Enduro Reifen 2026Continental Kryptotal - berechenbarer Allrounder

Stefan Frey

 · 25.04.2026

Mit Kryptotal Fr und Kryptotal Re will Continental die optimale Reifen-Kombi für Enduro Einsätze liefern. Wir haben den Kelbstoff aus Korbach getestet.Reifen Test 2026
Foto: Max Fux

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.

Mit Kryptotal Fr und Kryptotal Re liefert Continental eine spannende Reifen-Kombination für den Enduro-Einsatz. Super Soft Compound und Enduro Casing sollen maximalen Grip mit hohem Pannenschutz verbinden und Enduro-Bikern selbst im härtesten Gelände maximalen Support bieten. Wir haben den Klebstoff aus Korbach gegen die etablierte Konkurrenz getestet. Hier lest ihr, wie der Kryptotal in Labor und Praxis abgeschnitten hat.

Themen in diesem Artikel

Klebstoff aus Korbach: Continental Kryptotal Fr

Normalerweise reserviert Continental seine klebrigste Mischung, das Super Soft Compound, für die schweren Downhill-Karkassen. Doch in der Kombination mit dem Enduro Casing entsteht ein höchst interessanter Hybrid: Ein Reifen für Fahrer, die maximale Haftung und die Dämpfung eines DH-Reifens suchen, aber das Gewicht und die rotierende Masse für den Uphill noch (gerade so) im Rahmen halten wollen. Der Kryptotal Front wird in dieser Konfiguration zur absoluten Waffe für technisches Geballer.


​Diese Enduro-Reifen haben wir getestet:


Charakter und Einsatzgebiet

Der Kryptotal Front in Super Soft ist ein Spezialist für das Vorderrad. Die Mischung ist so weich, dass man die Stollen mit dem bloßen Finger verformen kann – auf dem Trail bedeutet das: Der Reifen saugt sich förmlich an nassen Wurzeln, glatten Felsen und losem Schutt fest. Wo andere Reifen bereits nervös tanzen, bleibt die Front hier ruhig. Das Enduro Casing sorgt dabei für eine Prise mehr Flexibilität im Vergleich zur steifen DH-Variante, was das Feedback vom Untergrund verbessert. Ideal für Enduro-Racer, die im Rennen „All-in“ gehen oder für Bike-Bergsteiger, bei denen ein wegrutschendes Vorderrad keine Option ist.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Maximaler Grip: Das Super Soft Compound bietet Traktion auf Profi-Niveau, besonders unter widrigen Bedingungen.
  • Überragende Eigendämpfung: Der Reifen wirkt wie ein zusätzliches 10-mm-Federungs-Upgrade; er schluckt Vibrationen extrem effizient.
  • Vertrauen: Das berechenbare Einlenkverhalten nimmt der Front die Nervosität.
  • Bremskontrolle: Die Verzögerungswerte auf steilen Sektionen sind hervorragend.
  • Rollwiderstand: Für einen Reifen dieser Klasse rollt der Kryptotal erstaunlich leichtfüßig.

Schwächen:

  • Verschleiß: Das weiche Gummi ist ein reines Performance-Produkt; die Kanten nutzen sich bei hartem Einsatz deutlich schneller ab.
  • Temperaturempfindlichkeit: Bei extremer Kälte verhärtet die superweiche Mischung schneller als härtere Compounds.

​Der perfekte Partner fürs Heck: Continental Kryptotal Re

Der Kryptotal-RE wurde spezifisch für die Anforderungen am Hinterrad entwickelt. In der von uns getesteten Enduro Soft Variante schlägt Continental die Brücke zwischen zwei Welten: genug Robustheit für harte Einschläge und eine Gummimischung, die den Spagat zwischen ordentlicher Laufleistung und sattem Grip auf technischen Uphills meistert.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Charakter und Einsatzgebiet

Das Profil des Kryptotal-Re unterscheidet sich deutlich von seinem vorderen Pendant. Die Stollen sind massiver und quer zur Fahrtrichtung orientiert, was für maximale Vortriebs- und Bremstraktion sorgt. Im Test zeigte sich: Wenn man den Anker wirft, gräbt sich der Reifen tief in den Boden. Dank des Soft Compounds (eine Stufe härter als das Super Soft an der Front) rollt er am Hinterrad spürbar effizienter und bietet eine deutlich höhere Lebensdauer. Das Enduro Casing schützt die Felge nur durchschnittlich gut vor Durchschlägen und Fremdkörpern, bleibt aber flexibel genug, um sich in technischen Sektionen an den Untergrund anzuschmiegen. Preis: 76,99 Euro >> hier erhältlich.

Stärken und Schwächen

Stärken:

  • Bremstraktion: Die massiven Querblöcke verzögern auch auf losem Untergrund effektiv.
  • Uphill-Grip: Auf steilen, technischen Anstiegen klettert der Reifen dank der weichen Mischung wie eine Gemse.
  • Haltbarkeit: Das Soft Compound am Hinterrad bietet ein faires Verhältnis von Grip zu Verschleiß.
  • Rollwiderstand: Als Hinterreifen merkt man das Gewicht und das grobe Profil beim Pedalieren deutlich – dennoch rollt der Conti erstaunlich gut.

Schwächen:

  • Selbstreinigung: Bei zähem Matsch setzt sich das recht eng stehende Profil etwas schneller zu als beim Kryptotal Front.

​​Continental Kryptotal Fr/Re Enduro - Facts & Preis

Continental Kryptotal FrContinental Kryptotal Re
Preis76,95 Euro >> hier erhältlich76,95 Euro >> hier erhältlich
Gummimischung / TPISuper Soft / 110 Soft / 110
Karkasse / GrößeEnduro / 29 x 2,4Enduro / 29 x 2,4
Labortest
Gewicht / Rollwiderstand1193 g / 40,1 Watt1134 g / 30,9 Watt
Reifenbreite / Reifenhöhe60,4 / 59 mm58,3 / 58,4 mm
Durchschlag / Durchstich390 mm / 109; 582; 392 N380 mm / 143; 651; 408 N
Praxistest
Kurvenverhalten■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■
Traktion■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □■ ■ ■ ■ ■ ■ □ □
Selbstreinigung■ ■ ■ ■ ■ □ □ □■ ■ ■ □ □ □ □ □
BIKE-Note2,122,12
bike/einsatzbereich-conti_b473c9f20d83979fabdaec653f4955d8Foto: Stefan Frey

Fazit: Continental Kryptotal Fr/Re Enduro

Die Kryptotal-Kombi ist bei unterschiedlichen Bedingungen eine sichere Bank und liefert einen sehr gelungen Kompromiss aus Grip und gutem Rollverhalten. Keine andere Reifen-Kombi rollt schneller in diesem Vergleich. Durch die eng stehenden Stollen fährt sich der Kryptotal sehr stabil und berechenbar, was sich auch beim Kurven-Grip bemerkbar macht. Beim Durchschlagschutz liefern die Contis durchschnittliche Werte. Die Seitenwand bietet nur geringen Schutz gegen Fremdkörper. Unter den etwas eng stehenden Stollen leidet die Selbstreinigung auf tiefen Untergründen.

​So testet Bike

Mit insgesamt zehn unterschiedlichen Reifen ging es ins Labor von Reifenhersteller Ralf Bohle, wo wir Werte zum Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht ermittelten. Der Praxistest fand im Bikepark Oberammergau auf unterschiedlichen Strecken statt.

Der Test im Labor

Wie gut rollen die Reifen und wie hoch ist der Pannenschutz? Um diese Fragen zu klären, nutzten wir das Testlabor von Schwalbe. Den schnellen Specialized-Eliminator-Hinterreifen und den Maxxis Highroller trennen über 21 Watt bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h, 50 kg Last und 1,7 Bar Reifendruck. Auch beim Snakebite-Schutz gibt es deutliche Unterschiede. Während der leichte Specialized Butcher bereits bei einer Fallhöhe von 310 Millimetern die Luft aushaucht, verträgt der dicke Pirelli Scorpion einen um 70 Prozent höheren Schlag bis zum Defekt. Wie empfindlich die Reifen auf Fremdkörper wie Dornen oder spitze Steine reagieren, testen wir mit einem dreifachen Durchstichtest ab. Dabei werden ein runder Dorn mit 1,5 Millimetern Durchmesser und eine Fünf-Millimeter-Klinge durch der Lauffläche gestochen. Auch an der Steitenwand wird der Test mit der Klinge durchgeführt. Beim Durchstich gibt es Unterschiede von bis zu 70 Prozent.

Der Praxistest in Oberammergau

Um die Reifen im direkten Vergleich gegeneinander fahren zu können, organisierten wir uns drei identische Canyon Neuon:On AL 8. Der Test fand bei Regenwetter und zwölf Grad Außentemperatur im Bikepark Oberammergau statt. Auf kleinen Runden bzw. Sektionen konnten wir die Reifen mit drei Testfahrern so perfekt miteinander Vergleichen. Traktion für den Uphill und beim Bremsen, Kurvenhalt und Selbstreinigung wurden für jeden einzelnen Reifen bewertet. Zusätzlich spielen auch Fahrstabiliät und Dämpfungsverhalten mit in die Gesamtnote ein. Die Praxiseindrücke machen 50 Prozent der Endnote aus. Weitere 30 Prozent entfallen auf den Pannenschutz, während Gewicht und Rollwiderstand zusammen 20 Prozent zur Endnote beitragen.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

Meistgelesen in der Rubrik Komponenten