Test Enduro Reifen 2026Kenda Double Black - schnell und pannensicher?

Stefan Frey

 · 22.04.2026

Der Double Black ist Kendas Antwort, wenn es um Grip und Pannschutz im Enduro-Einsatz geht. Wir haben den robusten Allrounder für Front und Heck getestet.
Foto: Max Fuchs

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Kenda hat mit dem Double Black einen Enduro-Reifen im Programm, der sowohl an der Front als auch am Heck funktionieren soll. Der Mountainbike-Reifen soll neben guten Rolleigenschaften zudem hohen Pannenschutz bieten - vor allem in der von uns getesteten Pro AEC Ausführung. Ob sich Kenda mit dem Double Black gegen die angestammte MTB-Reifen Konkurrenz behaupten kann, das erfahrt ihr in unserem Test.

Themen in diesem Artikel

​Schwarze Magie für technisches Gelände? Kenda Double Black AEC

Kenda hat sein Image als Budget-Marke längst abgestreift und liefert mit dem Double Black einen Spezialisten für die fiesesten Enduro-Passagen. Der Name spielt auf die „Double Black Diamond“-Kategorisierung extrem schwieriger Ski-Pisten und Bikepark-Lines an. In der AEC (Advanced Enduro Casing) Variante ist dieser Reifen genau für diese Grenzbereiche konstruiert – ein zuverlässiger Partner für Racer, die keine Kompromisse bei der Linienwahl eingehen wollen.


​Diese Enduro-Reifen haben wir getestet:


Charakter und Einsatzgebiet

Der Double Black ist laut Entwickler ein klassischer Intermediate-Spezialist. Sein Profil mit den massiven, weit auseinanderstehenden Stollen erinnert an ein aggressiveres Layout, das sich besonders in weichem Boden, losem Geröll und Schlamm festbeißt. Die AEC-Karkasse schließt dabei die Lücke zwischen leichtem Trail-Schutz und schwerer DH-Rüstung. Durch den Einsatz von Aramid-Einsätzen (K-Armor) unter der Lauffläche und in den Seitenwänden bietet er eine enorme Steifigkeit und Pannensicherheit. Sein Revier? Enduro-Rennen auf technischem, unvorhersehbarem Terrain, wo sowohl Seitenhalt als auch Durchschlagschutz über Sieg oder Niederlage entscheiden.

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Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Rollwiderstand: Trotz grobem Profil rollt der Double Black recht passabel.
  • Smarte Karkasse: Die AEC-Konstruktion ist deutlich leichter als eine volle DH-Karkasse, bietet aber fast denselben Schutz gegen Schnitte und Durchschläge.

Schwächen:

  • Kurvengrip: Vor allem bei feuchten Bedingungen kommen die eher kurzen Stollen schnell an ihre Grenzen.
  • Selbstreinigung: Trotz offenem Profildesign setzt sich der Reifen im Schlamm relativ früh zu.

​​Kenda Double Black Pro AEC - Facts & Preis

Kenda Double Black Pro AEC
Preis82,90 Euro
Gummimischung / TPIDualcompound / 60
Karkasse / GrößeAEC / 29 x 2,4
Labortest
Gewicht / Rollwiderstand1174 g / 37,3 Watt
Reifenbreite / Reifenhöhe61 / 59,7 mm
Durchschlag / Durchstich510 mm / 118; 566; 683 N
Praxistest
Kurvenverhalten■ ■ ■ ■ ■ □ □ □
Traktion■ ■ ■ ■ ■ □ □ □
Selbstreinigung■ ■ ■ ■ □ □ □ □
BIKE-Note2,60
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bike/einstzabereich-kenda_56b54f5b2d31486730e9a1d1500696c3Foto: Stefan Frey

Fazit: Kenda Double Black Pro AEC

Der neue Double Black von Kenda kommt sowohl fürs Vorder- als auch fürs Hinterrad zum Einsatz. Mit nur 37,3 Watt rollt der neue Enduro-Reifen sehr leicht und liefert zudem Bestwerte was den Pannenschutz angeht. Snakebite- und Seitenwandschutz sind mustergültig, und das bei recht ordentlichem Gewicht. Bei nassen Bedingungen kommt der Kenda jedoch früh an seine Grenzen. Die Stollenhöhe ist gering, die Gummimischung bietet wenig Nassgrip und Dämpfung. Dadurch leiden die Traktion und die Kontrollierbarkeit. Eher für trockene Bedingungen geeignet.


​So testet Bike

Mit insgesamt zehn unterschiedlichen Reifen ging es ins Labor von Reifenhersteller Ralf Bohle, wo wir Werte zum Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht ermittelten. Der Praxistest fand im Bikepark Oberammergau auf unterschiedlichen Strecken statt.

Der Test im Labor

Wie gut rollen die Reifen und wie hoch ist der Pannenschutz? Um diese Fragen zu klären, nutzten wir das Testlabor von Schwalbe. Den schnellen Specialized-Eliminator-Hinterreifen und den Maxxis Highroller trennen über 21 Watt bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, 50 kg Last und 1,7 Bar Reifendruck. Auch beim Snakebite-Schutz gibt es deutliche Unterschiede. Während der leichte Specialized Butcher bereits bei einer Fallhöhe von 310 Millimetern die Luft aushaucht, verträgt der dicke Pirelli Scorpion einen um 70 Prozent höheren Schlag bis zum Defekt. Wie empfindlich die Reifen auf Fremdkörper wie Dornen oder spitze Steine reagieren, testen wir mit einem dreifachen Durchstichtest ab. Dabei werden ein runder Dorn mit 1,5 Millimetern Durchmesser und eine Fünf-Millimeter-Klinge durch die Lauffläche gestochen. Auch an der Steitenwand wird der Test mit der Klinge durchgeführt. Beim Durchstich gibt es Unterschiede von bis zu 70 Prozent.

Der Praxistest in Oberammergau

Um die Reifen im direkten Vergleich gegeneinander fahren zu können, organisierten wir uns drei identische Canyon Neuon:On AL 8. Der Test fand bei Regenwetter und zwölf Grad Außentemperatur im Bikepark Oberammergau statt. Auf kleinen Runden bzw. Sektionen konnten wir die Reifen mit drei Testfahrern so perfekt miteinander Vergleichen. Traktion für den Uphill und beim Bremsen, Kurvenhalt und Selbstreinigung wurden für jeden einzelnen Reifen bewertet. Zusätzlich spielen auch Fahrstabiliät und Dämpfungsverhalten mit in die Gesamtnote ein. Die Praxiseindrücke machen 50 Prozent der Endnote aus. Weitere 30 Prozent entfallen auf den Pannenschutz, während Gewicht und Rollwiderstand zusammen 20 Prozent zur Endnote beitragen.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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