​Race Face Atlas 55 Lenker-TestViel Rise, fairer Preis, wenig Aufregung

Max Fuchs

 · 23.09.2026

55 mm Rise, massive Aluminiumkonstruktion und 89,99 Euro UVP: Der Race Face Atlas 55 richtet sich an Gravity-Piloten, die ein besonders robustes, höheres Cockpit suchen.
Foto: Max Fuchs

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.

55 Millimeter Rise, 35-Millimeter-Klemmung und 7000er-Aluminium: Der Race Face Atlas 55 ist die robuste Alternative zum leichten Era 55 Carbon. Wir haben den High-Rise-Lenker am Gravity-Bike getestet und klären, was der 89,99 Euro teure Alu-Lenker kann – und worauf Carbon-Fans verzichten müssen.

Themen in diesem Artikel

Fazit von Max Fuchs, BIKE-Testredakteur

Der Race Face Atlas 55 macht aus seinem Werkstoff kein Geheimnis: Statt filigraner Carbon-Konstruktion gibt es massives 7000er-Aluminium. Das Ergebnis fährt sich unspektakulär – und genau das ist ein Kompliment. Der Atlas vermittelt das Gefühl eines stabilen, supersicheren Gravity-Lenkers und erlaubt dabei etwas vertikale Nachgiebigkeit.

Im direkten Vergleich zum von uns getesteten Race Face Era 55 Carbon fehlt ihm dessen spürbar komfortorientierte Charakteristik. Dafür kostet der Atlas mit 89,99 Euro fast die Hälfte des 170 Euro teuren Carbon-Modells. Wer einen hohen Lenker für ein abfahrtsorientiertes Bike sucht und lieber auf robustes Aluminium als auf maximalen Leichtbau und fein abgestimmten Carbon-Flex setzt, bekommt mit dem Atlas eine unkomplizierte Lösung.

Die wichtigsten Fakten

  • Modell: Race Face Atlas Riser
  • Rise: 55 mm
  • Breite: 800 mm
  • Klemmung: 35 mm
  • Material: 7000er-Aluminium
  • Gewicht: 318 g
  • Backsweep: 8°
  • Upsweep: 5°
  • kürzbar: auf 760 mm
  • Einsatzbereich: Downhill, Bikepark, Freeride, All-Mountain, Enduro und E-MTB
  • ​​Preis: 89,99 Euro >> hier erhältlich

55 Millimeter Rise für die hohe Front

Mit 55 Millimetern Rise gehört der Atlas zu den höheren Lenkern im MTB-Bereich. Das Grundkonzept kennt man bereits vom Era 55 Carbon: Eine hohe Front kann insbesondere bei modernen, lang ausgelegten Bikes eine aufrechtere, zentralere und sicherere Fahrposition erzeugen. Neben der sichereren Fahrposition wächst auch der Bewegungsspielraum auf dem Bike, wodurch sich das Bike insgesamt leichter handeln lässt.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Der Atlas übernimmt dabei die Eckdaten des Carbon-Pendants: 55 Millimeter Rise, 8 Grad Backsweep, 5 Grad Upsweep und 35-Millimeter-Klemmung. Mit 800 Millimetern Breite kommt er zudem ausreichend breit aus der Verpackung und lässt sich bis auf 760 Millimeter einkürzen.

Aluminium statt Carbon, trotzdem mit GL-Tune

Der wesentliche Unterschied zum Era 55 steckt im Material. Der Atlas besteht aus 7000er-Aluminium und bringt 318 Gramm auf die Waage. Der von uns zuvor getestete Era 55 Carbon kommt dagegen auf 230 Gramm und setzt auf eine auf Nachgiebigkeit und Komfort abgestimmte Carbon-Konstruktion. Der Atlas verfügt auf dem Papier zwar auch über den GL-Tune, der Vibrationen dämpfen soll, der Effekt kommt beim Alu-Modell aber deutlich weniger zum Tragen als am Carbon-Pendant.

Der Unterschied zum Era 55 Carbon

Wer den Era 55 kennt, bemerkt den Unterschied schnell. Der Carbon-Lenker besitzt eine spürbare Nachgiebigkeit und vermittelt auf ruppigem Untergrund eine leicht federnde Charakteristik. Genau diese Kombination aus Präzision und Komfort war die wesentliche Erkenntnis des leichten High-Rise-Lenkers.

Der Atlas lässt ebenfalls etwas Flex zu, erreicht aber nicht das Komfort-Level des Era 55. Er wirkt massiv und weniger nachgiebig.

Das muss allerdings kein Nachteil sein. Gerade an einem gravity-orientierten Bike kann ein massiver Aluminiumlenker subjektiv Vertrauen schaffen. Das ist weniger eine messbare technische Eigenschaft als eine Frage des persönlichen Gefühls: Carbon wirkt filigraner, Aluminium vertrauter und sicherer.

Und nach einem heftigen Einschlag fühlt sich der Gedanke an ein klassisches Alu-Cockpit für manche Fahrer schlicht beruhigender an. Unabhängig vom Material gilt natürlich: Nach einem Crash gehört ein Lenker kontrolliert und bei sichtbaren Beschädigungen ausgetauscht. Auch die vom Hersteller vorgegebenen Montage- und Drehmomente bleiben einzuhalten, auch wenn Carbon deutlich empfindlicher auf zu fest angezogene Schrauben reagiert als Alu.

Fahreindruck: Unauffällig ist hier gut

Auf dem Trail gibt sich der Atlas 55 ziemlich unspektakulär. Er fährt sich eben wie ein stabiler 35-Millimeter-Alulenker, nur mit etwas mehr Rise als gewöhnlich.

Etwas Flex lässt er zu, die solide, unzerstörbare Note dominiert aber. Die charakteristische, leicht federnde Note des Era 55 Carbon fehlt ihm.

Gerade an einem Bike mit Gravity-Ausrichtung passt dieser Ansatz aber gut. Der Lenker verlangt keine besondere Eingewöhnung und liefert keine auffälligen Eigenheiten. Wer ein definiertes hohes Maß an Komfort sucht, ist beim Era besser aufgehoben. Wer vor allem einen hohen, robusten und vertrauenserweckenden Lenker möchte, findet im Atlas das passendere Konzept.

Preis: deutlich günstiger als Carbon

Auch beim Preis spielt der Atlas seine Aluminiumkarte aus. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 89,99 Euro. Aktuell wird der 55-Millimeter-Atlas im deutschen Handel teilweise bereits günstiger angeboten.

Zum Vergleich: Der Race Face Era 55 Carbon kostet laut unserem Test 170 Euro. Damit liegt zwischen beiden Modellen ein Preisunterschied von gut 80 Euro.

Auch gegenüber anderen Alu-Lenkern bewegt sich der Atlas nicht außerhalb des üblichen Preisrahmens. Zum Vergleich: Der Deity Highside 35 mit 50 Millimetern Rise wird beispielsweise für 84,99 Euro angeboten.

Der Atlas ist also kein Billiglenker, sondern preislich ziemlich genau dort unterwegs, wo man einen hochwertigen Gravity-Alulenker erwarten kann.

Redaktionelle Einordnung

Der Race Face Atlas 55 verfolgt einen anderen Ansatz als der Era 55 Carbon. Während der Carbon-Lenker wenig Gewicht mit kontrollierter Nachgiebigkeit und hohem Rise kombiniert, setzt der Atlas auf eine souveräne Mischung aus Aluminium, Stabilität und einem unverwüstlichen Fahrgefühl.

Das macht ihn interessant für Fahrer, die ihr Cockpit anheben wollen, ohne dafür 170 Euro in einen Carbonlenker zu investieren. Auch wer Kohlefasern am Cockpit grundsätzlich skeptischer gegenübersteht, findet hier eine spannende Alternative.

Die Kehrseite ist ebenso klar: Mit 318 Gramm ist der Atlas deutlich schwerer als der 230 Gramm leichte Era 55. Und beim Fahrkomfort kann das Aluminium-Pendant die fein abgestimmte Nachgiebigkeit des Carbonlenkers nicht reproduzieren.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Max Fuchs

Max Fuchs

Redakteur

Max Fuchs hat seine ersten Mountainbike-Kilometer bereits mit drei Jahren gesammelt. Zunächst Hobby-Rennfahrer und Worldcup-Fotograf im Cross-Country-Zirkus, jetzt Testredakteur und Fotograf bei BIKE. Sein Herz schlägt für Enduros und abfahrtsstarke Trailbikes – gern auch mit Motor. Bei der Streckenwahl gilt: je steiler und technischer, desto besser.

Meistgelesen in der Rubrik Komponenten

Shorts