vorgestellt hat.
Marathon, Energizer oder Big Ben? Und welche Variante darf’s sein? Schwalbe hat aktuell viele Tourenreifen im Programm, die sich optisch sehr ähnlich sind. Doch von Compound bis Pannenschutz von Alltag bis Radreise decken die Tourenreifen bei Schwalbe ein breites Einsatzspektrum ab. Jedem Topf sein Deckel, sozusagen. Der Nachteil: Der Überblick geht schnell verloren und hier setzt Schwalbe an. Drei neue Produkt-Familien sollen künftig wie Wegweiser funktionieren und Radfahrende gezielt zum passenden Modell führen.
Die MARATHON-Familie ist quasi das Aushängeschild von Schwalbe – und das seit dem ersten ultra haltbaren und pannensicherem Marathon Reifen aus den 80er Jahren. Beim Marathon geht es um Langlebigkeit, Pannenschutz und Zuverlässigkeit auf langen Touren. Natürlich bleiben auch die MARATHON Plus-Modelle im Programm, die sich sich offiziell "unplattbar" nennen dürfen. Die Marathon-Kategorie soll die erste Wahl für Vielfahrer und Tourenradler mit hohen Qualitätsansprüchen sein. Preise sind entsprechend gehoben. Die Reifen liegen in der Mittelklasse unter 50 oder als Pro-Variante in der Oberklasse über 70 Euro UVP.
Die MOTION-Reifen decken ein breites Spektrum ab – mehr ein Kessel buntes, als eine komplett einheitliche Kategorie, die aber von robusten Cargobike-Pneus bis hin zu leichten, dynamischen Reifen für sportliche Urban-Bikes. Hier spricht Schwalbe bewusst verschiedene Biker an, die spezifische Anforderungen haben, aber nicht auf Funktionalität verzichten wollen. Die Familie greift aktuelle Trends auf und bietet Profile für unterschiedlichste Einsatzzwecke im unteren und mittleren Preisbereich.
HYBRID-Reifen sind Schwalbes Antwort auf den Boom von SUV E-Bikes. Sie sollen sowohl auf Asphalt als auch auf leichten unbefestigten Wegen überzeugen – eine Balance, die gerade für moderne Trekking- und SUV-E-Bikes entscheidend ist. Trotz großem Volumen rollen sie laut Schwalbe ruhig und leise auf der Straße, bieten aber gleichzeitig ausreichend Grip im Gelände.
Passend zur neuen Struktur präsentiert Schwalbe gleich vier neue Modelle: den MARATHON Almotion, MOTION Kojak, MOTION Landcruiser (Plus) sowie den HYBRID Johnny Watts. Details zu den einzelnen Reifen haben wir in eigenen Artikeln beleuchtet. Aussortiert werden dafür weniger bekannte Profile wie Spicer, Silento und Energizer Plus Tour.
Spannend: Mit dem Marathon Almotion Pro und dem Johnny Watts weitet Schwalbe sein Tubeless-Portfolio erstmals auch auf Touren-Reifen aus. Bisher waren nur sportive MTB-, Gravel- und Rennrad-Pneus tubeless-fähig. Und: Der Johnny Watts SUV-Reifen steht auf einer Radial Karkasse für mehr Grip und Fahrkomfort. Auch das ist eine Technik, die Schwalbe gerade erst für Mountainbikes eingeführt hat.

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