Laufräder

MTB-Laufräder: Die optimale Laufradgröße in Zoll

Stefan Loibl

, Tim Folchert

 · 20.04.2021

MTB-Laufräder: Die optimale Laufradgröße in ZollFoto: Wolfgang Watzke

Bei der MTB-Laufradgröße zeigt sich eine klare Tendenz: 29 Zoll hat sich auf breiter Front gegen 27,5-Zoll-Laufräder durchgesetzt. Doch 29-Zoll-Bikes machen nicht für jeden Sinn. Wir klären die Vor- und Nachteile der großen Räder.

Bis vor einigen Jahren war die Wahl der richtigen Laufradgröße einfach. Es gab lediglich Moutainbikes mit Laufrädern in 26 Zoll. Doch 26-Zoll-MTBs sterben langsam aus. Die großen MTB-Hersteller entwickeln schon seit einigen Jahren keine neuen Mountainbikes mehr in 26 Zoll. Selbst bei Downhill-Bikes hat der 26-Zoll-Standard ausgedient. 27,5 Zoll ist das neue 26 Zoll. Nur bei Kinder- und Jugendrädern und im Gebrauchtmarkt findet man noch Mountainbikes in 26 Zoll (559 mm).

Um mehr Traktion und ein besseres Überrollverhalten zu erzielen, rüsteten die Bike-Ingenieure die neuen Modelle mit 29 Zoll (622 mm) großen Laufrädern aus. Doch manchen Bikern fehlte die Agilität des kleinen Laufrades. Um die Vorteile beider Welten zu vereinen, gab es bald Laufräder mit einer Größe von 27,5 Zoll – oft auch als 650B bezeichnet (584 mm). Heute ist das 26-Zoll-Mountainbike – außer bei Kindern – ausgestorben. Denn die Vorteile der großen Laufräder überwiegen – vom Hardtail bis zum Downhill-Bike.

  29 Zoll ist die dominierte Laufradgröße bei Mountainbikes – vom Hardtail bis zum Enduro-Bike.Foto: Wolfgang Watzke
29 Zoll ist die dominierte Laufradgröße bei Mountainbikes – vom Hardtail bis zum Enduro-Bike.

Bei Mountainbikes nicht durchgesetzt: 27,5 Zoll im Plus-Format

Vor ein paar Jahren drängten einige Hersteller mit Bikes in 27,5 Zoll auf den Markt, die auf sogenannte Plus-Räder setzten, damit waren die 27,5+ Bikes geboren. Dahinter stecken Laufräder mit einem Durchmesser von 27,5 Zoll, gepaart mit breiteren Reifen um 2,8 bis 3,0 Zoll, die mehr Traktion und Fahrkomfort bringen sollen. Doch die Räder mit den XXL-Reifen haben sich nicht durchgesetzt. Bikes mit 27,5+ Hinterrad findet man häufig bei E-Mountainbikes, bei klassischen Mountainbikes findet man das Plus-Format kaum noch. Obwohl der Durchmesser von 27,5+ durch die breiteren Reifen nahe an 29 Zoll herankommt.

  Hier wird der Unterschied der gängigen MTB-Laufradgrößen sichtbar: Links 27,5 Zoll, in der Mitte die Plus-Version 27,5+ und rechts 29 Zoll. Das Traditionsmaß 26 Zoll spielt bei aktuellen Bikes keine Rolle mehr.Foto: Georg Grieshaber
Hier wird der Unterschied der gängigen MTB-Laufradgrößen sichtbar: Links 27,5 Zoll, in der Mitte die Plus-Version 27,5+ und rechts 29 Zoll. Das Traditionsmaß 26 Zoll spielt bei aktuellen Bikes keine Rolle mehr.

Was ist besser: 27,5 oder 29 Zoll?

Die letzten Jahre zeigen eine klare Tendenz: 29 Zoll hat sich auf breiter Front gegen 27,5-Zoll-Laufräder* durchgesetzt. Besseres Überrollverhalten, mehr Traktion und viel Laufruhe – 29-Zoll-Laufräder* haben sich über alle Mountainbike-Kategorien hinweg etabliert. Bikes in 27,5 Zoll findet man deutlich seltener, vorwiegend im Enduro-Segment. Es gibt jedoch auch viele Hersteller, die insbesondere bei kleinen Rahmengrößen auf 27,5 Zoll setzen.

  Das bessere Überrollverhalten von 29-Zoll-Laufrädern zahlt sich vor allem bergab aus und bietet einen spürbaren Gewinn an Sicherheit.Foto: Wolfgang Watzke
Das bessere Überrollverhalten von 29-Zoll-Laufrädern zahlt sich vor allem bergab aus und bietet einen spürbaren Gewinn an Sicherheit.

Pro 29 Zoll: Vorteile von großen MTB-Laufrädern

Mit Hindernissen wie Steinen oder Wurzeln sieht sich der Mountainbiker regelmäßig konfrontiert. Mit kleinen Laufrädern muss auch bei mittelgroßen Hindernissen das Vorderrad gelupft werden. Große Laufräder hingegen rollen einfach drüber. Der Fahrer muss sich also keine Gedanken darum machen, sondern kann sich voll auf den Trail konzentrieren. Durch die gute Überrollfähigkeit großer Laufräder wird außerdem die Laufruhe erhöht. Das Rad bleibt ruhiger, auch bei vielen aufeinanderfolgenden Schlägen vom Untergrund und bei hoher Geschwindigkeit im Downhill.

  Bei sportlichen Racebikes führt kein Weg an 29 Zoll beim Laufradmaß vorbei. Leichte Laufräder drücken das Gewicht und sichern eine leichtfüßige Beschleunigung.Foto: Wolfgang Watzke
Bei sportlichen Racebikes führt kein Weg an 29 Zoll beim Laufradmaß vorbei. Leichte Laufräder drücken das Gewicht und sichern eine leichtfüßige Beschleunigung.

Pro 27,5 Zoll: Nachteile von großen MTB-Laufrädern

Die Laufruhe bringt auf ruppigen Passagen zwar große Vorteile, ist in engen, technischen Passagen aber eher hinderlich. Durch die großen Laufräder wächst nämlich der Radstand und damit der Aufwand des Piloten, das Hinterrad umzusetzen. Durch das Mehrgewicht und den größeren Durchmesser steigt die rotierenden Masse. Das führt dazu, dass größere Laufräder etwas träger reagieren. Das ist vor allem bei der Beschleunigung spürbar. Durch die höheren rotierenden Massen braucht man bei einem 29-Zoll-Bike etwas mehr Kraft bei Richtungsänderungen und der Spieltrieb des Bikes sinkt. Für kleine Fahrer und Fahrerinnen ist dieser Nachteil noch gravierender. Viele Hersteller reagieren mit angepassten Laufradgrößen. So werden häufig kleine Rahmengrößen mit 27,5-Zoll-Laufrädern ausgestattet (Größe XS und S) und die größeren Rahmengrößen (meist von M bis XXL) mit 29 Zoll.

Fazit zur richtigen Laufradgröße am Mountainbike

29-Zoll-Laufräder haben sich in allen Mountainbike-Kategorien etabliert, denn die Vorteile überwiegen klar. Lediglich im Enduro-Segment und bei kleinen Rahmengrößen gibt es noch Bikes mit 27,5 Zoll großen Laufrädern. Relativ neu sind Bikes im Mullet- bzw. MX-Aufbau. Dabei steckt ein 29 Zoll großes Vorderrad vorne im Rad und der Hinterbau fasst ein kleineres 27,5-Zoll-Hinterrad. So will man das bessere Überrollverhalten am Vorderrad mit dem agileren Fahrverhalten am Hinterrad kombinieren. Bekannt ist dieses Konzept bereits aus dem Motocross-Sport.

  Gerade bei Enduro-Mountainbikes hat man immer öfter die Wahl, ob man vorne ein 29-Zoll-Rad fährt und hinten ein kleineres 27,5er – also als Mullet-Bikes. Dafür muss man oft nur einen Flipchip am Rahmen umschrauben, damit die Geometrie angepasst wird.Foto: Wolfgang Watzke
Gerade bei Enduro-Mountainbikes hat man immer öfter die Wahl, ob man vorne ein 29-Zoll-Rad fährt und hinten ein kleineres 27,5er – also als Mullet-Bikes. Dafür muss man oft nur einen Flipchip am Rahmen umschrauben, damit die Geometrie angepasst wird.

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