Offenbarung für Enduro-BikerSchwalbe Magic Mary & Albert Radial

Stefan Frey

 · 27.04.2026

Schwalbe bläst zum Angriff auf die Enduro-Reifen-Krone und liefert mit dem Magic Mary und dem Albert zwei runderneuerte Klassiker mit der sensationellen Radial-Karkasse.
Foto: Max Fuchs

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Schwalbe hat seine Klassiker Magic Mary und Albert komplett neu aufgelegt und will sich mit der revolutionären Radial-Karkasse die Krone bei den Enduro-Reifen aufsetzen. Maximale Dämpfung bei hervorragendem Grip, solider Pannenschutz und geeignet für alle Wetterlagen. Klingt nach der eierlegenden Wollmilchsau. Ist die neue Enduro-Reifen-Kombi tatsächlich eine Offenbarung im Gelände? Wir haben Schwalbes Magic Mary und Albert ausgiebig getestet.

Themen in diesem Artikel

​Radiale Revolution: Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro

Wenn Schwalbe Hand an den Magic Mary legt, horcht die Szene auf. Doch für dieses Mal geht es nicht nur um ein neues Profil, sondern um eine echte technologische Revolution unter dem Profil: die Radial-Karkasse. Während herkömmliche Reifenkarkassen diagonal gewebt sind, verlaufen die Fäden hier in einem stumpferen Winkel. Das Ergebnis? Ein Reifen, der sich dem Untergrund so geschmeidig anpasst wie nie zuvor. Die Magic Mary Radial Gravity Pro Ultra Soft ist das neue Nonplusultra für Downhill- und Enduro-Einsätze, wo Grip überlebenswichtig ist.


​Diese Enduro-Reifen haben wir getestet:


Charakter und Einsatzgebiet

Der Magic Mary bleibt das unangefochtene „Intermediate“-Monster – stark bei fast allen Bedingungen, von weichem Waldboden bis hin zu losem Geröll. Durch die neue Radial-Bauweise vergrößert sich die Kontaktfläche massiv, was bei aggressivem Kanten-Grip und harten Bremsmanövern spürbar mehr Traktion generiert. In Kombination mit dem Ultra Soft Compound ist dieser Reifen eine reine Abfahrtsmaschine. Sein Revier sind steile technische Trails bis hin zu extrem nassen Bedingungen, bei denen jedes Quäntchen Haftung zählt. Preis: 79,90 Euro >> hier erhältlich.

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Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Phänomenaler Grip: Durch die Radial-Karkasse schmiegt sich der Reifen förmlich um Steine und Wurzeln.
  • Maximale Dämpfung: Die Kombination aus Ultra Soft Gummi und dem neuen Karkassen-Layout schluckt Vibrationen und Schläge exzellent.
  • Bremstraktion: Der Magic Mary krallt sich in den Boden, was extrem kurze Bremswege ermöglicht.
  • Sicherheit: Hohes Vertrauen in Schräglage durch die hohe Verformbarkeit bei gleichzeitigem Support.

Schwächen:

  • Rollwiderstand: In der Ultra Soft Mischung und mit Radial-Aufbau rollt der Reifen spürbar zäher als die Konkurrenz.
  • Verschleiß: Das weiche Compound ist auf Performance getrimmt, nicht auf Laufleistung.
  • Gewicht: Mit der massiven Gravity-Auslegung kein Leichtgewicht für Touren-Fahrer.

​Die Rückkehr des Meisters: Schwalbe Albert Radial Gravity Pro

Kenner werden sich erinnern: Der Albert war jahrelang das Synonym für Grip und Zuverlässigkeit. Schwalbe hat den Namen reaktiviert und mit der revolutionären Radial-Technologie gekreuzt. Er „dämpft“ Unebenheiten nicht nur, er schmiegt sich um sie herum. In der 27,5-Zoll-Variante (654-584) ist dieser Reifen eine hervorragende Wahl für verspielte Enduros und Mullet-Setups.

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Charakter und Einsatzgebiet

Der Albert Radial ist der moderne Allrounder für maximalen Bodenkontakt. Sein Profil wirkt im Vergleich zur Magic Mary etwas geschlossener, was ihm eine hervorragende Führung auf harten Böden und in schnellen Anliegern verleiht. Dank der Soft-Mischung (oranger Streifen) bietet er den idealen Kompromiss aus klebrigem Grip und akzeptablem Rollwiderstand. Er ist die perfekte Wahl für Enduro-Racer und anspruchsvolle Trail-Fahrer, die einen Reifen suchen, der in technischem Gelände (Wurzelteppiche, Steinfelder) spürbar mehr Ruhe ins Fahrwerk bringt.

Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Traktions-Wunder: Die Radial-Bauweise sorgt für eine deutlich größere Kontaktfläche, was in Schräglage für massives Vertrauen sorgt.
  • Eigendämpfung: Der Reifen wirkt wie ein zusätzliches Federelement; kleine Vibrationen werden eliminiert, bevor sie das Fahrwerk erreichen.
  • Vielseitigkeit: Die Soft-Mischung funktioniert bei fast allen Temperaturen und auf verschiedensten Untergründen.

Schwächen:

  • Gewicht: Die massive Gravity-Bauweise schlägt sich auf der Waage nieder – für den Uphill-Sprint gibt es leichtere Optionen.
    Präzision: Aufgrund der Flexibilität der Karkasse etwas undefinierteres Fahrgefühl in schnellen Kurven und beim harten Pushen.

​​Schwalbe Magic Mary / Albert Radial - Facts & Preis

Schwalbe Magic Mary Gravity RadialSchwalbe Albert Gravity Radial
Preis79,90 Euro >> hier erhältlich79,90 Euro >> hier erhältlich
Gummimischung / TPIUltra Soft / 67 Soft / 67
Karkasse / GrößeGravity / 29 x 2,5Gravity / 29 x 2,5
Labortest
Gewicht / Rollwiderstand1307 g / 50,1 Watt1280 g / 33,6 Watt
Reifenbreite / Reifenhöhe60,5 / 63,8 mm60 / 62,2 mm
Durchschlag / Durchstich460 mm / 114; 530; 430 N470 mm / 120; 531; 538 N
Praxistest
Kurvenverhalten■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □
Traktion■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■
Selbstreinigung■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □
BIKE-Note2,022,02
bike/einsatzbereich-schwalbe_4cb9d9edff82f53162e4fa6b4c942f9dFoto: Stefan Frey

Fazit: Schwalbe Magic Mary / Albert Radial

Mit Magic Mary und Albert schickt Schwalbe zwei Radial-Reifen ins Rennen. Bei identischem Reifendruck sind Grip sowie Komfort im direkten Vergleich zur Konkurrenz eine echte Offenbarung. Trotz der eher schnellen Soft-Mischung am Hinterrad liefert der Albert auch bei nassen Bedingungen die beste Uphill-Performance. Auch der Pannenschutz kann sich sehen lassen. In schnellen Kurven fühlen sich die Reifen beim gewohnten Druck etwas schwammiger und undefinierter an. Der Magic Mary ist bestens für nasse Bedingungen geeignet und bietet eine top Selbstreinigung.


​​So testet Bike

Mit insgesamt zehn unterschiedlichen Reifen ging es ins Labor von Reifenhersteller Ralf Bohle, wo wir Werte zum Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht ermittelten. Der Praxistest fand im Bikepark Oberammergau auf unterschiedlichen Strecken statt.

Der Test im Labor

Wie gut rollen die Reifen und wie hoch ist der Pannenschutz? Um diese Fragen zu klären, nutzten wir das Testlabor von Schwalbe. Den schnellen Specialized-Eliminator-Hinterreifen und den Maxxis Highroller trennen über 21 Watt bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, 50 kg Last und 1,7 Bar Reifendruck. Auch beim Snakebite-Schutz gibt es deutliche Unterschiede. Während der leichte Specialized Butcher bereits bei einer Fallhöhe von 310 Millimetern die Luft aushaucht, verträgt der dicke Pirelli Scorpion einen um 70 Prozent höheren Schlag bis zum Defekt. Wie empfindlich die Reifen auf Fremdkörper wie Dornen oder spitze Steine reagieren, testen wir mit einem dreifachen Durchstichtest ab. Dabei werden ein runder Dorn mit 1,5 Millimetern Durchmesser und eine Fünf-Millimeter-Klinge durch die Lauffläche gestochen. Auch an der Steitenwand wird der Test mit der Klinge durchgeführt. Beim Durchstich gibt es Unterschiede von bis zu 70 Prozent.

Der Praxistest in Oberammergau

Um die Reifen im direkten Vergleich gegeneinander fahren zu können, organisierten wir uns drei identische Canyon Neuon:On AL 8. Der Test fand bei Regenwetter und zwölf Grad Außentemperatur im Bikepark Oberammergau statt. Auf kleinen Runden bzw. Sektionen konnten wir die Reifen mit drei Testfahrern so perfekt miteinander Vergleichen. Traktion für den Uphill und beim Bremsen, Kurvenhalt und Selbstreinigung wurden für jeden einzelnen Reifen bewertet. Zusätzlich spielen auch Fahrstabiliät und Dämpfungsverhalten mit in die Gesamtnote ein. Die Praxiseindrücke machen 50 Prozent der Endnote aus. Weitere 30 Prozent entfallen auf den Pannenschutz, während Gewicht und Rollwiderstand zusammen 20 Prozent zur Endnote beitragen.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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