Enduro-Reifen 2026Specialized Butcher & Eliminator - der Preistipp

Stefan Frey

 · 25.04.2026

Specialized schickt mit Butcher und Eliminator Trail seine Enduro-Kombi mit griffigem Gripton Compound in den Test.
Foto: Max Fuchs

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Mit Butcher und Eliminator hat auch Sepcialized eine durchaus empfehlenswerte Reifen-Kombi für den Enduro-Einsatz im Programm. Während der Butcher mit ultra-weicher T9-Mischung maximalen Kurvengrip erzeugt, bietet sich der Eliminator mit T7-Compound als schneller Allrounder fürs Heck an. Beide Reifen punkten mit geringem Gewicht und günstigem Preis. Aber können die Specialized Enduro-Reifen mit der starken Konkurrenz mithalten? Unser Test gibt grünes Licht!

Themen in diesem Artikel

​Grip-Monster fürs Grobe: Specialized Butcher Grid Trail T9

Lange Zeit stand Specialized bei Reifen im Schatten der großen Platzhirsche aus Korbach oder Taiwan. Doch spätestens seit der Einführung der neuen Gripton-Compounds mischen die Kalifornier ganz vorne mit. Der Butcher ist dabei das aggressive Aushängeschild für alles, was bergab Spaß macht. In der Kombination aus der moderat verstärkten Grid Trail Karkasse und der ultra-weichen T9-Mischung zielt er direkt auf Trail-Rider und Enduristen, die maximale Kontrolle suchen, ohne das Gewicht eines reinen Downhill-Schlappens mitschleppen zu müssen.


Diese Enduro-Reifen haben wir getestet:


Charakter und Einsatzgebiet


Der Butcher ist ein Spezialist für die grobe Gangart. Sein markantes Profil mit den massiven Schulterstollen erinnert nicht von ungefähr an Klassiker wie den Minion DHF, bietet aber dank der „Block-in-Block“-Technologie noch mehr Stabilität bei hohen Kurvenkräften. Die T9-Mischung („Gravity Compound“) wirkt wie ein Stoßdämpfer für den Boden: Sie ist stark eigendämpfend und klebt förmlich auf nassen Wurzeln und Steinen. Damit ist der Reifen prädestiniert als Vorderrad-Option für technische Trails, Bikepark-Einsätze oder für E-MTB-Piloten, die in jeder Kurve nach maximalem Support hecheln. Preis: 59,99 Euro >> hier erhältlich.

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Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Extremer Grip: Die T9-Mischung bietet selbst auf nassem, glattem Untergrund Sicherheitsreserven.
  • Satte Dämpfung: Der Reifen neigt kaum zum Springen („Bouncen“) und liegt extrem ruhig auf dem Trail.
  • Preis-Leistung: Im Vergleich zur Konkurrenz bietet Specialized oft mehr Performance fürs Geld.
  • Gewicht: Für einen Enduro-Reifen recht leicht. Er kommt nur knapp über die 1000-Gramm-Marke.

Schwächen:

  • Rollwiderstand: Wer den T9 am Hinterrad montiert, sollte kräftige Waden (oder einen starken Motor) haben – er saugt sich am Asphalt fest.
  • Pannenschutz: In Sachen Durchschlag hat der Butcher nur wenig zu bieten. Hier wäre die deutlich schwerere Gravity-Ausführung die bessere Wahl.
  • Verschleiß: Das weiche T9-Gummi schmilzt bei aggressivem Einsatz (besonders hinten) recht schnell dahin.

​Der flinke Alleskönner: Specialized Eliminator Grid Trail T7

Während der Butcher fürs Grobe zuständig ist, übernimmt der Eliminator die Rolle des vielseitigen Allrounders im Specialized-Portfolio. Er kombiniert ein aggressives Enduro-Profil mit der Effizienz eines Trail-Reifens. In der T7-Mischung („Fast Rolling & Grip“) ist er darauf ausgelegt, ordentlich Meter zu machen, ohne dass man in der ersten steilen Kurve den Halt verliert. Ein Reifen, der vor allem eines will: Speed und Kontrolle in Einklang bringen.

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Charakter und Einsatzgebiet

Der Eliminator ist der klassische Hybrid. Sein Profil mit den eng stehenden Mittelstollen sorgt für einen überraschend geringen Rollwiderstand, während die markanten Schulterstollen – inspiriert vom Butcher – in Kurven beherzt zupacken. Er ist der ideale Hinterreifen in Kombination mit einem Butcher an der Front, funktioniert aber auch als Allround-Paarung für Tourenfahrer, die technische Trails lieben. Sein Einsatzgebiet reicht von staubigen Hardpacks bis hin zu losem Waldboden. Durch die T7-Mischung bleibt er lebendig und bietet ein definiertes Feedback, ohne sich so „klebrig-träge“ anzufühlen wie sein T9-Bruder.

Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Roll-Effizienz: Für ein so grobes Profil rollt der Eliminator in der T7-Mischung erstaunlich leichtfüßig.
  • Präzises Handling: Der Reifen wirkt sehr direkt und bietet ein klares Feedback über den Grenzbereich.
  • Vielseitigkeit: Ein echter Allrounder, der auf fast jedem trockenen bis leicht feuchten Untergrund funktioniert.
  • Haltbarkeit: Die T7-Mischung ist deutlich abriebfester als die T9-Variante, was ihn zum perfekten Dauerläufer am Hinterrad macht.
  • Gewicht: In dieser Klasse einer der leichtesten Reifen mit nur knapp über 1000 Gramm.

Schwächen:

  • Nass-Performance: Auf nassen, glatten Wurzeln kommt die T7-Mischung schneller an ihre Grenzen als das weichere T9-Gummi.
  • Bodenhaftung: Er bietet weniger Eigendämpfung als die extremen Gravity-Reifen; bei High-Speed-Geballer in Steinfeldern ist eine ruhige Hand gefragt.
  • Selbstreinigung: Das Profil des Eliminators setzt sich bei matschigen Bedingungen spürbar schnell zu, dann leidet die Traktion.

​​Specialized Butcher / Eliminator Trail - Facts & Preis

Specialized Butcher Grid Trail T9Specialized Eliminator Grid Trail T7
Preis59 Euro >> hier erhältlich59 Euro >> hier erhältlich
Gummimischung / TPIT9 / 60T7 / 60
Karkasse / GrößeGrid Trail / 29 x 2,4Grid Trail / 29 x 2,4
Labortest
Gewicht / Rollwiderstand1071 g / 46,2 Watt1009 g / 29 Watt
Reifenbreite / Reifenhöhe58 / 55,9 mm58,4 / 54,9 mm
Durchschlag / Durchstich310 mm / 151; 614; 537 N320 mm / 139; 592; 505 N
Praxistest
Kurvenverhalten■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ □■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ □
Traktion■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □
Selbstreinigung■ ■ ■ ■ ■ □ □ □■ ■ ■ □ □ □ □ □
BIKE-Note2,202,20
bike/einsatzbereich-specialized_20b2d8e9fee1e78799ed380e5eb2822dFoto: Stefan Frey

Fazit: Specialized Butcher / Eliminator Trail

Die Butcher/Eliminator-Kombi mit Grid-Trail-Karkasse wiegt mit Abstand am wenigsten und rollt zudem noch recht gut. Durchschlägen haben die leichten Reifen jedoch wenig entgegenzusetzen. Hier hätte die schwere Gravity-Ausführung (um 1350 Gramm) mehr Reserven und Fahrstabilität zu bieten. Die T9-Gummimischung begeistert mit auffallend gutem Nass-Grip. Bei der Selbstreinigung muss man aber Abstriche in Kauf nehmen: Durch den geringen Stollenabstand setzt sich das Hinterrad schnell zu und fährt sich nur langsam wieder frei. Mit nur 59 Euro die günstigsten Reifen im Vergleich.


​​So testet Bike

Mit insgesamt zehn unterschiedlichen Reifen ging es ins Labor von Reifenhersteller Ralf Bohle, wo wir Werte zum Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht ermittelten. Der Praxistest fand im Bikepark Oberammergau auf unterschiedlichen Strecken statt.

Der Test im Labor

Wie gut rollen die Reifen und wie hoch ist der Pannenschutz? Um diese Fragen zu klären, nutzten wir das Testlabor von Schwalbe. Den schnellen Specialized-Eliminator-Hinterreifen und den Maxxis Highroller trennen über 21 Watt bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, 50 kg Last und 1,7 Bar Reifendruck. Auch beim Snakebite-Schutz gibt es deutliche Unterschiede. Während der leichte Specialized Butcher bereits bei einer Fallhöhe von 310 Millimetern die Luft aushaucht, verträgt der dicke Pirelli Scorpion einen um 70 Prozent höheren Schlag bis zum Defekt. Wie empfindlich die Reifen auf Fremdkörper wie Dornen oder spitze Steine reagieren, testen wir mit einem dreifachen Durchstichtest ab. Dabei werden ein runder Dorn mit 1,5 Millimetern Durchmesser und eine Fünf-Millimeter-Klinge durch die Lauffläche gestochen. Auch an der Seitenwand wird der Test mit der Klinge durchgeführt. Beim Durchstich gibt es Unterschiede von bis zu 70 Prozent.

Der Praxistest in Oberammergau

Um die Reifen im direkten Vergleich gegeneinander fahren zu können, organisierten wir uns drei identische Canyon Neuon:On AL 8. Der Test fand bei Regenwetter und zwölf Grad Außentemperatur im Bikepark Oberammergau statt. Auf kleinen Runden bzw. Sektionen konnten wir die Reifen mit drei Testfahrern so perfekt miteinander Vergleichen. Traktion für den Uphill und beim Bremsen, Kurvenhalt und Selbstreinigung wurden für jeden einzelnen Reifen bewertet. Zusätzlich spielen auch Fahrstabilität und Dämpfungsverhalten mit in die Gesamtnote ein. Die Praxiseindrücke machen 50 Prozent der Endnote aus. Weitere 30 Prozent entfallen auf den Pannenschutz, während Gewicht und Rollwiderstand zusammen 20 Prozent zur Endnote beitragen.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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