Die Zahl neuer Tubeless-Ventile auf dem Markt wächst. Nach Muc-Off, Reserve, Stan’s und anderen Herstellern steigt nun auch Peaty's in das Segment der High-Flow-Ventile ein. Die Holeshot Fast Flow Tubeless Ventile setzen auf eine veränderte Konstruktion, die typische Probleme klassischer Presta-Ventile lösen soll.
Das klassische Presta-Ventil stammt aus einer Zeit schmaler Rennradfelgen und Schlauchsysteme. Moderne Tubeless-Setups mit Dichtmilch und großem Luftvolumen stellen andere Anforderungen. Verstopfte Ventile, eingeschränkter Luftdurchfluss und schwierige Reifenmontage gehören zu den bekannten Schwachstellen des Systems.
Die zentrale Änderung betrifft die Position der Ventildichtung. Anders als bei klassischen Presta-Ventilen sitzt die Dichtung nicht außen am Ventilschaft, sondern direkt an der Basis des 7075-Aluminium-Ventilschafts im Felgeninneren. Diese Konstruktion schafft eine größere Dichtfläche. Luft und Dichtmilch können ohne Einschränkung direkt in den Reifen strömen.
Der Luftdurchfluss liegt nach Herstellerangaben 200 Prozent über dem eines Presta-Ventils. Das höhere Luftvolumen soll den Reifen schneller ins Felgenbett setzen. Spezialwerkzeug, Kompressoren oder besondere Pumpen sind laut Peaty's nicht erforderlich. Eine normale Standpumpe reicht aus. Dichtmilch lässt sich direkt in den Reifen einfüllen, ohne den Ventilkern zu entfernen.
Die innen liegende Ventildichtung bringt einen weiteren Vorteil. Selbst wenn der Ventilschaft von einem Stein getroffen oder beschädigt wird, bleibt die Dichtung geschützt und funktionsfähig. Das patentierte Design soll besonders im Rennsport relevant sein, wo Beschädigungen häufiger auftreten. Die zusätzlichen Öffnungen an der Ventilbasis machen die Ventile mit allen gängigen Felgen-Inserts kompatibel.
Verstopfte Ventile durch Dichtmilch gehören zu den häufigsten Problemen bei Tubeless-Systemen. Die meisten Fahrer ersetzen verstopfte Presta-Ventile einfach. Peaty's setzt auf ein anderes Konzept. Die Position und vergrößerte Ausführung des Ventilsitzes sollen Verstopfungen reduzieren. Die Ventile sind innen und außen vollständig anodisiert. Der Ventilkern besteht aus 316 Edelstahl. Diese Materialkombination verhindert nach Herstellerangaben, dass Dichtmilch an den Oberflächen haftet und das Ventil blockiert.
Die Konstruktion erlaubt vollständige Wartung zu Hause. Nach Entfernen des Sicherungsrings lässt sich das Ventil reinigen und bei Bedarf mit neuen Dichtungen versehen. Peaty's bietet eine lebenslange Garantie unter dem Namen "Valves for Life".
Die Holeshot Ventile gehen über die reine Ventilfunktion hinaus. Die beiden mitgelieferten Ventilkappen erfüllen zusätzliche Aufgaben. Eine Kappe dient als E-Bike Lube Cap und verhindert das Mitdrehen des Kurbelsterns beim Schmieren. Die zweite Kappe funktioniert als Speichenschlüssel für schnelle Reparaturen unterwegs.
Trotz dieser Zusatzfunktionen wiegen die Ventile nur 11 Gramm pro Paar. Das macht sie nach Herstellerangaben zu den leichtesten High-Flow-Ventilen auf dem Markt. Die vollständige Presta-Kompatibilität erlaubt die Nutzung mit normalen Standpumpen. CO₂-Kartuschen funktionieren wie gewohnt.
Die Holeshot Fast Flow Tubeless Ventile sind in drei Längen erhältlich: 42 mm, 60 mm und 42/60 mm MX. Die MX-Variante richtet sich speziell an Bosch E-Bikes. Zwölf Chris King Farben stehen zur Auswahl. Der Ventilschaft besteht aus 7075-Aluminium mit Edelstahlkern. Eine Micro-Adjustment Funktion ermöglicht präzise Einstellung.
Wer hat’s erfunden? Nein, in diesem Fall waren es mal nicht die Schweizer. Reserve hat mit den Fillmore Valves bereits 2022 ein ganz ähnliches System auf den Markt gebracht. Durchgehender Kern, Verschluss an der Ventilbasis und erhöhter Airflow.
Wir konnten den Fillmore Valves im Test mehr als doppelt so hohen Luftdurchfluss wie bei klassischen Presta-Ventilen bescheinigen - und bei den neuen Peaty’s Ventilen sind ähnliche Werte zu erwarten. Trotz der cleveren Zusatz-Funktionen bleibt das Holeshot angenehm leicht. Der Preis ist mit 42 Euro aber schon happig.

Redakteur