Stefan Frey
· 18.03.2026
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Muc-Off hat mit den Big Bore Hybrid Valves einen echten Klotz am Start. Dafür funktionieren die quietschbunt eloxierten Ventile auf völlig neue Art und Weise. Statt auf einen Kern, der den Luftfluss unterbindet, setzen die Briten auf ein Kugelventil wie wir es von Wasserhähnen kennen.
Das hat gleich mehrere Vorteile: Es gibt keine Innereien, die der Luft im Weg stehen könnten, und zum Befüllen mit Dichtmilch muss auch kein Einsatz entfernt werden. Obendrein besitzen die Hybrid Valves noch eine Besonderheit: Sie passen durch klassische Presta-Felgenbohrungen, setzen aber beim Ventilkopf auf Schrader-Maße, was den Luftfluss zusätzlich verbessern soll. Außerdem wird damit einfaches Nachpumpen an der Tanke möglich – praktisch.
Nachteil der Bauweise: Das Gewicht fällt mit nahezu 10 Gramm relativ hoch aus. Die Big Bore Hybrid Tubeless Valves gibt es in vier Längen und sechs Farben. Im Lieferumfang sind zudem Dichtgummis für unterschiedliche Felgenformen enthalten. Ein Inbus-Einsatz im Ventilboden hilft bei der Montage.
Der Einbau der Muc-Off-Ventile geht wirklich easy. Die etwas höhere Rändelmutter läuft geschmeidig über ihr Gewinde, zum Festziehen nimmt man einfach einen 4er Inbus zu Hilfe. Auch der konische Dichtgummi passt zu den meisten gängigen Felgen – falls nicht: Im Lieferumfang sind weitere Gummi-Optionen enthalten.
Anders als die meisten Tubeless-Ventile setzt Muc-Off auf einen Schrader-Kopf, das vergrößert noch mal den Luftdurchsatz. Das Kugelventil öffnet leichtgängig und ermöglicht auch eine präzise Anpassung des Drucks – je weiter man den Hahn öffnet, desto mehr Luft fließt. Wie beim Wasserhahn. Öffnet sich das Ventil im Gelände aus Versehen oder bei Kontakt mit einem Hindernis, verhindert die Dichtung in der Staubkappe, dass man kurze Zeit später auf der Felge daherrollt.
Big Bore steht drauf und es ist definitiv High Flow drin! Die Luft strömt nahezu ohne Widerstand in den Reifen – klar, es gibt ja auch keine Kern, der stören würde. Dichtmilch lässt sich bequem durch die breite Öffnung einfüllen, und muss der Kugelhahn doch mal ab, lässt er sich einfach per Hand abschrauben.
Mehr Airflow bietet im Test übrigens kein anderes Ventil. Bereits nach 5 Sekunden konnten wir in unserem 29 x 2.4er Testreifen keinen vorhandenen Druck mehr messen!
| Kategorie | Note |
| Gewicht (20%) | 4,0 |
| Handling (20%) | 1,1 |
| Airflow (30%) | 0,5 |
| Schutz vor Verstopfen (30%) | 1,0 |
| BIKE-NOTE | 1,5 |
Durch den Verzicht auf einen Kern erzielt das Muc-Off maximalen Airflow. Zudem lässt sich das Kugelventil leicht bedienen und verhindert effektiv ein Verstopfen. Die breite Rändelmutter sowie ein 4er-Inbus-Einsatz im Ventilboden erleichtern die Montage. Dichtmilch lässt sich einfach über die breite Öffnung einfüllen. Achtung: passt nur für Schrader-Pumpenköpfe, schafft dafür aber auch die Erstmontage von Tubeless-Reifen.
Um herauszufinden, welches Ventil den besten Airflow bietet, haben wir umfangreiche Messreihen durchgeführt. Doch am anschaulichsten lässt sich der Effekt direkt am Laufrad nachweisen. Die Basis bildet ein 29 x 2,4 Zoll breiter MTB-Reifen, der mithilfe eines Digital-Manometers mit jeweils 2,0 Bar befüllt wird. Wir haben in mehreren Durchgängen gemessen, wie viel Luft in fünf Sekunden bei vollständiger Öffnung des jeweiligen Ventils entweicht.
Während sich alle Presta-Ventile – mit Abweichungen von +/- 2 Prozent im Bereich von 34,1 Prozent bewegen, strömt durch das Topeak-Ventil in derselben Zeit die doppelte Menge an Luft. Beim Stan’s Exo-Core haben wir einen Luftverlust von 78 Prozent, bei Reserve 87,4 Prozent gemessen. Das kernlose Muc-Off Big Bore Hybrid schafft 100 Prozent Luftdurchsatz, das heißt, nach fünf Sekunden war kein messbarer Druck mehr im Reifen. Damit setzt es mit Abstand den Bestwert in diesem Vergleich.

Redakteur