LeserumfrageFür wen macht Minimal Assist Sinn?

Adrian Kaether

 · 06.05.2021

Leserumfrage: Für wen macht Minimal Assist Sinn?Foto: Markus Greber
Leserumfrage: Für wen macht Minimal Assist Sinn?
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Trotz kleiner Akkus kommen Light-E-Bikes auf erstaunliche Reichhöhen. Doch für wen macht so ein Minimal-Assist-Bike überhaupt Sinn? Wir haben nachgefragt.

Kleiner Akku, kleine Reichhöhe. Oder? Unter Minimal-Assist-Bikes sucht man selbst Akkus von 500 Wattstunden vergeblich. Als Test-Redakteur Christian Schleker mit drei Minimal Assist E-Bikes trotz kleiner Batterien die größte Reichhöhe aller Testbikes der aktuellen Ausgabe einfuhr, staunten wir deswegen nicht schlecht.

Levo SL, Rotwild R.X 375, Orbea Rise: Handling und Reichhöhe?

Das Orbea Rise, Specialized Levo SL und Rotwild R.X 375 hatten wir zum Vergleichstest angefordert. Die technische Speerspitze der neuen Minimal-Assist-Kategorie bei E-Mountainbikes sollte sich aber nicht nur im Test gegeneinander beweisen, sondern auch eine noch wichtigere Frage klären: Geht das Versprechen der Light-E-Bikes wirklich auf? Bieten sie E-Mountainbikern ein leichtfüßiges Handling ohne schwerwiegende Einbußen bei der Reichhöhe?

Verlagssonderveröffentlichung
  Orbea, Rotwild, Specialized: Wir haben die drei spannendsten Minimal-Assist-Bikes in einem aufwändigen Test unter die Lupe genommen. Wie es ausgegangen ist, lesen Sie in <a href="https://www.bike-magazin.de/emtb/heft/vorschau-emtb-2-2021" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">EMTB 2/21 – jetzt im Handel</a> !Foto: Markus Greber
Orbea, Rotwild, Specialized: Wir haben die drei spannendsten Minimal-Assist-Bikes in einem aufwändigen Test unter die Lupe genommen. Wie es ausgegangen ist, lesen Sie in EMTB 2/21 – jetzt im Handel !

Von Anfang an war klar: Der Fahrer und die Motorleistung spielen eine ganz entscheidende Rolle. Schwere E-Mountainbiker, die gerne mit minimalem, eigenem Einsatz steile Rampen hinaufschießen, sind nicht die Zielgruppe der leichten Trailflitzer. Wer selbst sportlich tritt und nicht zu schwer ist, kratzt aber auch mit einem kleinen Akku an den 2000 Höhenmetern.

  Orbea beschränkt am Rise die Maximalkraft des Shimano EP8-Antriebes bewusst auf 60 Newtonmeter und 350 Watt. So wird das Bike effizienter.Foto: Markus Greber
Orbea beschränkt am Rise die Maximalkraft des Shimano EP8-Antriebes bewusst auf 60 Newtonmeter und 350 Watt. So wird das Bike effizienter.

Vor allem die geringere Leistung der Minimal-Assist-Antriebe in unserem Test und damit die gesteigerte Effizienz sind der Grund für die unerwartet gute Reichhöhe. Piloten des Levo SL (35 Nm, bis zu 240 Watt) dürfen dafür ruhig auf Vollgas schalten. Wer dagegen Bikes wie das Rotwild R.X 375 mit Shimanos normalen EP8-Antrieb (85 Nm, bis zu 500 Watt) auf volle Leistung konfiguriert und nur die Beine fallen lässt, kommt weit früher zum Stehen.

Online-Umfrage: Wer kann auf den Turbo-Modus verzichten?

Entscheidend für den Erfolg der Minimal-Assist-Konzepte ist also die Frage: Sind E-Mountainbiker überhaupt bereit, auf die maximale Unterstützung gängiger Antriebskonzepte zu verzichten? Eine Online-Umfrage sollte Klarheit bringen. Und wieder ergab sich ein überraschendes Ergebnis. 19 Prozent von über 500 Lesern, die an der Umfrage teilgenommen haben, könnten ersatzlos auf den Turbo an ihrem E-Bike verzichten. 46 Prozent geben immerhin an, auf den Turbo verzichten zu können, wenn das E-MTB dafür an anderer Stelle deutlich besser wird. Zum Beispiel beim Thema Handling und Gewicht. Gerade einmal ein gutes Drittel der Leser (34 Prozent) nutzt den Turbo-Modus „regelmäßig und gerne“.

  19 Prozent der <a href="https://www.bike-magazin.de/emtb/service_wissen/emtb-umfrage-motorunterstuetzung-2021" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Teilnehmer der EMTB-Umfrage</a>  nutzen den Turbo-Modus ohnehin nicht und könnten ersatzlos darauf verzichten.Foto: Surveylegend
19 Prozent der Teilnehmer der EMTB-Umfrage nutzen den Turbo-Modus ohnehin nicht und könnten ersatzlos darauf verzichten.
  Erstaunlich, wie viele Umfrageteilnehmer primär den Eco-Modus nutzen. Eco liegt damit nur knapp hinter den mittleren Unterstützungsmodi und deutlich vor dem Turbo-Modus.Foto: Surveylegend
Erstaunlich, wie viele Umfrageteilnehmer primär den Eco-Modus nutzen. Eco liegt damit nur knapp hinter den mittleren Unterstützungsmodi und deutlich vor dem Turbo-Modus.

Dass Leistung nicht alles ist, zeigt sich auch bei den weiteren Umfrageparametern. So ist zum Beispiel der mittlere Unterstützungsmodus – wenig überraschend – der am meisten genutzte (46 Prozent). Ganze 41 Prozent der Leser nutzen ihr E-MTB aber sogar vorwiegend im Eco-Modus. Dass nur 11 Prozent der Leser angeben, bei zukünftigen Generationen von E-MTBs auf mehr Leistung zu hoffen, überrascht daher kaum. Deutlich beliebter sind Leichtbau und Effizienz mit einer Zustimmung von immerhin 22 Prozent. Klassische Antriebskonzepte sind aber dennoch mit weitem Abstand am beliebtesten (68 Prozent).

Minimal Assist: Nicht nur für Freaks

Vollständig ablösen werden Minimal-Assist-Bikes klassische E-MTBs unserer Umfrage nach also wohl kaum. Doch Minimal-Assist-Bikes sind auch mehr als nur ein Nischenprodukt für Handling-Freaks. Immerhin 20-30 Prozent der Umfrageteilnehmer, so unsere Schätzung, könnten in ihrem Touren-Alltag tatsächlich auf spaßige Minimal-Assist-Bikes setzen, ohne sich anderweitig groß einzuschränken.

  72 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die gesamte Akkukapazität vor allem auf besonderen Touren und im Urlaub. Viele von ihnen könnten vermutlich im Alltag auf ein leichteres Bike mit weniger Reichweite setzen und für den Urlaub einfach den Zweitakku oder einen Range-Extender einpacken.Foto: Surveylegend
72 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die gesamte Akkukapazität vor allem auf besonderen Touren und im Urlaub. Viele von ihnen könnten vermutlich im Alltag auf ein leichteres Bike mit weniger Reichweite setzen und für den Urlaub einfach den Zweitakku oder einen Range-Extender einpacken.

Das bestätigt auch die Frage nach dem Nutzverhalten der Akkus, bei der zehn Prozent der Leser angeben, den Akku nie leer zu fahren, während 72 Prozent nur auf besonderen Touren oder im Urlaub an die Kapazitätsgrenzen ihrer Energiespeicher stoßen. Modulare Lösungen wie bei Specializeds Levo SL oder dem Orbea Rise mit Range Extender oder kleine Wechselakkus wie beim Rotwild R.X 375 könnten bei solchen Touren Abhilfe schaffen.

Ob Minimal-Assist-Bikes in Zukunft einen nennenswerten Marktanteil ergattern können, wird aber nicht zuletzt der Preis entscheiden. Wir jedenfalls sind gespannt, wie sich die neue E-MTB-Kategorie weiter entwickelt.

  Auch abseits der Trail-Bikes gibt es Minimal Assist. Wie viel Sinn Bikes wie das <a href="https://www.bike-magazin.de/emtb/e_mtb_news_neuheiten/trek-e-caliber-2021" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Trek E-Caliber</a>  im Alltag machen, haben wir ebenfalls in EMTB 2/21 getestet.Foto: Max Fuchs
Auch abseits der Trail-Bikes gibt es Minimal Assist. Wie viel Sinn Bikes wie das Trek E-Caliber im Alltag machen, haben wir ebenfalls in EMTB 2/21 getestet.

Übrigens: Mit dem Trek E-Caliber diversifiziert sich auch die Minimal-Assist-Kategorie schon wieder weiter. Wie sich das neue Race-Fully mit Fazua-Antrieb im Test schlägt oder ob Trail-Bikes mit kleinem Motor doch die bessere Wahl sind, lesen Sie in EMTB 2/21 – jetzt im Handel.

  Jetzt im Handel: EMTB 2/2021 – Das Magazin für E-Mountainbiker. Sie erhalten die neue EMTB bequem im <a href="https://www.delius-klasing.de/emtb-lesen-wie-ich-will" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abo</a> , in unserem <a href="https://www.delius-klasing.de/emtb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlineshop</a>  sowie als App-Ausgabe für <a href="https://apps.apple.com/de/app/emtb-magazin/id1079396102" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Apple</a>  und <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=de.delius_klasing.emtb" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Android</a> .Foto: EMTB Magazin
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