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Kenda hat sein Image als Budget-Marke längst abgestreift und liefert mit dem Double Black einen Spezialisten für die fiesesten Enduro-Passagen. Der Name spielt auf die „Double Black Diamond“-Kategorisierung extrem schwieriger Ski-Pisten und Bikepark-Lines an. In der AEC (Advanced Enduro Casing) Variante ist dieser Reifen genau für diese Grenzbereiche konstruiert – ein zuverlässiger Partner für Racer, die keine Kompromisse bei der Linienwahl eingehen wollen.
Der Double Black ist laut Entwickler ein klassischer Intermediate-Spezialist. Sein Profil mit den massiven, weit auseinanderstehenden Stollen erinnert an ein aggressiveres Layout, das sich besonders in weichem Boden, losem Geröll und Schlamm festbeißt. Die AEC-Karkasse schließt dabei die Lücke zwischen leichtem Trail-Schutz und schwerer DH-Rüstung. Durch den Einsatz von Aramid-Einsätzen (K-Armor) unter der Lauffläche und in den Seitenwänden bietet er eine enorme Steifigkeit und Pannensicherheit. Sein Revier? Enduro-Rennen auf technischem, unvorhersehbarem Terrain, wo sowohl Seitenhalt als auch Durchschlagschutz über Sieg oder Niederlage entscheiden.
| Kenda Double Black Pro AEC | |
| Preis | 82,90 Euro |
| Gummimischung / TPI | Dualcompound / 60 |
| Karkasse / Größe | AEC / 29 x 2,4 |
| Labortest | |
| Gewicht / Rollwiderstand | 1174 g / 37,3 Watt |
| Reifenbreite / Reifenhöhe | 61 / 59,7 mm |
| Durchschlag / Durchstich | 510 mm / 118; 566; 683 N |
| Praxistest | |
| Kurvenverhalten | ■ ■ ■ ■ ■ □ □ □ |
| Traktion | ■ ■ ■ ■ ■ □ □ □ |
| Selbstreinigung | ■ ■ ■ ■ □ □ □ □ |
| BIKE-Note | 2,60 |
Der neue Double Black von Kenda kommt sowohl fürs Vorder- als auch fürs Hinterrad zum Einsatz. Mit nur 37,3 Watt rollt der neue Enduro-Reifen sehr leicht und liefert zudem Bestwerte was den Pannenschutz angeht. Snakebite- und Seitenwandschutz sind mustergültig, und das bei recht ordentlichem Gewicht. Bei nassen Bedingungen kommt der Kenda jedoch früh an seine Grenzen. Die Stollenhöhe ist gering, die Gummimischung bietet wenig Nassgrip und Dämpfung. Dadurch leiden die Traktion und die Kontrollierbarkeit. Eher für trockene Bedingungen geeignet.
Mit insgesamt zehn unterschiedlichen Reifen ging es ins Labor von Reifenhersteller Ralf Bohle, wo wir Werte zum Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht ermittelten. Der Praxistest fand im Bikepark Oberammergau auf unterschiedlichen Strecken statt.
Wie gut rollen die Reifen und wie hoch ist der Pannenschutz? Um diese Fragen zu klären, nutzten wir das Testlabor von Schwalbe. Den schnellen Specialized-Eliminator-Hinterreifen und den Maxxis Highroller trennen über 21 Watt bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, 50 kg Last und 1,7 Bar Reifendruck. Auch beim Snakebite-Schutz gibt es deutliche Unterschiede. Während der leichte Specialized Butcher bereits bei einer Fallhöhe von 310 Millimetern die Luft aushaucht, verträgt der dicke Pirelli Scorpion einen um 70 Prozent höheren Schlag bis zum Defekt. Wie empfindlich die Reifen auf Fremdkörper wie Dornen oder spitze Steine reagieren, testen wir mit einem dreifachen Durchstichtest ab. Dabei werden ein runder Dorn mit 1,5 Millimetern Durchmesser und eine Fünf-Millimeter-Klinge durch die Lauffläche gestochen. Auch an der Steitenwand wird der Test mit der Klinge durchgeführt. Beim Durchstich gibt es Unterschiede von bis zu 70 Prozent.
Um die Reifen im direkten Vergleich gegeneinander fahren zu können, organisierten wir uns drei identische Canyon Neuon:On AL 8. Der Test fand bei Regenwetter und zwölf Grad Außentemperatur im Bikepark Oberammergau statt. Auf kleinen Runden bzw. Sektionen konnten wir die Reifen mit drei Testfahrern so perfekt miteinander Vergleichen. Traktion für den Uphill und beim Bremsen, Kurvenhalt und Selbstreinigung wurden für jeden einzelnen Reifen bewertet. Zusätzlich spielen auch Fahrstabiliät und Dämpfungsverhalten mit in die Gesamtnote ein. Die Praxiseindrücke machen 50 Prozent der Endnote aus. Weitere 30 Prozent entfallen auf den Pannenschutz, während Gewicht und Rollwiderstand zusammen 20 Prozent zur Endnote beitragen.

Redakteur